Haus des Meeres

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Informationen
Vollständiger Name: Haus des Meeres– Aqua Terra Zoo
Gründung: 1957
Besonderheiten: Schwerpunkt Meeresbewohner, es gibt aber auch eine Tropenhalle die aus der Mauer ragt (Foto oben)
Stadt: Wien
Höhenlage: auf Meereshöhe
Fläche: 2500m²
Eröffnung: 1958
Tierbestand: ca. 3500 Tiere in 320 Arten
Anschrift: Dr. Michael Mitic, Direktor
Fritz-Grünbaum-Platz 1
1060 Wien
Telefon: 0043-1-5871417
Mobil: 0043-1-5860617
E-Mail-Adresse: mailto:haus_des_meeres@gmx.net
Website: Homepage vom Haus des Meeres

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1957 das erste Seewasseraquarium in Österreich zu erbauen und das Zentrum der europäischen Meeresforschung zu werden, gründeten Wissenschaftler die "Gesellschaft der Meeresbiologie" unter der Präsidentschaft von Dr. Hartel und Vizepräsident Ing. Otte. Ihr "Haus des Meeres" wurde in den Flakturm Esterhazypark eingerichtet und beherbergte bis 1965 bereits 40 Schaubecken in eineinhalb Stockwerken. Auch gab es seit dem die Tauchergruppe "ADRIA" und eine Zeitschrift namens "OCEAN", die jeden Monat neu heraus kam.

Führung unter Emmerich Schlosser

Seit diesem Zeitpunkt litten die Funktionäre und die Mitarbeiter unter "Ermüdungserscheinungen". Zudem eröffnete im Tiergarten Schönbrunn das Aquarium, dass für die "Gesellschaft der Meeresbiologie" eine große Konkurrenz darstellte. Erst als Emmerich Schlosser mit einer Muschel- und Schneckensammlung und verschiedenen Schaustücken aus Neuguinea nach Wien kam und auch die angebotene Stelle als Direktor des "Haus des Meeres" annahm, ging es wieder bergauf mit dem Geschäft. Um neue Tierarten zu bekommen, wurden Fangfahrten unternommen und auch die Aquarien wurden erneuert. Es wurden neue Leitungen gelegt und betoniert um den Tieren ein schönes Zuhause zu bieten. Zu dieser Zeit wurde auch Franz Six eingestellt der sich hauptsächlich um die administrativen Aufgaben und der Öffentlichkeitsarbeit widmete, um das Image zu verbessern. Im Zuge dessen wurde der Name "Gesellschaft der Meeresbiologie" in "Haus des Meeres- Vivarium Wien" geändert.

Nachdem der Präsident des Vereins Dr. Hartel verstarb, wurde der Abgeordnete des Nationalrats Hans Jungwirth zu seinem Nachfolger und ernannte 1977 Franz Six zum "Geschäftsführenden Präsidenten". Dabei kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem Wiener Volksbildungswerk, der Teilnahme am Wiener Ferienspiel und Aktionen mit dem Theater der Jugend. 1979 trat der Geschäftsführer Emmerich Schlosser zurück und ging wieder nach Australien, sein Nachfolger wurde Erich Brenner.

Führung unter Erich Brenner

Nach der 15-jährigen Führung unter Emmerich Schlosser, der immer wieder mit vielen Problemen und der Aufrechterhaltung des Hauses zu kämpfen hatte, wurde unter dem neuen Direktor Erich Brenner vieles modernisiert. Es wurden eine Terrarienabteilung und ein Vortragssaal eingerichtet. Im 3.Stock wurde eine komplett neue Süßwasserabteilung und im 2. Stock ein neues Aquaterrarium mit einem Urwaldauschnitt mit Piranhas eingerichtet. Es wurden Informationstelefone und Lautsprecher installiert und neue Wasseraufbereitungsanlagen mit 2, je 18.000 Liter umfassende Behälter, erbaut. Später entstand in Zusammenarbeit mit dem "Blauen Kreis" ein Bereich für die Zucht von Futtertieren, eine 60 m² große Quarantänestation für Reptilien und eine Nordseeabteilung. Nachdem 1993 der Vereinpräsident Franz Jungwirth verstarb wurde der Univ. Prof. Dr. Ferdinand Starmühlner zu seinem Nachfolger ernannt. 1994 wurde die Mittelmeerabteilung im 2.Stock eröffnet.

Führung unter Kamenko Boharevic

Nach dem Tod von Erich Brenner (1995), wurde Kamenko Boharevic neuer Direktor, Dr. Michael Mitic übernahm die wissenschaftliche Leitung und Herr Szekacs die Funktion des Kurators. Franz Six bekam die Sondervollmacht zur kaufmännischen Vertretungsbefugnis. 1997 wurde dann das Hai- und Schildkrötenbecken, in der Gegenwart von verschiedenen Ehrengästen eröffnet. Ermöglicht wurde dies mit Hilfe der Firma LEGO, die den Grundstein dafür legte. Kurzer Zeit später wurde ein Seewasseraquarium mit 120.000 Litern Wasser errichtet. Es wurde die Filteranlage umgebaut, ein Ausstellungsraum wurde errichtet und die Haie wurde vom 3. Stock ins Erdgeschoss übersiedelt. 1997 wurde dieses Aquarium abermals umgebaut und das Haibecken wurde in ein lebendes Korallenriff umgewandelt. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Lift, der nach Erich Brenners Tod eingebaut wurde und seit Kriegende nicht mehr funktionierte, erneuert.

1999 wurde eine Urwaldabteilung mit Großterrarien für Riesenschlangen, Leguane, Warane, Agamen, Mambas und anderen Tieren im 1. Stock errichtet. 2000 folgte ein Tropenhaus, dass schon 1996 geplant war. In einer Höhe von 5,5 Metern und einer Breite von 10 Metern leben seither Schildkröten, Vögel, Fledermäuse, Fische und die großen Besucherlieblinge die freilaufenden Äffchen das gesamte Tropenhaus. Das Tropenhaus kann über Hängebrücken durchschritten werden. 2001 hätte es eine glanzvolle Eröffnung des neuen Mittelmeerabteils geben sollen, durch ein Unglück in den USA, waren viele Ehrengäste nicht angereist. Statt dessen kam es in Gedenken an die Toten nur zu einem stillen Gebet.

In den nächsten zwei Jahren, von 2002 bis 2003, wurde ein Becken mit einheimischen Fischen, die meisten aus der Donau, erbaut. Es wurden des weiteren viele Umbauten und Reparaturen vorgenommen. Mitte 2003 bekam das Haus des Meeres des Staus eines europäischen Zoos. Durch erfolgreiche Nachzuchten, wie z.B. der der Weißbüscheläffchen kamen immer mehr Besichert in das Haus. Mittlerweile liegt der Besucherschnitt bei jährlich rund 250.000. Dies war erst durch die Vergrößerung der Zucht- und Quarantäneabteilungen möglich. Es wurden auch 3 Internetplätze eingerichtet, sowie im 5. Stock ein Becken für lebende Fossilien, die Pfeilschwanzkrebse. Nach 25 Jahren Dienstzeit und ca. 10 Jahren Führung trat Kamenko Boharevic auf eigenen Wunsch zurück. Sein Nachfolger wurde Michael Mitic.

Führung unter Michael Mitic

2005 gelang es Seepferdchen in großer Menge nachzuzüchten. Damit war es gelungen, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Die "erwachsenen Tiere" sind im 4. Stock zu beobachten. 2006 verstarb der Vereinpräsident Prof. Dr. Ferdinand Starmühlner an einer Krankheit. Im Oktober 2006 wurde zum Gedenken von Ferdinand Starmühlner das Tropenhaus in "Ferry Starmühlner Erlebniswelt" umgetauft. Im Zuge dessen gab es eine Rede vom ehemaligen Chef des Naturhistorischen Museums Dr. Oliver Paget, der ein langjähriger Freund von Ferdinand Starmühlner war.

Weitere Nachzuchterfolge, wie die ersten europäischen Nachzuchten von Anemonenfischen, erfreute das Haus des Meeres. Als eine weitere neue Attraktion wurden Blattschneiderameisen eingeführt, die in 25 Meter langen Gängen ihre Arbeit verrichten und heute bereits stolze 500.000 Exemplare zeigt. Es wurde die Dachterrasse eröffnet und eine Freitreppe, die als Fluchtweg von der Terrasse gebaut werden musste. Doch diese ist nur für schwindelfreie Besucher. Im April 2007 wurde der Name des Haus des Meeres wurde auf "HAUS DES MEERES – AQUA TERRA ZOO" geändert. Im Mai 2007 wurde dann endlich, mit 20 Monaten Verzögerung das Haifischbecken eröffnet. Neue Haie und eine Meeresschildkröte wurden dort hin übersiedelt. Leider gab es einige Probleme mit den Haien und es starben sechs von ihnen. Nach der Feststellung, dass das Wasser in Ordnung war und auch die Mitarbeiter keine Schuld trugen, sind jetzt bereits wieder 7 Haie vorhanden und die Eröffnung zum größten Aquarium Österreichs konnte stattfinden.

In der nächsten Zeit wurden die Süßwasserabteilung vergrößert und auch die Mittelmeerabteilung, die seither ein "Quallenkarusell" besitzt, in dem Quallen mit Strömungen in einem Aquarium leben. Desweiteren wurden Bildtafeln mit der Geschichte der Falktürme aufgebaut, und es wurde auch zum 50-jährigen Jubiläum eine Briefmarke herausgegeben. Ende 2007 wurde der neue "Krokipark" eröffnet, in dem Krokodile und andere Tiere ein neues Zuhause fanden.

Das Haus des Meeres heute

Jahr des Frosches

Da das Jahr 2008, das Jahr des Frosches ist, möchte die Österreichische Zooorganisation OZO, verschiedene Zoos auffordern, sich mit dem Frosch zu beschäftigen und den Besuchern näher zu bringen. So beherbergt das Haus des Meeres heute auch Kaulquappen und Jungfrösche.

Nachzucht von Cassiopeia-Quallen

Ein weiteres Highlight ist die erfolgreiche Nachzucht der Cassiopeia-Qualle.
Zum Tier: Diese Quallenart, liegt immer auf ihrem Schirm nach unten im Boden. Sie leben vom Licht, da sie in sich Algen beherbergen, die durch Photosynthese den Quallen die lebensnotwendigen Zucker und den Sauerstoff bieten.

Hammerhaie

Eine Sensation ist auch die Haltung von Hammerhaien, die nur sehr selten in Zoos ausgestellt werden. Diese Exemplare stammen aus Florida und schwimmen im Haus des Meeres in einem 100.000 Liter Becken mit anderen Fischen herum.

Fische streicheln

Das neuste im Haus des Meeres ist die Möglichkeit im Eingangsbereich Fische zu streicheln. Bei den Fischen handelt es sich um Kois. Da sie keine Zähne besitzen und sehr handzahm werden kann man sie einfach im Wasser streicheln.

Tierbestand

Fische im Tropischen Süßwasser-Abteil

In diesen Gewässern werden unter anderem Piranhas, Schützenfische, Diskusfische die auch Luft atmen können, sowie Guppys und die giftigen Stechrochen gehalten.

Fische im Tropischen Seewasser-Abteil

Die Korallenfische die hier beherbergt sind, leben in einem großen Korallenriff. Unter ihnen sind Doktorfische und Drückerfische zu nennen. Aber auch so gefährliche Meeresbewohner wie die Steinfische und der Rotfeuerfisch haben hier ihre Heimat. Desweiteren sind die Seepferdchen und Haiarten wie die Schwarzspitzenhaie und die Katzenhaie in dem Becken untergebracht. Hier lebt auch schon lange eine Suppenschildkröte, die in Freiheit wegen ihres Panzers gejagt wird.

Fische im Heimischen Süßwasser-Abteil

In dieser Abteilung werden heimische Fische, Muscheln und Krebse vorgestellt, die in der Donau und Umgebung leben. Verschiedene Karpfenfische wie die Barben oder die Nase, der Hundsfisch und auch der Wels sind hier untergebracht und können in kleineren Aquarien besichtigt werden.

Tiere im Mittelmeer-Abteil

Eine sehr umfangreiche Abteilung ist die des Mittelmeeres. Sehr viele Schwämme, Nesseltiere, Krebstiere wie die Hummer und die Einsiedlerkrebse, aber auch Seesterne, Seegurken und Seeigeln sowie Tintenfische, Schleimfische, Muränen und Katzenhaie, Drachenköpfe, Brassen und Petermännchen sind hier untergebracht.

Tiere in den Terrarien

In den Terrarien werden hauptsächlich Schildkröten wie die Rotwangenschmuckschildkröten oder die Fransenschildkröte gehalten. Daneben werden auch verschiedene Krokodile, Schlangen und Echsen wie die Geckos oder Chamäleons gezeigt. In kleineren Terrarien können Vogelspinnen, Skorpione und Frösche wie den Pfeilgiftfrosch beobachtet werden. Seit einiger Zeit (2009) werden auch Phasmiden gehalten.

Tiere im Tropenhaus

Im Tropenhaus, in dem es keine Zäune oder anderes gibt, laufen die Tiere frei herum und können in einem artgerechten Lebensraum leben. Verschiedene Fische wie die Silberflossenblätter, Schützenfische und Schlammspringer leben in den Gewässern des Tropenhauses. In Wassernähe leben verschiedene Weichschildkröten und Landschildkröten wie die Köhlerschildkröte. Es fehlt aber auch nicht an Flughunden und Vögeln wie dem Glanzstar. Lisztaffen laufen frei herum. Eine Fütterung der Tiere ist jedoch streng untersagt.

Tiere im "Hans und Lotte Hass Haibecken"

Im ca. 300.000 Liter großen Haibecken, das für den österreichischen Tauchpionieren, Herrn Prof. Dr. Hans Hass und seiner Frau Lotte Hass für ihr großartiges Lebenswerk gewidmet wurde. Dank ihnen werden Haie heute nicht mehr als Menschen mordende Bestien betrachtet werden, sondern als ökologisch wichtiger Teil der Ozeane. Im Becken, das sich über zwei Stockwerke erstreckt, sind Schwarz- und Weisspitzenhaie, sowie ein Teppichhai untergebracht. In diesem Becken lebt seit 25 Jahren auch die Suppenschildkröte, "Puppi".

Aktivitäten

Das Haus des Meeres hat besonders viele attraktive Aktivitäten für die Besucher:

Haitauchen
Um den Besuchern zu zeigen dass Haie keine blutrünstigen Fressmaschinen sind, taucht jeden Donnerstag um 18.00 Uhr ein Mitarbeiter ins Haibecken und beweist damit, dass sie einem nichts anhaben können. Es wird auch darauf hingewiesen wie bedroht die Haie sind.

Lisztaffe im Tropenhaus
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Lisztaffe im Tropenhaus

Schlangenstreicheln
Ebenfalls um den Besuchern zu zeigen, dass auch Schlangen keine wirkliche Bedrohung sind, kann man jeden Mittwoch um 14.00 Uhr, unter der Aufsicht von einem Mitarbeiter ungiftige Schlangen streicheln.

Tierfütterungen
Desweiteren kann man bei Fütterungen der Haie und Piranhas am Mittwoch und am Sonntag um 15.00 Uhr sowie bei den Reptilien, meist Schlangen, am Sonntag um 10.00 Uhr und am Donnerstag um 19.00 Uhr zuschauen.

Es sind Führungen, Vorträge und Kindergeburtstagsfeiern bei Voranmeldung möglich.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Petzold, Dirk: ABENTEUER ZOO, 550 Tierparks, Aquarien und Reptilienhäuser: Der Zooführer für Deutschland, Österreich und Schweiz. Leopold Stocker Verlag, Graz 2007. ISBN 370201151X

Links

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