Herbst-Mosaikjungfer

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Herbst-Mosaikjungfer
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Libellen (Odonata)
Ordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Gattung: Mosaikjungfern (Aeshna)
Art: Herbst-Mosaikjungfer
Wissenschaftlicher Name
Aeshna mixta
Latreille, 1805

Die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) zählt innerhalb der Familie der Edellibellen (Aeshnidae) zur Gattung der Mosaikjungfern (Aeshna).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Herbst-Mosaikjungfer erreicht eine Körperlänge von 65 bis 68 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 85 bis 95 Millimeter. Der Thorax ist durch gelbliche Längsstreifen geprägt und macht die Herbst-Mosaikjungfer unverwechselbar. Der Abdomen weist beim Männchen auf einer bläulich-schwarzen Grundfläche facettenreiche grünliche und bläuliche Musterungen auf, die aber nicht segmentübergreifend ausfallen. Weibchen sind leicht an dem gelblichbraun und schwarz gekennzeichneten Abdomen zu erkennen. Gelegentlich zeigen sich beim Weibchen auch bläuliche Muster. Das Pterostigma, also das Flügelmal, ist bei beiden Geschlechtern schwach oder gar nicht ausgeprägt. Die Flügel sind mit kleinen Äderchen durchzogen, die ihnen die nötige Stabilität verleihen. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Die Herbst-Mosaikjungfer ist aufgrund der Tatsache, daß sie die Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen kann, zu abrupten Richtungswechseln in der Lage. Sie bewegt ihre Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Fluge wirkt die Libelle meist hektisch.

Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Die Augen der Männchen sind blaugrün gefärbt, die der Weibchen weisen eine olivgrüne Färbung auf. Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im Vorderen Mundbereich liegt der Labrum, also die Oberlippe sowie an den Maxillen die Unterlippe, der sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Segmenten. Der sehr lange Abdomen, der eine gewisse Stabilität im Fluge erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht bewegliche Elemente unterteilt und endet beim Männchen in eine Greifzange, mit der er sich während der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet. Die Herbst-Mosaikjungfer ist nur revierverbunden und territorial. Nicht selten sieht man sie in Gesellschaft von Artgenossen. Andere Libellenarten enden aber nicht selten als Mahlzeit. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen August und Oktober, nicht selten auch bis Anfang November.

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Aufgrund der hervorragenden Anpassung an der jeweiligen Umgebung ist die Herbst-Mosaikjungfer in ihrer Population noch nicht gefährdet. Bemerkenswert ist, daß die Herbst-Mosaikjungfer zum Teil jegliche Scheu vor dem Menschen verloren hat. Es wurde schon beobachtet, daß sie sehr dicht an das Gesicht und über den Kopf fliegt respektive im Schwebflug ausharrt und neugierig den Menschen beäugt. Wie alle Libellen, so ist auch die Herbst-Mosaikjungfer aufgrund der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) in Deutschland geschützt.

Verbreitung

Die Herbst-Mosaikjungfer ist in weiten Teilen Europas, insbesondere in Mittel- und Nordeuropa, verbreitet. Sie bevorzugt dabei stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel sowie kleinere Seen mit entsprechender Vegetation. Fliessende Gewässer hingegen werden gemieden. Die Herbst-Mosaikjungfer kann sich schwierigen Umgebungen sehr gut anpassen. Selbst an kleinsten Gewässern ist sie anzutreffen.

Nahrung

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Die Herbst-Mosaikjungfer ernährt sich räuberisch von Insekten wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten. Dabei sucht sie ihre Beute nicht von einer Ansitzwarte aus, sondern erbeutet sie mit ihren Fängen im aktiven Suchflug. Nicht selten erbeutet sie auch andere Libellenarten. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen, gegen Ende der Larvalzeit auch von Kaulquappen und kleinen Fischchen. Bei der Nahrungssuche entfernt sich die Herbst-Mosaikjungfer zum Teil recht weit von ihrem Heimatgewässer. Nicht selten ist sie dabei auf Wiesen oder auch an Waldrändern in mittlerer Flughöhe von einem bis zwei Metern zu beobachten.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Herbst-Mosaikjungfer erstreckt sich über die Monate September bis Oktober. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart beginnt meist am Boden und endet nicht selten hoch oben in Büschen oder in den Kronen von Bäumen. Die Paarung kann zwischen einigen Minuten und bis zu zehn Minuten dauern. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine. Mit ihrem Legestachel sticht sie Pflanzenteile knapp oberhalb der Wasseroberfläche an und legt ihre Eier in die geschaffenen Ritzen. Insgesamt werden so um die 20 bis 30 Eier gelegt. Die Eier überwintern. Im Frühjahr des Folgejahres schlüpfen die Larven, die fortan am Grund des Gewässers leben. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm, den sogenannten Rektalkiemen. Die Larven weisen gegen Ende ihrer Entwicklung eine Länge von deutlich über 50 Millimeter auf. Nach einer Entwicklungszeit von zwei, selten auch drei Jahren schlüpfen die Junglibellen im August. Dazu kriecht die Larve an einem Pflanzenstengel empor und schlüpft aus ihrer Exkuvie. Nach der Trocknung der Flügel fliegt die Herbst-Mosaikjungfer auf.
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