Hopi-Chipmunk

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Hopi-Chipmunk

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Species: Hopi-Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias rufus
Hoffmeister & Ellis, 1979

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Hopi-Chipmunk (Tamias rufus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias). Im Englischen wird dieses Hörnchen Hopi Chipmunk genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach nicht bekannt.

Der Hopi-Chipmunk wurde ursprünglich als Unterart des Langohr-Chipmunk (Tamias quadrimaculatus) beschrieben. Im Jahre 1985 wurde die Zuordnung revidiert (Levenson et al.) und die Art bekam den Artstatus zugeschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Hopi-Chipmunk erreicht eine Körperlänge von 9,3 bis 14,8 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 3 bis 3,5 Zentimeter, eine Ohrlänge von 1,6 bis 2,3 Zentimeter sowie ein Gewicht von 45 bis 60 Gramm. Der nur wenig buschige Schwanz erreicht annähernd die Länge des Körpers und ist an der Spitze meist dunkler gefärbt. Männchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Weibchen. Ansonsten weisen die Geschlechter keinen Dimorphismus auf. Das Fell weist dorsal eine graubraune bis rotbraune Grundfärbung auf. Der Rücken ist durch drei helle, meist cremefarbene Streifen gekennzeichnet, die der Tarnung dienen. Die zwei hellen Längsstreifen ziehen sich vom Nackenbereich bis zum Schwanzansatz. Die hellen Streifen sind teilweise deutlich dunkel abgesetzt. Der Oberkopf ist einfarbig graubraun. Die weit hinten am Kopf liegenden Ohren weisen im vorderen und hinteren Bereich eine gräuliche Färbung auf. Die Ohren sind recht lang und spitz zulaufend.

Der kleine, oval geformte Kopf endet zur Schnauze hin spitz zulaufend. Von der Schnauze, über das Auge bis zum Ansatz der Ohren verläuft auf jeder Kopfseite ein weißlicher Streifen, der oberhalb dunkel abgesetzt ist. Ein zweiter Streifen befindet sich unterhalb der Augen und reicht bis in den Nacken. Diese hellen Streifen sind unterhalb dunkel abgegrenzt. Der Kehlbereich und das ventrale Fell weisen eine weißliche bis cremefarbene Färbung auf. Gleiches gilt für die Brust und das ventrale Fell. Pro Saison kommt es bei dem Hopi-Chipmunk zweimal zum Fellwechsel, einmal im Herbst, meist zwischen September und Oktober, zu einem weiteren Fellwechsel kommt es im späten Frühjahr, in der Regel ab Juni. Das Winterfell ist deutlich länger und dichter als das Sommerfell. Die Körpertemperatur schwankt je nach Jahreszeit und Aktivität zwischen 36 und 38 Grad Celsius. Das Gebiss besteht aus 22 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 2/1, 3/3. Die Weibchen verfügen zum Säugen ihres Nachwuchses über vier Zitzen, die sich im Brustbereich befinden. Während der Säugezeit gibt jede der vier Zitzen Milch ab.

Lebensweise

Die tagaktiven Hopi-Chipmunks leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Die aktive Zeit beginnt am Morgen etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang und endet eine Stunde vor dem Sonnenuntergang. Am Vormittag siheht man die Tiere nicht selten an exponierter Stelle beim Sonnenbaden. Sie sind jedoch nur wenig territorial, beanspruchen jedoch je nach Nahrungsangebot ein Streifrevier in einer Größe von 0,3 bis 1,3 Hektar. Die Reviere der Männchen sind etwas größer und decken sich mit Revieren mehrerer Weibchen. Während der kalten Jahreszeit halten Hopi-Chipmunks eine Winterruhe, die sich jedoch nicht über einen so langen Zeitraum erstreckt, wie andere Vertreter der Chipmunks (Tamias) in ähnlichen Verbreitungsgebieten. Während der relativ kurzen Winterruhe verliehen die Tiere rund 20 Prozent an Gewicht in Form von Fettreserven. Zumeist erstreckt sich die Winterruhe von November bis ins zeitige Frühjahr. Hopi-Chipmunks horten in ihrem Bau Nahrungsvorräte in Form von Sämereien. Während der Wachphasen ernähren sie sich von diesen Vorräten.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Hopi-Chipmunk erstreckt sich über das nördliche und zentrale Arizona, dem östlichen Utah sowie dem westlichen Colorado. Die Hauptpopulationen erstrecken sich über Monument Valley und Mesa Verde Nationalpark. Die Tiere sind überwiegend nur in Höhenlagen in Höhen von 1.300 bis 2.700 Meter über NN. anzutreffen. Felsige Habitate mit teilweise spärlicher Vegetation sowie Steppen und reine Wüsten gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Je nach Lebensraum weisen die Lebensräume einen sehr unterschiedlichen Bewuchs auf. So sind beispielsweise Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma), Kiefern (Pinus edulis), Eschen (Fraxinus), Meerträubel (Ephedra viridis), verschiedene Rosengewächse (Rosaceae) und Süßgräser (Poaceae), Opuntien (Opuntia), Melden (Atriplex), Berberitzen (Berberis), Trespen (Bromus) und ähnliche Pflanzen.

Prädatoren, Parasiten

Prädator: Kiefernatter (Pituophis melanoleucus)
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Prädator: Kiefernatter (Pituophis melanoleucus)

Zu den natürlichen Fleischfressern gehören neben einigen Säugetieren (Mammalia) und Schlangen (Serpentes) vor allem Greifvögel (Falconiformes). Zu den bekanntesten Fleischfressern gehören zweifelsohne Kiefernattern (Pituophis melanoleucus), Kojoten (Canis latrans), Langschwanzwiesel (Mustela frenata) und Präriebussarde (Buteo swainsoni). Zu den bekanntesten Parasiten gehören Dasselfliegen (Oestridae), sie sich im Fell der Hopi-Chipmunks einnisten.

Ernährung

Die Tiere ernähren sich überwiegend von Sämereien. Aber auch Früchte und Beeren stehen weit oben auf der Speisekarte. Zu Nahrung gehören beispielsweise die Samen von Sumachgewächsen (Anacardiaceae), Süßgräsern (Poaceae) wie Oryzopsis hymenoides (Indian ricegrass). Im Sommer stehen überwiegend Gräser und Kräuter auf dem Speiseplan. Im späten Herbst werden auch die Samen von Steppenläufern (Salsola tragus), Eichen (Quercus) und Pinyon-Kiefern (Pinus sp.) gefressen. Hopi-Chipmunks sind täglich auf Trinkwasser angewiesen, da ihre Hauptnahrung überwiegend aus trockenen Sämereien besteht. Ohne Wasser würden die Tiere spätestens nach zwei Tagen dehydrieren. Tierische Nahrung wird nur zu einem kleinen Teil gefressen. Dazu zählen hin und wieder ein paar Insekten (Insecta) und deren Larven.

Fortpflanzung

Der Hopi-Chipmunk erreicht die Geschlechtsreife mit knapp zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen von Februar bis in den April hinein. Die Paarungszeit beginnt somit kurz nach der Winterruhe. Während dieser Zeit kommt es nur zu einem Wurf. Die Weibchen bringen nach einer Tragezeit von 30 bis 33 Tagen zwei, selten drei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt noch nackt und blind. Das Fell beginnt ab dem dritten Lebenstag an zu wachsen, im Laufe der dritten Lebenswoche ist das Fell vollständig ausgebildet. Die Augen öffnen sich zwischen dem 29. und 33. Lebenstag. Zwei bis drei Tage vorher haben sich die Ohren geöffnet. Im Alter von zwei Monaten erfolgt bei den Jungtieren der erste Fellwechsel. Dieser Fellwechsel wird in der Regel im Juni oder Juli vollzogen. Dieses gilt auch für adulte Hopi-Chipmunks. Der nächste Fellwechsel findet im September oder dem frühen Oktober statt. Die gesamte Säugezeit erstreckt sich über etwa sechs bis sieben Wochen. Danach nehmen die Jungtiere ausschließlich feste Nahrung zu sich. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei drei bis fünf Jahren. Die Mortalität ist jedoch im ersten Lebensjahr aufgrund der zahlreichen Fleischfressern sehr hoch.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

In ihrem Lebensraum bilden Hopi-Chipmunks die Nahrungsgrundlage für eine Reihe von Fleischfressern. Dies macht sie zu einem wichtigen Bindeglied in der ökologischen Nahrungskette. Auf der anderen Seite ist ihre eifrige Sammeltätigkeit von Sämereien für die Flora sehr wichtig. Sie verbreiten im großen Umfang die Samen von Bäumen und Sträuchern und tragen so zum ausgewogenen Wachstum im Ökosystem bei. Hopi-Chipmunks gelten heute als noch nicht gefährdet. In den meisten Verbreitungsgebieten sind die Tiere noch häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt (LC, Least Concern).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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