Hygrolycosa rubrofasciata

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Hygrolycosa rubrofasciata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Hygrolycosa
Art: Hygrolycosa rubrofasciata
Wissenschaftlicher Name
Hygrolycosa rubrofasciata
(Ohlert, 1865)

Die Spinnenart Hygrolycosa rubrofasciata zählt innerhalb der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae) zur Gattung Hygrolycosa. Von dieser Gattung ist bei uns nur die Art Hygrolycosa rubrofasciata bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Hygrolycosa rubrofasciata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 5,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlicher, als dies bei der Gattung Pardosa der Fall ist. Das Weibchen ähnelt in der Zeichnung sehr der Art Pardosa nigriceps und erscheint in der Grundfärbung jedoch dunkler. Im Unterschied zur Spinne Pardosa nigriceps glänzen bei Hygrolycosa rubrofasciata Rückenschild und Beine metallisch. Der Rückenschild weist eine blaßbraune Färbung auf und ist mit zwei breiten dunkelbraunen Längsbändern versehen, die von den Augen aus nach hinten ziehen und den Vorderkörper optisch verschmälern. An den Seiten sind zwei dünne, gewellte, dunkelbraune Bänder zu erkennen. Der Hinterleib ist breiter als der Vorderkörper und weist eine rötlichbraune Färbung auf. Des Weiteren ist der Hinterleib mit einem helleren Mittelstreifen versehen, der von weißen Punkten flankiert wird. Die Seiten sind ebenfalls weiß gepunktet. Die Beine sind bis zu den Knien blaßgelb und mit großen dunkelbraunen Flecken besetzt. Die restlichen Beinglieder werden zu den Füßen hin immer heller. Bei dem Männchen ist der Vorderkörper schwarz gefärbt und stark glänzend sowie mit drei schmalen, zum Teil kaum sichtbaren, hellen Längsbinden versehen. Der Hinterleib weist eine dunkelbraune Färbung auf und ist mit einem hellen Spießfleck sowie mit vier, zum Teil zusammenfließenden Längsreihen gelblicher Punkte besetzt. Die Beine sind bis zur Schienenbasis dunkelbraun bis schwarz und im übrigen Teil einheitlich hellbraun gefärbt. Die Kiefertaster sind ebenfalls tief dunkelbraun getönt.

Lebensweise

Die reifen Tiere sind vom Herbst über den Winter bis in den Juni zu finden. Hygrolycosa rubrofasciata führt eine recht versteckte Lebensweise im feuchten Moos und am Ufer von kleinen Pfützen. Man findet sie gelegentlich im Winter am Waldboden unter Holzstücken. Bereits im April ist die interessante Balz zu beobachten. Die Männchen erzeugen im April-Mai dabei gut hörbare, schnurrende Trommelgeräusche, indem sie mit dem Hinterleib auf eine Resonanzfläche, meist ein trockenes Blatt, schlagen.

Verbreitung

Hygrolycosa rubrofasciata
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Hygrolycosa rubrofasciata

Hygrolycosa rubrofasciata bewohnt vor allem feuchte Stellen in lichten Wäldern und auf Feuchtwiesen und hält sich vorwiegend auf Moos und Bodenstreu auf. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet. Im Norden ist die Spinne allerdings deutlich häufiger als im Süden anzutreffen. Nach der Roten Liste in Deutschland ist Hygrolycosa rubrofasciata gefährdet.

Ernährung

Die Spinne ist eine Lauerjägerin, die an exponierter Stelle auf ein Beutetier wartet. Kommt ein Insekt (Insecta) in erreichbarer Nähe vorbei, so schießt die Spinne schnell hervor und überwältigt das Insekt (Insecta). Das Beutetier wird an Ort und Stelle verspeist. Für die Jagd nutzt Hygrolycosa rubrofasciata kein Fangnetz.

Fortpflanzung

Hygrolycosa rubrofasciata findet man vom Herbst über den Winter bis in den Juni hinein. Das Männchen erzeugt im April-Mai deutlich hörbare Trommelgeräusche, indem das Männchen mit dem Hinterleib auf eine Resonanzfläche, zum Beispiel ein trockenes Blatt, schlägt. Das paarungsbereite Weibchen verhält sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen und führt seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert so das Sperma. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Die Eier werden in einen blaßbraun gefärbten Kokon abgelegt und an die Spinnwarzen geheftet. Das Weibchen trägt diesen Kokon immer mit sich. Meist schlüpfen die Jungspinnen schon im Juni. Das Weibchen ist ihrem Nachwuchs behilflich und öffnet den Kokon. Die Jungspinnen, das können durchaus einige hundert sein, begeben sich sofort auf den Rücken ihrer Mutter. In der ersten Zeit ernähren sie sich vom Eidotter. Selbständig sind sie meist nach der ersten Häutung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • Platnick, Norman I. (2008): The world spider catalog, version 8.5. American Museum of Natural History.
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