Kappensäger

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Kappensäger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Meerenten (Mergini)
Gattung: Kappensäger (Lophodytes)
Art: Kappensäger
Wissenschaftlicher Name
Lophodytes cucullatus
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kappensäger (Lophodytes cucullatus), auch unter den Synonymen Mergus cucullatus und Mergus cucullatus cucullatus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Kappensäger (Lophodytes). In dieser Gattung ist der Kappensäger die einzige Art. Im Englischen wird der Kappensäger hooded merganser genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kappensäger erreicht eine Körperlänge von 40 bis 49 cm sowie ein Gewicht von 550 bis 650 Gramm. Bei der Gefiederfärbung zeigt sich bei den Geschlechtern ein deutlicher Geschlechtsdismorphismus. Das Brutkleid des Männchens ist überwiegend weiß und schwarz gefärbt. Eine recht hohe Federholle, die für diese Art namensgebend war, ist weiß gefärbt und schwarz eingefasst. Das Brustgefieder weist eine schwarzweiße Färbung auf. Die Flanken sind braun. Im Schlichtkleid ähnelt das Männchen dem Weibchen. Das Weibchen ist überwiegend graubraun gefärbt. Die Federholle ist deutlich kleiner als beim Männchen. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern grau bis dunkelgrau mit leicht gelblichen Einschlag. Die Iris des Männchens ist gelb (siehe Foto rechts), die Iris des Weibchens weist eine rotbraune Färbung auf. Die Mauser beim Männchen beginnt meist schon in Juni. Das Prachtkleid ab Oktober.

Verbreitung

Die Brutgebiete der Kappensäger erstrecken sich über boreale Waldgebiete im Norden Nordamerikas. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Sumpfgebiete, Überflutungsräume, Auen und ähnliche Habitate. Auch an langsam fliessenden Gewässern sind sie regelmäßig anzutreffen. Die Besiedlungsdichte ist überall sehr gering, da geeignete Bruthöhlen rar sind. In den Brutgebieten verweilen die Enten von April bis September. Die Überwinterungsgebiete liegen an Mündungsgebieten von Flüssen am Atlantischen und Pazifischen Ozean im Süden Nordamerikas.

Ernährung

Kappensäger ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen, Wasserinsekten, Krebs- und Weichtieren. Eher selten nehmen sie auch pflanzliche Nahrung zu sich. Ihre Beute erreichen sie tauchend. Dabei können sie leicht Tiefen von zehn bis fünfzehn Meter erreichen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Kappensäger mit rund zwei Jahren. Sie leben monogam und verpaaren sich meist schon im Überwinterungsquartier. Im Brutgebiet treffen sie ab April beginnend ein. Als Höhlenbrüter legen Kappensäger ihr Nest in hohlen Bäumen an. Die Höhe kann dabei durchaus bei acht bis zehn Meter liegen. Die Baumhöhle sucht für gewöhnlich das Weibchen aus.

Das Weibchen legt zwischen sieben und zwölf rundliche weiße Eier, die sie alleine über einen Zeitraum von gut 30 Tagen ausbrütet. Das Männchen verläßt das Weibchen kurz nach dem Schlupf der Küken. Die Aufzucht der Jungtiere obliegt ausschließlich dem Muttertier. Kurz nach dem Schlupf springen die Küken aus der Baumhöhle und folgen der Mutter ans Wasser. Das Dunenkleid ist überwiegend dunkelbraun, das Jugendkleid ähnelt dem der Mutter. Die Flugfähigkeit erreichen Kappensäger nach 65 bis 70 Tagen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Kappensäger heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Kappensäger selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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