Kiefernatter

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Kiefernatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Bullennattern (Pituophis)
Art: Kiefernatter
Wissenschaftlicher Name
Pituophis melanoleucus
Daudin, 1803

Die Kiefernatter (Pituophis melanoleucus) gehört innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Bullennattern (Pituophis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Kiefernatter erreicht je nach Unterart eine Gesamtlänge von 180 bis 240 Zentimeter. Längen von 240 Zentimeter oder darüber sind allerdings selten. Die Grundfärbung ist sehr variabel und reicht von weißlich über gelblich und bräunlich bis hin zur rötlichen Färbung. Der Rücken ist mit schwarzen oder braunen bis rotbraunen Sattelflecken bedeckt. Diese Sattelflecken ziehen sich bis zum Schwanzende hin. Die Flanken sind insgesamt vom Farbton her dunkler als die dorsale Grundfärbung. Die Bauchseite ist überwiegend weißlich bis cremefarben gefärbt. Hier zeigen sich unterschiedlich dunkle, fast schwarze Flecken. Die Beschuppung ist insgesamt gut sichtbar gekielt. Der Kopf ist recht klein und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die großen Augen verfügen über große runde Pupillen und liegen weit vorne am Kopf. Die einzelnen Unterarten können stark in der Färbung variieren. Während der kalten Jahreszeit hält die Kiefernatter eine mehrmonatige Winterruhe. Sie erstreckt sich in der Regel von September bis April. Die in Florida lebende Florida Kiefernatter (Pituophis melanoleucus mugitus) weist eine kürzere Winterruhe auf.

Kiefernattern sind hauptsächlich tagaktiv. Sie sind jedoch bis weit in die Dämmerung hinein aktiv. Die Ruhephasen werden in der Regel in Nagetierbauten eingelegt. Hier verbringt sie auch ihre Nachtruhe. Kiefernattern sind terrestrische Schlangen, sie können dennoch gut klettern. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Raubvögel.

Unterarten

Verbreitung

Die Kiefernatter ist hauptsächlich in den östlichen, südöstlichen und südlichen Bundesstaaten der USA beheimatet. In einigen Verbreitungsgebieten können sich die Unterarten überschneiden. Der natürlichen Lebensraum erstreckt sich über lichte Wälder, dessen Ränder und angrenzendes Grasland mit sandigem Untergrund. Sie lebt hauptsächlich in der Ebene, In Höhenlagen ist sie bis in Höhen von gut 500 Meter, selten auch bis 700 Metern anzutreffen.

Ernährung

Zur Hauptnahrung der Kiefernatter gehören Nagetiere wie Mäuse und Taschenratten der Familie Geomyidae. Beutetiere werden durch Umschlingen erdrosselt und dann mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen. Auf Nahrungssuche geht die Kiefernatter am Tage oder den frühen Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Kiefernattern nach 18 bis 24 Monaten. Die Paarung wird nach der Winterruhe im Frühjahr vollzogen, dies ist meist ab April der Fall. Die Tragzeit beträgt rund 55 bis 60 Tage wobei nach dem Ende dieser Zeit meist um die acht bis zwanzig Eier gelegt werden. Die Größe des Gelege richtet sich nach dem Alter des Weibchens und dem Ernährungszustand. Die Eiablage erfolgt in einer Mulde im mäßig feuchten bis trockenen Boden. Ein Ei weist eine Länge von 60 bis 70 Millimeter sowie eine Breite von 35 bis 45 Millimeter auf. Nach der Ablage wird die Mulde vom Weibchen sorgsam geschlossen. Je nach Bruttemperatur schlüpfen die Jungschlangen nach 60 bis 90 Tagen, die eine Schlupflänge von 30 bis 40 Zentimeter aufweisen. Der Schlupf einer Schlange kann sich über ein bis drei Tage hinziehen. Das aufgebrochene Ei dient ihnen in dieser Zeit als Schutz und als Feuchtigkeitsspender. Der Dottersack dient den Jungschlangen in den ersten Tagen als Nahrung. Mit Verlassen der Eischale ist der Nabel bereits komplett verschlossen. Kiefernattern können in Gefangenschaft ein Alter von zehn bis vierzehn Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt meist etwas darunter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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