Kleiner Veilchenohrkolibri

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Kleiner Veilchenohrkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schuppenkolibris (Colibri)
Art: Kleiner Veilchenohrkolibri
Wissenschaftlicher Name
Colibri thalassinus
(Swainson, 1827)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kleine Veilchenohrkolibri (Colibri thalassinus), auch unter dem Synonym Trochilus thalassinus und unter der Bezeichnung Zwergveilchenohr bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Schuppenkolibris (Colibri). Im Englischen wird der Kleine Veilchenohrkolibri green violet-ear oder green violetear genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kleine Veilchenohrkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 11,0 bis 11,5 Zentimeter. Das Obergefieder des Männchens weist eine grasgrüne Färbung auf. Der Rumpf sowie die oberen Schwanzdecken erscheinen bronzefarben. Der Schwanz ist etwas quadratisch geformt. Des Weiteren zeigt sich ein eingekerbtes breites dunkelblaues Subterminal-Band im Bereich des Schwanzes. Die nördliche Nominatform Colibri thalassinus thalassinus hat einen großen zentralen violetten Brustfleck im Bereich der oberen Brust und ein violett-blaues Band entlang des Kinns, die oft eine Verbindung mit den violett-blauen Ohrdecken bilden. Das Weibchen ähnelt dem Männchen in der Gefiederfärbung, jedoch ist das Weibchen kleiner und etwas dumpfer gefäbt und weist ein schmäleres violettes Band am Kinn auf. Die übrigen Unterarten (von Costa Rica bis südwärts) weisen keine violetten Flecken auf der Brust und am Kinn auf, haben aber ebenfalls die violett-blau gefärbten Ohrdecken. Das Gefieder der Jungvögel ist im Gegensatz zu den Erwachsenen eher matter. Im Allgemeinen ist das Gefieder der Jugendlichen insgesamt olivgrün und die Unterseite ist mehr stumpf grau laviert. Die violette Färbung im Bereich der Brust ist entweder undeutlich, unvollständig oder nicht vorhanden. In der Mauser zeigen sich bei den Jugendlichen helle metallische Flecken, diese sind besonders an der Kehle oder im Bereich der Brust zu erkennen.

Lebensweise

Kleiner Veilchenohrkolibri
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Kleiner Veilchenohrkolibri

Die tagaktiven Kleinen Veilchenohrkolibris leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit und trennen sich unmittelbar nach der Kopulation wieder. Kleine Veilchenohrkolibris gelten als durchaus territorial und verteidigen ihr Nahrungs- und Bruthabitat vehement gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Weibchen sind gegenüber Artgenossen jedoch deutlich toleranter. Bei den zum Teil heftigen Kämpfen kommen Schnabelhiebe und Tritte mit den Füßen zum Einsatz. Während der Nacht ruhen Kleine Veilchenohrkolibris an geschützten Stellen in dichter Vegetation. Ihr Metabolismus fährt dabei starreähnlich deutlich zurück, um Energie zu sparen. Die Starre ähnelt im Wesentlichen einem Winterschlaf, dauert jedoch nur eine Nacht an. Kleine Veilchenohrkolibris sind ausgezeichnete Flieger, sie fliegen jedoch deutlich langsamer als die meisten anderen Kolibriarten. Sie können sogar seitlich und rückwärts fliegen. Auch ein Schwebzustand ist für die Vögel kein Problem. Ihr Flugstil ist jedoch ausgesprochen kräftezehrend. Daher sind sie permanent damit beschäftigt, Nahrung aufzunehmen. Beim Fliegen ist immer ein charakteristischer Summton zu hören, der durch die hohe Schlagfrequenz der Flügel produziert wird. Der Kleine Veilchenohrkolibri bevorgut die halboffenen Hochland-Regionen, die mit Bäumen und Büschen bewachsen sind. Im Allgemeinen bevorzugt der Kleine Veilchenohrkolibri in Südamerika die feuchteren Lebensräume (zum Beispiel die Ränder der Nebelwälder) als der ähnlich aussehende Veilchenohrkolibri (Colibri coruscans), jedoch werden beide manchmal zusammen gesehen.

Unterarten

Kleiner Veilchenohrkolibri
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Kleiner Veilchenohrkolibri
  • Colibri thalassinus thalassinus - (Swainson, 1827) - Nordamerika (USA + Kanada) (selten/gelegentlich). Mittelamerika. Mexiko. Baja California (selten/gelegentlich). Baja California Sur (selten/gelegentlich). Jalisco. Guanajuato. Querétaro. Hidalgo. Michoacán. México. Tlaxcala. Puebla. Distrito Federal. Morelos. Guerrero. Veracruz. Oaxaca. Chiapas. Halbinsel Yucatán (selten/gelegentlich). Yucatán (Bundesstaat) (selten/gelegentlich). Guatemala. El Salvador. Honduras. Nicaragua.
  • Colibri thalassinus cabanidis - (Heine, 1863) - Nordamerika. Amer. Ornithol. Union. Mittelamerika. Costa Rica. Panama.
  • Colibri thalassinus kerdeli - Aveledo & Perez, 1991 - Südamerika. Venezuela (endemisch).
  • Colibri thalassinus cyanotus - (Bourcier, 1843) - Nordamerika. Amer. Ornithol. Union. Mittelamerika. Costa Rica. Panama. Südamerika. Kolumbien. Venezuela. Ecuador. Ecuador (Festland). Peru. Bolivien. Argentinien (gelegentlich).
  • Colibri thalassinus crissalis - Todd, 1942 - Südamerika. Peru. Bolivien. Argentinien (gelegentlich).
  • Colibri thalassinus minor - Berlioz, 1938 - Diese Unterart ist nicht mehr gültig.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Kleine Veilchenohrkolibri in folgenden Ländern vor: Bolivien, Kanada, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru, USA sowie in Venezuela. Gelegentlich trifft man den Kleinen Veilchenohrkolibri auch in Argentinien an. Der Kleine Veilchenohrkolibri hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, subtropische und tropische feuchte Heideflächen, subtropische und tropische Heideflächen in höher gelegenen Regionen, Weiden, Plantagen, ländliche Gärten sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Kleiner Veilchenohrkolibri versus Veilchenohrkolibri (Colibri coruscans)
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Kleiner Veilchenohrkolibri versus Veilchenohrkolibri (Colibri coruscans)

Bei der Nahrungsaufnahme fliegt der Kleine Veilchenohrkolibri zwischen den Blumen seitwärts und rückwärts, dabei beugt er seinen Körper in etwa 45 Grad. Er ernährt sich vom Nektar und von kleinen Insekten (Insecta), die sich an oder in der Blüte aufhalten. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und einem Nahrungsbrei gefüttert. Insekten werden entweder im Flug erbeutet oder von Pflanzen aufgelesen.

Fortpflanzung

Die Paarung und Brut variieren je nach Region. Während der Balz präsentieren vor allem die Männchen ihr prächtiges Gefieder und vollführen kunstvolle Flüge, meist in niedriger Höhe. Nicht selten dicht über den Köpfen der Weibchen. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Begattung trennen sich die Geschlechter wieder. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Um den Nestbau und die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Das kleine tassenförmige Nest wird vom Weibchen allein errichtet und entsteht an geschützter Stelle in einer Astgabel im dichten Gestrüpp von Sträuchern und niedrigen Bäumen, die etwa 1 bis 3 Meter hoch sind. Sie benötigt für den Bau meist einige Tage. Als Nistmaterial dient Rinde, Blätter, Wurzelfasern, Moose und Flechten. Als Bindematerial werden Spinnenweben verbaut, die das Nest außen zusammenhalten und so eine gewisse Stabilität verleihen. Ausgepolstert wird das Nest meist mit Federchen und Tierhaaren. Das Weibchen legt in das bezugsfertige Nest meist zwei weißliche Eier, die sie über einen Zeitraum von rund 16 bis 18 Tagen wärmt werden. Die Eigröße beträgt 13,0 x 9,0 Millimeter. Die Küken sind beim Schlupf unbefiedert und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits in der vierten Lebenswoche die Flugfähigkeit. Nur wenig später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Kleine Veilchenohrkolibri heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Kleine Veilchenohrkolibri selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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