Kongo-Fingerotter

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Kongo-Fingerotter
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marderartige (Mustelidae)
Gattung: Aonyx
Art: Kongo-Fingerotter
Wissenschaftlicher Name
Aonyx congicus
Lönnberg, 1910

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kongo-Fingerotter (Aonyx congicus) gehört innerhalb der Familie der Marderartigen (Mustelidae) zur Gattung Aonyx. Im Englischen wird die Art Congo Clawless Otter, Cameroon Clawless Otter, Small-clawed Otter, Small-toothed Clawless Otter oder Zaire Clawless Otter genannt.

Inhaltsverzeichnis

Artstatus

Der Artstatus ist umstritten. Einige Forscher, insbesondere Wilson & Reeder (2005) sehen den Kongo-Fingerotter als Unterart des Kapotters (Aonyx capensis). Nach Larivière (2001) kommen beide Arten nur in Rwanda und Uganda sympatrisch vor. Der Kongo-Fingerotter kann vom Kapotter durch den schlankeren Hals und Kopf sowie aufgrund einer abweichenden Zahnmorphologie, insbesondere der Molaren unterschieden werden. Die Zähne des Kongo-Fingerotter sind kleiner und schärfer als die des Kapotters.

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von Vertretern der Otter (Lutrinae) stammen aus dem Pliozän und weisen demnach ein Alter von 3 bis 5 Millionen Jahren auf. Die Gattung Aonyx trat erst im späten Pleistozän in Erscheinung. Die meisten Funde stammen aus dem südlichen Afrika. Vom Kongo-Fingerotter sind keine fossilen Funde bekannt.

Beschreibung

Der Kongo-Fingerotter erreicht eine Körperlänge von 79 bis 97 (85) cm, eine Schwanzlänge von 41 bis 56 (50) cm sowie ein Gewicht von 14 bis 34 kg. Das Fell der Otter ist dunkelbraun und weist im vorderen Bereich des Körpers einen leicht silbrigen Glanz auf. Die Vibrissen, die Seiten des Gesichtes, die Seiten der Ohren und der Nase sowie der obere Teil der Brust sind gräulich bis weißlich gefärbt. Die hinteren Pfoten verfügen über kleine Krallen und rudimantäre Schwimmhäute. Markantes Merkmal sind die krallenlosen Vorderpfoten. Die Vorderpfoten verfügen lediglich über kurze Nägel. Im Bereich der Schnauze zeigen sich ausgesprochen lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung dienen. Das kräftige Gebiss besteht aus 36 Zähnen. Die zahnmedizinische Formel lautet: 3/3, 1/1, 4/3, 1/2. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über zwei Paar Zitzen.

Kongo-Fingerotter sind überwiegend nur in der Nacht aktiv und leben einzelgängerisch. Die Tiere sind aufgrund ihrer aquatischen Lebensweise ausgezeichnete Schwimmer. In den Ruhephasen, vor allem am Tage ruhen Kongo-Fingerotter in natürlichen Höhlen entlang eines Gewässers.

Verbreitung

Der Kongo-Fingerotter ist in Zentralafrika vor allem im Kongobecken verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Angola, Kamerun, über die Zentralafrikanische Republik, über den Kongo, die Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Gabun, Ruanda und Uganda. Die Art besiedelt hauptsächlich den tropischen Regenwald und andere, ähnlich feuchte Lebensräume. Die Tiere sind auch entlang von Flüssen und Bächen sowie in Sumpfgebieten anzutreffen.

Biozönose

Sympatrie

Die Art kommt sympatrisch mit der Sumpfmanguste (Atilax paludinosus) und dem Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis) vor. Aufgrund der Segregation (lat. segregare = trennen, entfernen) in der Ernährung leben die Arten in friedlicher Koexistenz.

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Kongo-Fingerotter zählen vor allem Krokodile (Crocodilia) und Eigentliche Pythons (Python) sowie Leoparden (Panthera pardus) und größere Greifvögel (Falconiformes).

Ernährung

Als Fleischfresser ernährt sich der Kongo-Fingerotter opportunistisch ausschließlich von fleischlicher Kost. Weit oben auf der Speisekarte stehen Krebstiere (Crustacea), Lurche (Amphibia), kleine Reptilien wie Eidechsen (Lacertidae), aber auch Vögel (Aves) und größere Insekten (Insecta).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Kongo-Fingerotter zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Zu den größten Bedrohungen zählen heute die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die Trockenlegung von Feuchtgebieten. Für gewöhnlich ist der Kongo-Fingerotter nicht in der Nähe des Menschen anzutreffen. Dort, wo es jedoch zum Aufeinandertreffen kommt, sterben viele in Fischräusen und Netzen. Die einheimische Bevölkerung sieht den Kongo-Fingerotter als Nahrungskonkurrenten und stellt den Tieren daher massiv nach. In einigen Regionen ist das Fell der Tiere ein begehrtes Gut.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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