Krokodilteju

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Krokodilteju

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Überfamilie: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Schienenechsen (Teiidae)
Gattung: Krokodiltejus (Dracaena)
Art: Krokodilteju
Wissenschaftlicher Name
Dracaena guianensis
Daudin, 1802

Der Krokodilteju (Dracaena guianensis) zählt innerhalb der Familie der Schienenechsen (Teiidae) zur Gattung der Krokodiltejus (Dracaena). Im Englischen wird dieser Teju Caiman Lizard genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Krokodilteju erreicht eine Gesamtlänge von 90 bis 120 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.500 bis 3.000 Gramm. Der Körper weist farblich eine Zweiteilung auf. Während der Kopfbereich rotbraun bis orangebraun gefärbt ist, zeigt sich auf dem restlichen Körper eine grünliche Färbung. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht. Dies ist ein Indiz für seine aquatische Lebensweise und guten Schwimmeigenschaften. Der große Kopf setzt sich gut sichtbar vom Hals ab. Die Augen liegen weit oben etwa in der Mitte des Schädels und verfügen über bewegliche Lider. Weit hinten am Kopf liegen seitlich die Ohren. Im Nackenbereich und auf der gesamten dorsalen Seite befinden sich verknöcherte Schuppen, die dem Krokodilteju als Panzerung dienen. Diese Panzerung war für die Art namensgebend. Die Kiefer sind ausgesprochen kräftig. Mit Leichtigkeit kann er hartschalige Beutetiere wie Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia) knacken. Die Zähne weisen eine leicht gerundete Form auf. Die Extremitäten sind kräftig ausgeprägt und enden in lange Zehen, die kleine Krallen aufweisen. Mit dieser Ausstattung gilt der Krokodilteju als ausgezeichneter Kletterer.

Lebensweise

Krokodiltejus sind sowohl in der Nacht als auch am Tage aktiv. An Land sind sie jedoch überwiegend nur in der Nacht zu beobachten. Den Tag über verbringen sie im Wasser. Hier sind sie vor den meisten Fleischfressern in Sicherheit. Der Körper der Krokodiltejus ist optimal an das Leben im Wasser angepasst. Markantes Merkmal ist hierbei der lateral abgeflachte Schwanz, der beim Schwimmen dem Vortrieb dient. Beim Klettern in Bäumen oder Sträuchern dient der lange Schwanz der Stabilisierung. Die Anpassung an das Leben im Wasser war notwendig, da die Tiere ausschließlich in wasserreichen Sumpfgebieten anzutreffen sind. Nicht selten sitzen sie auf Ästen, die über das Wasser reichen. Bei Gefahr lassen sie sich einfach ins Wasser fallen. Die Sinne, insbesondere der Geruchssinn, sind hoch entwickelt. Beutetiere werden über Geruchspartikel, die über die gegabelte Zunge aufgenommen werden, lokalisiert.

Verbreitung

Der Krokodilteju kommt in Südamerika ausschließlich im großen Amazonasbecken vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei über das östliche Peru, das nördliche Bolivien und über weite Teile des zentralen und westlichen Brasiliens. Krokodiltejus bewohnen im feuchtwarmen tropischen Regenwald vor allem wasserreiche Sumpfgebiete. Aber auch vegetationsreiche Altarme von Flüssen werden durchaus häufig besiedelt.

Prädatoren, Parasiten

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Als Erwachsene haben Krokodiltejus nur wenige natürliche Feinde. Allenfalls größere Kaimane (Caimaninae) sind in der Lage einen Krokodilteju zu erlegen. Juvenile Tiere fallen jedoch häufig Fleischfressern zum Opfer. Dazu gehören beispielsweise Greifvögel (Falconiformes), Schlangen (Serpentes) oder auch größere Echsen (Lacertilia). Hin und wieder erbeuten auch räuberisch lebende Säugetiere (Mammalia) wie Katzen (Felidae) den einen oder anderen Krokodilteju.

Ernährung

Krokodiltejus sind reine Fleischfresser. Sie ernähren sich insbesondere von Muscheln (Bivalvia), Schnecken (Gastropoda) und kleinen Krebstieren (Crustacea). Hin und wieder stehen auch Insekten (Insecta), kleinere Schlangen (Serpentes) und Echsen (Lacertilia) auf dem Speiseplan. Hartschalige Tiere werden zwischen den kräftigen Kiefern zerdrückt, gefressen werden dann nur die Weichteile der Schalen- oder Krustentiere.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Krokodiltejus ist nicht viel bekannt. Sie gehören zu den eierlegenden Reptilienarten. Für gewöhnlich legen die Weibchen ihre Eier einige Zeit nach der Kopulation in Termitenbauten ab. Die Termitenbauten werden mit den kräftigen Klauen aufgerissen. Die Eier weisen eine Länge von 70 bis 75 Millimeter auf. In den Feuchtwarmen Regionen dürfte sich die Inkubationszeit über 130 bis 150 Tage erstrecken. Eine Brutpflege wird nicht betrieben. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei acht bis neun Jahren.

Gefährdung und Schutz

Der Gefährdungsgrad der Krokodiltejus ist weitestgehend unbekannt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art nicht geführt. Aufgrund der starken Bejagung wegen der Haut und dem Wildfang für den Tierhandel ist jedoch davon auszugehen, dass es sich bei dem Krokodilteju mittlerweile um eine gefährdete Art handelt. Im Tierhandel erzielen Krokodiltejus Höchstpreise. In Deutschland werden die Tiere für mehr als 4.000 Euro angeboten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer, 1994 ISBN 3800172534

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