Kubasmaragdkolibri

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Kubasmaragdkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Smaragdkolibris (Chlorostilbon)
Art: Kubasmaragdkolibri
Wissenschaftlicher Name
Chlorostilbon ricordii
(Gervais, 1835)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kubasmaragdkolibri (Chlorostilbon ricordii), auch unter dem Synonym Ornismya ricordii bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Smaragdkolibris (Chlorostilbon). Im Englischen wird der Kubasmaragdkolibri cuban emerald genannt. Dieses Taxon wurde in mehrere Spezies gesplittet: Chlorostilbon ricordii, Chlorostilbon bracei und Chlorostilbon elegans. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der männliche Kubasmaragdkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 10,5 bis 11,5 Zentimeter und der weibliche Kubasmaragdkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 9,5 bis 10,5 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 3,4 und 5,0 Gramm. Mit drei Jahren ist das Gefieder des Männchens voll entwickelt. Das Obergefieder des Männchens ist dunkel metallisch grün mit irisierendem Blau oder Gold, ebenso ist die Brust gefärbt, jedoch weniger sichtbar schillernd. Der Oberbauch ist weniger hell und vom Unterbauch bis zu den unteren Schwanzfedern zeigt sich eine weiße Färbung, die allmählich in eine graue Tönung übergeht. Das Gefieder des Weibchens ist dunkler und weniger brillant als das Gefieder des Männchens. Von der Kehle bis hinunter zum Bauch zeigt sich eine graue Färbung und die Schwanzunterdecken sind viel klarer. Beide Geschlechter weisen schwärzlich gefärbte Flügel auf. Ferner ist der Schwanz bei beiden Geschlechtern lang, gabelförmig, breit und von scwarzen und lila Farbtönen. Der lange Schnabel ist leicht gebogen. Der Oberschnabel ist schwarz und der Unterschnabel pink gefärbt. Hinter dem Auge erkennt man bei dem Männchen und bei dem Weibchen einen weißen Fleck.

Lebensweise

Die tagaktiven Kubasmaragdkolibris leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit und trennen sich unmittelbar nach der Kopulation wieder. Kubasmaragdkolibris gelten als durchaus territorial und verteidigen ihr Nahrungs- und Bruthabitat vehement gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Weibchen sind gegenüber Artgenossen jedoch deutlich toleranter.
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Kubasmaragdkolibri
Bei den zum Teil heftigen Kämpfen kommen Schnabelhiebe und Tritte mit den Füßen zum Einsatz. Während der Nacht ruhen Kubasmaragdkolibris an geschützten Stellen in dichter Vegetation. Ihr Metabolismus fährt dabei starreähnlich deutlich zurück, um Energie zu sparen. Die Starre ähnelt im Wesentlichen einem Winterschlaf, dauert jedoch nur eine Nacht an. Kubasmaragdkolibris sind ausgezeichnete Flieger, sie fliegen jedoch deutlich langsamer als die meisten anderen Kolibriarten. Sie können sogar seitlich und rückwärts fliegen. Auch ein Schwebzustand ist für die Vögel kein Problem. Ihr Flugstil ist jedoch ausgesprochen kräftezehrend. Daher sind sie permanent damit beschäftigt, Nahrung aufzunehmen. Beim Fliegen ist immer ein charakteristischer Summton zu hören, der durch die hohe Schlagfrequenz der Flügel produziert wird.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Kubasmaragdkolibri nur auf den Bahamas, auf Kuba sowie auf den Turks- und Caicosinseln vor. Als Durchzügler ist er in den Vereinigten Staaten anzutreffen. Der Kubasmaragdkolibri bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropisches und tropisches trockenes Buschland, subtropisches und tropisches feuchtes Buschland, subtropisches und tropisches Grünland in höher gelegenen Regionen, Plantagen, ländliche Gärten, urbanisierte Flächen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Bei der Nahrungsaufnahme fliegt der Kubasmaragdkolibri zwischen den Blumen seitwärts und rückwärts, dabei beugt er seinen Körper in etwa 45 Grad. Er ernährt sich vom Nektar und von kleinen Insekten (Insecta), die sich an oder in der Blüte aufhalten. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und einem Nahrungsbrei gefüttert. Insekten werden entweder im Flug erbeutet oder von Pflanzen aufgelesen. Im Gegensatz zum Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris) benutzt der Kubasmaragdkolibri kaum seine Beine zum Gehen. Jedoch hockt der Kubasmaragdkolibri wie andere Kolibris auf einem Zweig, wenn er sich ausruht.

Fortpflanzung

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Kubasmaragdkolibri

Die Brutzeit kann ganzjährig sein, aber am häufigsten findet sie im Frühjahr statt. Während der Balz präsentieren vor allem die Männchen ihr prächtiges Gefieder und vollführen kunstvolle Flüge, meist in niedriger Höhe. Nicht selten dicht über den Köpfen der Weibchen. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Begattung trennen sich die Geschlechter wieder. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Um den Nestbau und die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Das napfartige Nest wird vom Weibchen alleine errichtet und entsteht an geschützter Stelle in einer Astgabel im dichten Gestrüpp von Sträuchern und niedrigen Bäumen. Sie benötigt für den Bau meist einige Tage. Als Nistmaterial dient Rinde, Blätter, Wurzelfasern, Moose und Flechten. Als Bindematerial werden Spinnenweben verbaut, die das Nest außen zusammenhalten und so eine gewisse Stabilität verleihen. Ausgepolstert wird das Nest meist mit Federchen und Tierhaaren. Das Weibchen legt in das bezugsfertige Nest meist zwei weißliche Eier, die sie über einen Zeitraum von rund 16 bis 18 Tagen wärmt werden. Die Eigröße beträgt 13,0 x 9,0 Millimeter. Die Küken sind beim Schlupf unbefiedert und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits in der vierten Lebenswoche die Flugfähigkeit. Nur wenig später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Kubasmaragdkolibri heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Der Kubasmaragdkolibri ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Kubasmaragdkolibri selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Kubasmaragdkolibri als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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