Kurznasen-Elefantenspitzmaus

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Kurznasen-Elefantenspitzmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Rüsselspringer (Macroscelidea)
Familie: Rüsselspringer (Macroscelididae)
Gattung: Elefantenspitzmäuse (Elephantulus)
Art: Kurznasen-Elefantenspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Elephantulus brachyrhynchus
(A. Smith, 1836)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Kurznasen-Elefantenspitzmaus (Elephantulus brachyrhynchus) zählt innerhalb der Familie der Rüsselspringer (Macroscelididae) zur Gattung der Elefantenspitzmäuse (Elephantulus). Im Englischen wird die Art Short-snouted Elephant Shrew oder Short-snouted Sengi genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Kurznasen-Elefantenspitzmaus erreicht eine Körperlänge von etwa 20 bis 21 cm, eine Schwanzlänge von 20 bis 21 cm sowie ein Gewicht von rund 45 g. Charakteristisch für alle Vertreter der Familie ist die lange, schmale und bewegliche Schnauze. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Gattung ist die Schnauze jedoch ein wenig kürzer und verjüngt sich leicht. Das Fell weist regional eine rötlichgelbe bis gelblichbraune, zuweilen auch gräuliche Färbung auf, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Die bewegliche Nase sowie die langen Schnurrhaare dienen der Orientierung und der Nahrungssuche. Um die Augen zeigt sich jeweils ein schwach ausgeprägter Augenring. Die Füße enden jeweils in fünf Zehen, die mit kleinen Krallen versehen sind. Die Beine sind insgesamt dünn, wobei die hinteren Beine länger sind als die vorderen (Novak, 1999)

Lebensweise

Kurznasen-Elefantenspitzmäuse sind tagaktiv. Die höchte Aktivität entfalten die Tiere in den Morgenstunden und am Vormittag. Die Art lebt einzelgängerisch oder in monogamen Familiengruppen. Kurznasen-Elefantenspitzmäuse sind schnelle und gewandte Läufer. Sie bewegen sich meist im Schutz einer Abdeckung und vermeiden offenes Gelände. Die Tiere graben gelegentlich eigene Bauten, siedeln für gewöhnlich jedoch in von anderen kleinen Tieren übernommene Bauten. Die Art gilt als territorial, das eigene Territorium wird daher vehement verteidigt. Zur Revierabgrenzung erzeugen Kurznasen-Elefantenspitzmäuse akustische Signale durch Trommeln mit den Hinterbeinen (Novak, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in Afrika weit verbreitet. Kurznasen-Elefantenspitzmäuse kommen in Angola, Botswana, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, Sudan, Tansania, Uganda, Zambia und Simbabwe vor. Die Tiere besiedeln hauptsächlich aride und semiaride Regionen wie die Savanne, Buschland und Grasland (IUCN, 2012).

Ernährung

Kurznasen-Elefantenspitzmäuse ernähren sich als opportunistische Allesfresser überwiegend von Insekten (Insecta), Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera). In kleineren Mengen werden auch Früchte, Pflanzen und Sämereien gefressen (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife ist nicht bekannt. Bei anderen Arten der Gattung liegt der Zeitpunkt der Geschlechtsreife bei 2 bis 4 Monaten. Die Geschlechter leben in einer monogamen Beziehung. Nach einer Tragezeit von 57 und 65 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Bau meist 2 (1,8) Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs weist ein Geburtsgewicht von rund 10 g auf. Die Jungen sind Nestflüchter, sie können bereits bei der Geburt sehen und verfügen über ein dichtes Fell. Pro Jahr kommt es regional zu 5 bis 6 Würfen. Die Reproduktion verringert sich leicht während der kühleren Jahreszeit. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 4 Jahren (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Art gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Kurznasen-Elefantenspitzmaus in der Kategorie LC, Leaqst Concern geführt. Über Gefährdungsgründe ist nichts bekannt (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Art auch unter den Synonymen E. albiventer (Osgood, 1910), E. brachyura (Bocage, 1882), E. brevirostris (Schinz, 1844), E. delamerei (Thomas, 1901), E. langi (Roberts, 1929), E. luluae (Matschie, 1926), E. mababiensis (Roberts, 1932), E. selindensis (Roberts, 1937), E. shortridgei (Roberts, 1929) und E. tzaneenensis (Roberts, 1929) bekannt. Die genannten Synonyme sind ungültig (Wilson & Reeder, 2005).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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