Liberia-Manguste

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Liberia-Manguste
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Liberiictis
Art: Liberia-Manguste
Wissenschaftlicher Name
Liberiictis kuhni
Hayman, 1958

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Liberia-Manguste (Liberiictis kuhni) zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung der Liberiictis. In dieser Gattung ist die Liberia-Manguste die einzige Art. Im Englischen wird die Art Liberian Mongoose genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Liberia-Manguste ist eine mittelgroße Manguste (Herpestidae) mit einem robusten Körperbau und einem buschigen Schwanz. Die Schwanzlänge beträgt weniger als 50% der Körperlänge. Ein Dimorphismus tritt zwischen den Geschlechtern im Wesentlichen nicht auf. Die Vorderpfoten sind kräftig entwickelt und weisen einen reduzierten Daumen auf. Die Finger II und V verfügen über kräftige Klauen. Die längste Klaue an den Vorderpfoten beträgt 18 mm, an den Hinterpfoten 15 mm. Die Ohren sind klein und rundlich geformt. Das Fell ist einheitlich dunkelbraun gefärbt, im Nackenbereich zeigen sich helle und dunkle Streifen, die von den Ohren bis zu den Schultern reichen. Die gröberen Schutzhaare erreichen eine Länge von gut 40 mm. Das dichte Unterfell ist schwarzbraun gefärbt. Die nackte Nasenspitze und die Nasenlöcher sind schwarz gefärbt. Die Sohlen der Füße sind schwarz gefärbt. Die Liberia-Manguste erreicht eine Körperlänge von 423 bis 478 mm, eine Schwanzlänge von 197 bis 205 mm, eine Hinterfußlänge von 83 mm, eine Ohrlänge von 29 bis 30 mm, eine Condylobasallänge von 86,5 bis 95,7 (92,7) mm, eine Schädellänge von 94,7 bis 100,4 (96,9) mm, eine Jochbeinbreite von 42,2 bis 47,0 (44,8) mm und ein Gewicht von etwa 2.300 g. Das Gehirn verfügt über ein Volumen von 17 ccm³. Das Gebiss verfügt über 40 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/4, m2/2. Die Art weist die typischen 49 Wirbel auf, die sich aus 7 Cervicalwirbel (Halswirbel), 13 Thoracalwirbel (Brustwirbel), 7 Lumbalwirbel (Lendenwirbel), 3 Sacralwirbel (Kreuzbeinwirbel), 19 Caudalwirbel (Schwanzwirbel) zusammensetzen (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Lebensweise

Die Liberia-Manguste ist tagaktiv und lebt rein terrestrisch. Über die sonstige Lebensweise ist nur wenig bekannt (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Verbreitung und Lebensraum

Die Liberia-Manguste ist in der Elfenbeinküste endemisch. Die Art wurde zwar auch im angrenzenden Staat Guinea gesichtet, jedoch liegen keine verlässlichen Berichte vor. Die Art lebt in bewaldeten Gebieten, entlang von Flüssen, im Sumpfland und in Feuchtgebieten (Goldman & Taylor, 1990).

Biozönose

Konkurrenten, Prädatoren und Parasiten

Zu den möglichen natürlichen Feinden oder Nahrungskonkurrenten der Liberia-Mangusten kann man die Sumpfmanguste (Atilax paludinosus), die Dunkelkusimanse (Crossarchus obscurus), die Schlankmanguste (Galerella sanguinea), der Honigdachs (Mellivora capensis), die Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata), der Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis), den Pardelroller (Nandinia binotata), die Panther-Ginsterkatze (Genetta maculata), die Johnston-Ginsterkatze (Genetta johnstoni) und die Pojana (Poiana richardsonii) rechnen. Als einzige nachgewiesene Ektoparasiten sind Tierläuse (Phthiraptera) wie Katzenhaarlinge (Felicola) beschrieben worden (Medellín, Ceballos & Zarza, 1998).

Ernährung

Liberia-Manguste ernähren sich primär von Wenigborstern (Oligochaeta) wie Regenwürmer (Lumbricidae) und Larven von Käfern (Coleoptera). Die Beutetiere werden aus dem lockeren Erdreich gegraben oder von der Erdoberfläche gesammelt. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung ist jedoch unbekannt. Die Nahrungssuche erfolgt am Tage (Goldman & Taylor, 1990).

Fortpflanzung

Juvenile Liberia-Mangusten wurden im Juli gesichtet. Ein säugendes Weibchen konnte Anfang August lokalisiert werden. Dies lässt den Schluss zu, dass sich die Paarungszeit über die Regenzeit erstreckt. Zu dieser Zeit ist Nahrung reichlich vorhanden. Weitere Informationen über das Paarungssystem und die Aufzucht der Jungen liegen nicht vor (Goldman & Taylor, 1990).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Liberia-Mangusten zählen heute zu den gefährdeten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie VU, Vulnerable, geführt. Zu den Hauptgefahren zählt die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Wälder werden vor allem zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen gerodet oder für den Bergbau erschlossen. Zudem werden die Tiere von der einheimischen Bevölkerung mit Hunden und Gewehren gejagt. Pestizide, die in der Landwirtschaft ausgebracht werden, gelangen über die Nahrung in das Erbgut der Liberia-Mangusten und können dieses nachhaltig schädigen (Goldman & Taylor, 1990); IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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