Rußalbatros

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Light-mantled albatross)
Rußalbatros

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Albatrosse (Diomedeidae)
Gattung: Phoebetria
Art: Rußalbatros
Wissenschaftlicher Name
Phoebetria palpebrata
(Forster, 1785)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Rußalbatros (Phoebetria palpebrata) gehört innerhalb der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) zur Gattung Phoebetria. Im Englischen wird der Rußalbatros light-mantled albatross, grey-mantled albatross oder light-mantled sooty albatross genannt. Dieses Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Phoebetria palpebrata und Phoebetria fusca.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rußalbatros erreicht eine Körperlänge von etwa 79,0 bis 89,0 Zentimeter und eine Spannweit von etwa 183,0 bis 218,0 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 2,5 bis 3,7 Kilogramm. Beide Geschlechter sind in etwa gleich groß. Das Gefieder des Rußalbatros ist weitgehend rußig-braun oder schwärzlich gefärbt. Der Kopf weist eine etwas dunklere Färbung mit einer helleren Oberseite vom Nacken bis zu den oberen Unterschwanzdecken, die etwas grau bis hellgrau getönt sind. Die Augen sind teilweise mit einem dünnen post-orbitalen halbmondförmigen, sehr kurzen grauen Federn umgeben. Der Schnabel weist eine schwarze Färbung mit einer blau getönten Furche auf. Entlang der Schnabelunterhälfte zeigt sich eine gräulich-gelbe Linie, die etwa 105 Millimeter lang ist.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Rußalbatros nur alle zwei Jahre. Er nistet einzeln oder in kleinen Kolonien. Die meisten Eier werden im Oktober bis November gelegt, die Küken schlüpfen von Dezember bis Januar und im Mai bis Juni sind die Jugendlichen flügge. Die Eiablage findet synchron innerhalb jeder Kolonie statt. Die jungen Vögel sind philopatrisch (brutortstreu) und kehren nach sieben bis zwölf Jahren wieder in ihre Geburtskolonien zurück. Die Brutvögel auf Macquarie Island suchen ihre Nahrung in den Schelfgewässern, sie nutzen zur Nahrungssuche aber auch die subantarktischen und antarktischen Gewässer südlich und westlich von Macquarie Island. Während der Kükenaufzucht ziehen die Brutvögel von Südgeorgeien bis zu Kontinentalschelf und entlang der südlichen Scotia Arc und in geringerem Maße zu den ozeanischen Gewässern in der Mitte der Scotia Sea.
Rußalbatros
vergrößern
Rußalbatros
Der Fang der Beutetiere erfolgt meist in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche. Der Rußalbatros nistet auf Klippen oder auf Felsvorsprüngen. Das Nest wird auf einem Sockel errichtet, bestehend aus Schlamm und Torf. Das Innere des Nestes wird mit Gras ausgekleidet. Der Rußalbatros ernährt sich von Kopffüßern, Krill und von Fischen. Aber auch Vögel und Aas zählen zu seinem Nahrungsspektrum. Die Vögel legen während der Brutzeit zur Nahrungsaufnahme weite Strecken bis südlich der antarktischen Polarfront zurück, im Durchschnitt 1.500 Kilometer von ihren Brutstätten entfernt. Vier Brutvögel von Südgeorgeien (Islas Georgias del Sur) flogen eine typische Route (38 Trips) im Uhrzeigersinn bis zu den Gewässern entlang der südlichen Scotia Arc, im Durchschnitt 3.800 Kilometer.

Unterarten

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN weist der Rußalbatros eine zirkumpolare Verteilung im Südlichen Ozean auf. Im Sommer zieht er über die kalten antarktischen Gewässer bis weit südlich bis zum Packeis und im Winter zieht er zu den gemäßigten und subtropischen Meeren. Die Brutplätze befinden sich auf South Georgia (Georgias del Sur), Auckland, Campbell and Antipodes Islands (Neuseeland), Amsterdam, St. Paul, Crozet und Kerguelen Islands (French Southern Territories), Heard Island (Heard und MacDonald Islands (Australien)), Macquarie Island (Australien) sowie Prince Edward und Marion Islands (Südafrika). Die jährliche Gesamtpopulation liegt schätzungsweise bei 19.000 bis 24.000 Paaren, das entspricht jährlich 58.000 geschlechtsreife Individuen.
Rußalbatros im Flug
vergrößern
Rußalbatros im Flug
Über die Populationsentwicklung ist wenig bekannt. Auf Possession Island (Crozet) gab es in 15 Jahren einen Rückgang von 13%. Nach einem Rückgang in den Jahren von 1997 bis 2002 scheint die kleine Population auf Marion Island jetzt stabil zu sein. Allgemein ist der Trend unsicher, da die Mehrheit der Kolonien noch nicht untersucht wurden. Man kann aber davon ausgehen, dass die Art weiter rückläufig sein wird aufgrund der Langleinenfischerei und der eingeführten Prädatoren an einigen Standorten.

Ernährung

Der Rußalbatros ist ein reiner Fleischfresser. Seine Nahrung besteht dabei zu 90 Prozent aus Fischen (Actinopterygii) und 10 Prozent aus Weichtieren (Mollusca) und aus Krebstieren (Crustacea) sowie aus Kopffüßern (Cephalopoda). Aber auch Vögel und Aas zählen zu seinem Nahrungsspektrum. Der Fang der Beutetiere erfolgt meist in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche. Aus geringer Höhe läßt sich der Rußalbatros pfeilartig ins Wasser fallen. Unter Wasser dienen die Flügel als Vortriebsorgan. Eine andere Methode ist das Abtauchen von der Wasseroberfläche. Die durchschnittliche Tauchtiefe liegt bei etwa drei Meter. Der Rußalbatros kann jedoch auch leicht eine Tauchtiefe von bis zu sieben Meter erreichen. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Tage.

Fortpflanzung

Der Rußalbatros erreicht die Geschlechtsreife erst sehr spät mit fünf bis sechs Jahren. Die Paarbindung erfolgt meist schon mit drei bis vier Jahren. Die Geschlechter leben in einer monogamen Einehe, die ein Leben lang hält. Außerhalb der Paarungszeit leben die Geschlechter allerdings getrennt voneinander auf dem Meer. Haben sich die Paare nach der langen Pause wieder vereinigt, so kommt es zur Balz. Die Balz fördert die dauerhafte Paarbindung und endet in der eigentlichen Kopulation. Der Rußalbatros brütet nur alle zwei Jahre. Er nistet einzeln oder in kleinen Kolonien. Die meisten Eier werden im Oktober bis November gelegt, die Küken schlüpfen von Dezember bis Januar und im Mai bis Juni sind die Jugendlichen flügge. Die Eiablage findet synchron innerhalb jeder Kolonie statt. Die jungen Vögel sind philopatrisch (brutortstreu) und kehren nach sieben bis zwölf Jahren wieder in ihre Geburtskolonien zurück. Der Rußalbatros nistet auf Klippen oder auf Felsvorsprüngen. Das Nest wird auf einem Sockel errichtet, dieser besteht aus Schlamm und Torf.
Rußalbatros im Flug
vergrößern
Rußalbatros im Flug
Das Innere des Nestes wird mit Gras ausgekleidet. Jahr für Jahr kehrt der Rußalbatros immer wieder zu seiner angestammten Brutkolonie zurück. Bis auf kleinere Streitigkeiten geht es in der Kolonie ausgesprochen friedlich zu. Wie alle Albatrosse legt auch der Rußalbatros nur ein einziges Ei. Um die Verteidigung des Geleges kümmern sich beide Elternteile. Das Wärmen des Eies nimmt zwischen 70 und 72 Tage in Anspruch und wird durch beide Geschlechter gewährleistet. Das Küken schlüpft mit bereits geöffneten Augen, ist ansonsten aber nur wenig weit entwickelt und vollständig von den Eltern abhängig. Die ersten Wochen bleibt immer ein Elternteil bei dem Küken und sorgt für Schutz, während der zweite Elternteil sich um die Nahrungsbeschaffung kümmert. Später gehen beide Elternteile gleichzeitig auf Nahrungssuche, da der Nahrungsbedarf ab dem zweiten und dritten Lebensmonat durch ein Elternteil nicht mehr zu decken ist. Die volle Flugfähigkeit wird im Alter von 110 bis 120 Tagen erreicht. Die sehr lange Nestlings- und Betreuungszeit erstreckt sich über gut vier, nicht selten sogar fünf Monate. Erst danach ist der Jungvogel selbständig und löst sich von den Eltern.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als gering gefährdet eingestuft. Über die Bedrohung und über den Bestand ist kaum was bekannt, jedoch ist ein mäßiger Rückgang dieser Art zu beobachten. Status und Trend der Population sind am bekanntesten auf Possession Island (Crozet-Inseln), wo es 996 Paare im Jahr 1995 gab. Auf den anderen Inseln der Crozet-Gruppe gibt es schätzungsweise über 1.400 Paare, auf South Georgia 5.000 bis 7.500 Paare, auf Kerguelen 3.000 bis 5.000 Paare, auf Auckland Islands etwa 5.000 Paare, auf Macquarie Island 2.000 Paare, auf Campbell Island mindestens 1.600 Paare, auf Antipodes Islands 170 Paare, auf Heard Island 200-500 Paare (Croxall und Gales 1998; Taylor 2000), auf Marion Island 179 Paare und auf Prince Edward Island 150 Paare (Crawford et al. 2003). Daher schätzt man die Gesamtpopulation auf 19.000 bis 24.000 Paare und Croxall und Gales (1998) schätzten etwa 21.600 Paare. Die Art wird ebenfalls in CMS Anhang II und in ACAP Anhang 1 geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)
  • Die Familie der Albatrosse (Diomedeidae)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge