Liomys adspersus

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Liomys adspersus
Foto/Zeichnung folgt

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Heteromyini
Gattung: Stacheltaschenmäuse (Liomys)
Art: Liomys adspersus
Wissenschaftlicher Name
Liomys adspersus
(Peters, 1874)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Liomys adspersus zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Stacheltaschenmäuse (Liomys). Im Englischen wird die Art Peter's Spiny Pocket Mouse genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von Liomys adspersus stammen aus dem mittleren Holozän. Die Knochenfunde stammen aus Herrera, einer Provinz in Panama (span. Panamá) und konnten auf ein Alter von gut 2.500 Jahren datiert werden (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Erkennung und Unterschiede

Liomys adspersus ist innerhalb der Gattung der Stacheltaschenmäuse (Liomys) die größte Art. Gleiches gilt auch für die kranialen Werte, insbesondere im Vergleich zur zweitgrößten Art Liomys salvini. Das Flügelbein (Os pterygoideum) ist relativ eng, die Strukturen der Prämolaren weisen eine deutliche Ähnlichkeit zu Liomys salvini auf. Überhaupt gleichen sich beide Arten im Habitus, wobei die Anzahl der Chromosomen bei beiden Arten 56 beträgt. Dies gilt auch den Penisknochen (Baculum). Im Vergleich zu Liomys salvini ist die Eichel von Liomys adspersus jedoch kürzer als das Baculum (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Liomys adspersus erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 232 bis 285 (260,2) mm, eine Schwanzlänge von 107 bis 148 (128,8) mm, eine Hinterfußlänge von 26 bis 34 (30,6) mm, eine Schädellänge von 32,2 bis 38,9 (35,5) mm, eine Jochbeinbreite von 15,1 bis 17,4 (16,5) mm sowie eine Hirnschädeltiere von 8,8 bis 10,2 (9,6) mm. Weibchen bleiben sowohl kleiner als auch leichter als Männchen. Sie erreichen eine Gesamtlänge von 222 bis 265 (247,2) mm, eine Schwanzlänge von 109 bis 138 (124,9) mm, eine Hinterfußlänge von 28 bis 32 (30,3) mm, eine Schädellänge von 32,9 bis 36,2 (34,8) mm, eine Jochbeinbreite von 15,8 bis 17,5 (16,5) mm sowie eine Hirnschädeltiere von 8,7 bis 9,9 (9,3) mm. Das Fell weist dorsal eine graubraune bis bräunliche oder schokoladenbraune Färbung auf. Dunkle bis orangene und dornig wirkende Haare zeigen sich im gesamten Fell. Ventral ist das Fell weißlich bis leicht gelblich gefärbt. Gleiches gilt für die Füße. Der gleichmäßig leicht behaarte Schwanz ist zweifarbig, oberhalb ist er dunkel, unterhalb ist er hell gefärbt. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3. Die Eichel von Liomys adspersus ist leicht zylindrisch und erreicht eine Länge von 5,8 bis 6,4 mm sowie einen Durchmesser von 3 bis 3,35 mm. Das Baculum weist eine große und rundlich geformte Basis auf, die Spitze des Baculum ist dorsoventral leicht abgeflacht. Der Samenleiter erreicht eine Länge von 3,0 bis 3,32 (3,17) mm (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004; Novak, 1999).

Lebensweise

Liomys adspersus ist hauptsächlich nachtaktiv. Am Tage halten sich die Tiere in ihren schützenden Bauten auf. Bei den Bauten handelt es sich durchaus um aufwändige Konstrukte, die über mehrere Ein- und Ausgänge verfügen. Die Eingänge zu den Erdbauten liegen meist an versteckter Stelle unter dornigen Büschen oder an ähnlichen Orten. Liomys adspersus ist territorial und beansprucht ein durchschnittliches Revier in einer Größe von etwa 0,56 Hektar. Die Reviere einzelner Tiere überlappen sich dabei zum Teil deutlich. Je nach Lebensraumqualität kann eine Siedlungsdichte von 5,4 bis 11 Individuen pro Hektar angenommen werden. Die Reviergrößten zwischen Männchen und Weibchen variieren kaum. Die Siedlungsdichte ist während der Regenzeit jedoch größer als während der Trockenzeit.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Liomys adspersus erstreckt sich entlang der Pazifikküste und das Zentralland von Panama. Die Art ist demnach endemisch. Die Populationen leben auf Seehöhe und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 600 Meter über NN. Liomys adspersus besiedelt hauptsächlich lichte Trockenwälder, Dornbuschsavannen und in der Nähe des Menschen auch landwirtschaftliche Flächen. Die Lebensräume sind insbesondere durch Bäume wie Weißgummibäume (Bursera simaruba), Kordien (Cordia), Palmengewächse (Arecaceae), Stachelpalmen (Aiphanes), Lindengewächse (Tilioideae) und verschiedene Sterkuliengewächse (Sterculioideae) geprägt (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Krankheiten und Parasiten

Über natürliche Feinde ist nur wenig bekannt. Ekto- und Endoparasiten sowie Krankheiten sind jedoch aufgrund von Laboruntersuchungen gut geschrieben. Zu den wichtigsten Bakterien gehört insbesondere der pathogene Krankheitserreger Leptospira interrogans. Der Erreger ist für die Infektionskrankheit Leptospirose verantwortlich. Weniger verhängnisvoll wirkt sich der Befall durch Milben aus. Nachweisen konnte man rund 18 Arten der Milben (Acari, Acarida) wie Androlaelaps fahrenholzi, Colicus liomys, Echinonyssus microchelae, Leptotrombidium panamense und zahlreiche andere Arten. Weitere Parasiten sind Zecken (Ixodida) aus der Familie der Schildzecken (Ixodidae), insbesondere der Gattung Amblyomma sowie Tierläuse (Phthiraptera) wie Fahrenholzia fairchildi und Flöhe (Siphonaptera) wie Ctenocephalides felis, Polygenis dunni, und Polygenis klagesi. Zu den bekanntesten Endoparasiten gehören Fadenwürmer (Nematoda) wie Angiostrongylus costaricensis.

Ernährung

Liomys adspersus ernährt sich als Allesfresser hauptsächlich von Sämereien und Insekten (Insecta). Die Art legt Nahrungsvorräte an, die Sämereien werden dabei im Wangenbeutel transportiert. Aufbewahrt wird die Nahrung für gewöhnlich im Erdbau oder seltener an gesonderten Plätzen. Die Orientierung bei der Nahrungssuche erfolgt über den Geruchssinn, der hoch entwickelt ist. Aufgrund der einzelgängerischen Lebensweise erfolgt die Nahrungssuche und -aufnahme einzelgängerisch (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten von Liomys adspersus ist nur wenig bekannt. Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Die Spitzen der Fortpflanzungsperioden liegen sowohl während der Trocken- als auch während der Regenzeit. Dies ist hauptsächlich von Dezember bis Mai der Fall. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen im Grunde nur zur Paarung aufeinander. Die Reviere der Geschlechter überlappen sich an den Rändern. In einer Saison kommt es durchschnittlich zu 1,4 Würfen. Die Wurfgröße schwankt bei einem Mittelwert von 3,2 Jungtieren zwischen 2 und 4 Junge. Der Nachwuchs wird nach etwa 4 Wochen von der Muttermilch abgesetzt. Die Lebenserwartung liegt kaum einem Jahr (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Liomys adspersus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Stacheltaschenmäusen (Liomys). In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume aus. Lokal leben einzelne Populationen in ausgewiesenen Schutzgebieten und unterliegen demnach einem gewissen Schutz (Gonzales, Armien & Salazar-Bravo, 2004).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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