Maskengrasmücke

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Maskengrasmücke
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Unterfamilie: Sylviinae
Tribus: Sylviini
Gattung: Grasmücken (Sylvia)
Art: Maskengrasmücke
Wissenschaftlicher Name
Sylvia rueppelli
Temminck, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Maskengrasmücke (Sylvia rueppelli) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartige (Sylviidae) zur Gattung der Grasmücken (Sylvia).

Die Art wurde nach dem deutschen Naturwissenschaftler und Afrikaforscher Wilhelm Peter Eduard Simon Rüppell benannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Maskengrasmücke ist etwas größer und schlanker als die Samtkopfgrasmücke (Sylvia melanocephala). Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 13 bis 14 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 18 bis 21 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 11 bis 16 Gramm. Des weiteren ist die Maskengrasmücke auch auffälliger in ihrer Färbung. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen weist ein schwarzes Gesicht auf. Der Rücken und der Nacken sind grau und die Bartstreifen sind weiß gefärbt. Die Kehle zeigt eine schwarze Färbung, während der Augenring eine rötliche Farbe aufweist. Das Weibchen dagegen zeigt ein graues Gesicht und eine helle Kehle mit dunkleren Flecken. Bei beiden Geschlechtern zeigt der lange Schwanz am Ende eine viereckige Form. Der Schwanz ist schwarz und mit weißen Streifen durchzogen. Die Flügel weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Es gibt allerdings saisonbedingte Veränderungen in der Farbe bei dem Männchen und dem Weibchen. Im Sommer ist die Kehle des Männchens weniger schwarz gefärbt und zeigt mehr einen gräulichen Farbton. Das Weibchen stellt ziemlich veränderliche Federn vor, vor allem im Frühling weisen die Federn viel schwarz auf. In frischen Herbstfedern wirkt das Schwarz oft fast völlig maskiert. Die Kehle ist ebenfalls veränderlich. Sie ist in frischen Federn gewöhnlich blaß, aber im Frühjahr und im Sommer kann die Kehle entweder schwarz oder fast blass gefärbt sein. Das Weibchen weist wie das Männchen einen sichtbaren klaren Bartstreif mit gut abgegrenzbaren Umrissen auf. Die Jungvögel sind heller und grauköpfig mit rotem Augenring. Wie bei den Altvögeln sind die Flügelfedern hell gesäumt und der Bartstreif ist andeutungsweise zu sehen. Die Altvögel und die Jungvögel haben rötlich gefärbte Beine. Der Gesang klingt scharf, hart und auch manchmal ratternd. Der Alarmruf ist ein kurzer trockener Schrei, der zweimal kurz hintereinander wiederholt wird.

Die Maskengrasmücke ist ein Jahresvogel und lebt meistens solitär oder paarweise. Das Weibchen zieht es vor, sich im dichten Gebüsch, besonders während der Nestbauperiode zu verstecken. Zu anderen Zeitpunkten des Jahres ist das Weibchen weniger scheu. Das Männchen ist einfacher zu entdecken, denn es singt ziemlich regelmäßig auf dem Gipfel eines großen Strauches oder bewacht von einem Gebüsch aus sein Territorium. Es unternimmt manchmal einen langsamen Flug, der geräuschlos im Zick-Zack bis zu 10 oder 15 Metern geflogen wird. Die Flügel sind auseinandergebreitet und produzieren während des Fluges ein leichtes Klopfen, während der Schwanz fächerförmig entfaltet ist. Im Dickicht bewegt sich die Maskengrasmücke mit flatternden Flügeln und mit einem aufgerichteten Schwanz ziemlich ungeschickt. Sonst ist die Maskengrasmücke weniger aktiv als die anderen Grasmücken (Sylvia).

Verbreitung

Die Maskengrasmücke brütet im Süden von Griechenland, auf den Inseln der Ägäis, auf Kreta, im Westen und im Süden der Türkei und in einigen anderen Regionen, die sich im Süden des Meeres von Marmara befinden. Des weiteren ist die Maskengrasmücke ebenfalls in Libanon und im Westen von Syrien anzutreffen. Im Winter migriert sie nach Afrika, hauptsächlich in den Tschad und in den Sudan, in Richtung des Westens bis zu Dartfour, Ennedi und Tibesti sowie in Richtung des Ostens bis zu den Ufern vom Roten Meer. Die Migrationszonen wurden nicht genau definiert, so daß es möglich ist, daß die Expansion auch weit in den Westen wie Niger oder Mali erfolgen kann. Die Maskengrasmücke ist in Westeuropa dagegen ein seltener Gast.

Maskengrasmücke - Männchen
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Maskengrasmücke - Männchen

Die Maskengrasmücke kann in unterschiedlichen Vegetationen leben. So hält sie sich im Unterholz auf Hügeln in gebirgigen Hängen bis zu 1.600 Metern auf und baut dort das Nest in Mulden oder engen Tälern auf felsigen Steilhängen oder im Unterholz der Wälder von Eichen und Zypressen. Die Maskengrasmücke kann auch in trockenen Regionen mit niedrigen Büschen oder dornigen Sträuchern vorkommen.

In Afrika in ihren Winterquartieren findet man die Maskengrasmücke hauptsächlich in den Savannen oder in den Strauchsteppen, besonders, wenn dort dornige Kapernsträucher wie Capparis decidua wachsen. Jedoch ist die Maskengrasmücke auch in Gärten, in denen zahlreiche Hecken wachsen, zu Hause.

Ernährung

Die Maskengrasmücke ernährt sich überwiegend von Insekten. Sie sucht ihre Nahrung in dichter Vegetation, indem sie unter dem Laub kleiner Bäume sowie in dichten Büschen oder in Sträuchern die Insekten und deren Larven, Raupen und deren Puppen aufspürt. Manchmal nimmt die Maskengrasmücke auch Beeren und Fruchtfleisch von Baumfrüchten zu sich.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit und die Nestbausaison finden in den Monaten von Mitte April bis Mitte Mai in Griechenland und auf Kreta statt. Das Nest wird leicht und locker in einem dichten dornigen Gebüsch in geringer Höhe bis zwei Meter über dem Boden errichtet. Es ist mehr oder weniger ein napfförmiges Nest, das außen mit grasartigen Blättern, Wurzelwerk und Pflanzenhalmen konstruiert ist. Innen ist das Nest mit weichem Pflanzenmaterial ausgepolstert. Das Weibchen legt vier bis fünf grünliche ovalförmige Eier. Die Oberfläche der Eier ist mit braunen oder grauen bis olivgrünen Sprenkelungen versehen. Der breitere Teil des Eies ist mit einer dunklen Schattierung überzogen. Die Inkubation der Eier, die 13 bis 14 Tage lang dauert, wird von dem Weibchen und dem Männchen gewährleistet.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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