Maskenschnecke

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Maskenschnecke

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Familie: Schnirkelschnecken (Helicidae)
Gattung: Isognomostoma
Art: Maskenschnecke
Wissenschaftlicher Name
Isognomostoma isognomostomos
(Schröter, 1784)

Die Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos) zählt innerhalb der Familie der Schnirkelschnecken (Helicidae) zur Gattung Isognomostoma. Die Art wurde früher unter dem Synonym Helix personata von Lamarck, 1792 beschrieben. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Der Arbeitskreis Mollusken NRW wählte in Kooperation mit dem NABU die Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos) zum Weichtier des Jahres 2007. Die Maskenschnecke gehört bisher in Deutschland nicht zu den gefährdeten Schnecken. Der Schutz ihrer Lebensräume nützt jedoch auch vielen anderen mit ihr zusammenlebenden Tierarten.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Maskenschnecke ist schlank und kann sich vollständig in das Gehäuse zurückziehen, in dem auch der Mantel stets eingeschlossen bleibt. Von den vier stumpfen, walzenförmigen Fühlern sind die oberen Fühler länger und an der Spitze knopfförmig verdickt. An dieser Spitze befinden sich auch die Augen. Der Kiefer ist einfach mondförmig, zusammengebogen und an der konvexen Seite mit 2 bis 9 erhabenen Leisten besetzt, welche im konkaven Rand Zähnchen bilden. Die Sohle der Maskenschnecke weist eine graue Färbung auf, während der Rücken, der Kopf und die Fühler von einer schwarzen Tönung sind. Das Gehäuse ist bedeckt durchbohrt, gedrückt, kugelig, zart und zerbrechlich sowie durchscheinend und glanzlos. Ferner weist das Gehäuse eine hornbraune Färbung auf und ist mit feinen Höckerchen bedeckt sowie mit kurzen, abstehenden geraden Härchen besetzt. Die Höhe des Gehäuses beträgt 5,0 bis 7,6 Millimeter und die Breite 10,1 bis 12,7 Millimeter. Die Mündung ist breiter als hoch, schief und am Grund nicht ausgeschnitten und durch das Eintreten der vorletzten Windung (Mündungswand) mehr oder weniger mondförmig. Die 5 konvexen, sich allmählich entwickelnden und durch eine tiefe Naht vereinigten Umgänge erheben sich nur wenig zu einem stumpfen Gewinde. Die Mündung ist eckig, dreibuchtig und verengt. Die Mundsaum ist breit zurückgeschlagen, scharf, außen tief eingekerbt und am Spindelrand auf den dadurch ganz bedeckten Nabel umgeschlagen mit einer stark zusammengedrückten, braungelben oder fleichroten Lippe belegt.
Lebensraum Buchenwald
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Lebensraum Buchenwald
Der Außenrand und der Spindelrand, welche fast in einem rechten Winkel zusammenstoßen, sind nach Innen mit einem spitzen weißen Zähnchen besetzt und auch auf der Mündungswand steht eine quergestellte, weiße Lamelle von einem Rand bis zum anderen Rand, wodurch die Mündung sehr verengt wird und dadurch eine dreibuchtige Form entsteht. <1>

Lebensweise

Die Maskenschnecke lebt in Wäldern der Vorgebirge unter Steinen, abgefallenem Laub und besonders in alten, vermoderten Buchenstümpfen. Sie hält sich am Tage und in der Sonnenhitze unter Laub, Moos, Zweigen und unter Steinen auf. In der Winterkälte oder bei anhaltender Dürre verschließt die Maskenschnecke das Gehäuse mit einem kalkhaltigen Deckel (Epiphragma), welcher dann aber wieder abgestoßen wird. Dieser Kalkverschluß besteht aus verhärtetem Schleim mit eingelagertem Kalziumkarbonat und kann nicht aktiv verschlossen werden, er muß jedes Mal von neuem gebildet werden. Die Maskenschnecke bevorzugt eher die Feuchtigkeit der Wälder. Die Lebenserwartung der Maskenschnecke kann bei etwa fünf Jahren liegen. <1>

Verbreitung

Die Maskenschnecke ist in Europa westlich im Vorland der spanischen Pyrenäen bis östlich nach Russland sowie südlich im Vorland der italienischen Alpen über Slowenien bis nach Ungarn und nördlich bis nach Lettland verbreitet. Des Weiteren findet man die Maskenschnecke auch in Zentralfrankreich und im Südosten Belgiens sowie in der Schweiz und in der südlichen Hälfte Deutschlands. Ferner ist die Maskenschnecke auch in Tschechien, Österreich und in Polen heimisch. Im gesamten Verbreitungsgebiet tritt die Maskenschnecke allerdings nur zerstreut auf. In Deutschland lebt die Maskenschnecke ausschließlich nur in schuttreichen, felsigen Wäldern und selten findet man die Maskenschnecke in der Nähe von Fließgewässern. Die Wälder sind meistens Schluchtwälder mit Bergahorn und Esche besetzt sowie Buchenwälder, Erlen- und Eschenwälder und Eichen-Mischwälder.

Ernährung

Die Nahrung der Maskenschnecke besteht vorwiegend aus vermoderten Pflanzenteilen, jedoch ernährt sich die Maskenschnecke auch von Pilzen.

Fortpflanzung

Zu dem Geschlechtsapparat dieser Schnecke, die ein sich gegenseitig befruchteter Zwitter ist, gehört auch ein längliches Säckchen, in welchem sich ein 2,2 Millimeter langer Kalkpfeil (Liebespfeil) befindet, der abgeschossen zur Stimulierung der Begattung dient. Der Kalkpfeil ist länglich, gekrümmt, nach der Spitze zu verschmälert und an der Spitze selbst platt gedrückt und mit zwei stumpfen Schneiden versehen, wodurch die Spitze eher einem Myrtenblatt ähnelt. Die Eiablage erfolgt Ende Juni bis Anfang Juli. Die Eier der Maskenschnecke bestehen aus einer dünnen, oft nur häutigen oder kalkigen Schale. <1>

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] Fauna der Land- und Süsswasser-Mollusken Siebenbürgens. E. A. Bielz. Hermannstadt, 1863. In Commission von Th. Steinhaussen's Buchhandlung, gedruckt in der v. Closius'schen Buchdruckerei.
  • Michael P. Kerney, Robert A. D. Cameron, Dr. Dr. Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. Ein Bestimmungsbuch für Biologen und Naturfreunde. Hamburg und Berlin, Verlag Paul Parey, 1983 ISBN 3-490-17918-8
  • Rainer Willmann: Muscheln und Schnecken der Nord- und Ostsee. Verlag J.Neumann-Neumann GmbH & Co. KG, 1989 ISBN 3-7888-0555-2
  • Dr. Václav Pfleger: Schnecken und Muscheln Europas. Land- und Süßwasserarten. Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart 1984 ISBN 3-440-05261-3
  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Rupert Riedl, Prof. Dr Erich Thenius: Weichtiere Stachelhäuter. Dritter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
  • Rosina Fechter/Gerhard Falkner: Weichtiere. Europäische Meeres- und Binnenmollusken. Herausgegeben von Gunter Steinbach, Illustriert von Fritz Wendler. 1990 Mosaik Verlag GmbH, München 54321, Gesamtherstellung Mohndruck Graphische Betriebe GmbH, Gütersloh. Printed in Germany. ISBN 3-570-03414-3
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