Megaphobema robustum

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Megaphobema robustum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Megaphobema
Art: Megaphobema robustum
Wissenschaftlicher Name
Megaphobema robustum
(Ausserer, 1875)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002230]

Die Art Megaphobema robustum zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Megaphobema. Im Englischen wird die Art columbian giant tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Megaphobema robustum erreicht eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimetern bei einer Beinspannweite von etwa 20 Zentimetern. Zwischen beiden Geschlechtern gibt es in der Färbung keine Unterschiede. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis fast schwarz. Der Carapax weist eine schwarze Färbung auf und ist mit einem hellen orangefarbenen Rand umsäumt. Das Opisthosoma ist mit langen orangefarbenen Haaren bedeckt. Die Hinterbeine dieser Art wirken etwas verdickt, insbesondere ist der Femur III sehr stark verdickt. An Femur IV retrolateral zeigt sich ein Polster aus Fiederhaaren. Des Weiteren sind die Femoren und das Opisthosoma schwarz getönt. Bei dem Weibchen ist die Spermathek einteilig und ungegliedert. Der gesamte Körper ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich an dem unteren vorderen Beinpaar befinden. Die Lebenserwartung des Weibchens liegt bei etwa 12 Jahren, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Megaphobema robustum lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Megaphobema robustum befindet sich im Norden von Kolumbien in der Nähe von St. Fé de Bogota und lebt in den wärmeren Regenwaldgebieten Kolumbiens. Sie ist aber auch ein Kulturfolger, die sich ebenso auf Farmland aufhalten kann. Megaphobema robustum ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und gräbt sehr lange Wohnröhren und ist nur bei Dunkelheit außerhalb ihres Unterschlupfes zu sehen, während des Tages hält sie sich die meiste Zeit in ihrer Wohnröhre auf.

Ernährung

Megaphobema robustum ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Megaphobema robustum mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 50 bis 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Beinspannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. In Gefangenschaft gestaltet sich die Aufzucht der Spiderlinge sehr schwierig.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Megaphobema robustum - (Ausserer, 1875)
  • Lasiodora robusta - Ausserer, 1875
  • Megaphobema robusta - Pocock, 1901c
  • Megaphobema robusta - Schiapelli & Gerschman, 1979
  • Megaphobema robusta - Smith, 1986b
  • Megaphobema robusta - Smith, 1987d
  • Megaphobema robusta - Schmidt, 1991b
  • Megaphobema robusta - Smith, 1991a
  • Megaphobema robusta - Schmidt, 1993d
  • Megaphobema robustum - Pérez-Miles et al., 1996
  • Megaphobema robustum - Schmidt, 1997g, 1998h
  • Megaphobema robustum - Peters, 2000b
  • Megaphobema robustum - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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