Mormonengrille

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Mormonengrille

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)
Familie: Laubheuschrecken (Tettigoniidae)
Unterfamilie: Singschrecken (Tettigoniinae)
Gattung: Anabrus
Art: Mormonengrille
Wissenschaftlicher Name
Anabrus simplex
Haldeman, 1852

Die Mormonengrille (Anabrus simplex) zählt innerhalb der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae) zur Gattung Anabrus. Im Englischen wird die Mormonengrille mormon cricket genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das adulte Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 39,0 bis 43,0 Millimeter und eine Femurlänge von etwa 21,5 bis 23,0 Millimeter. Das adulte Weibchen mit Spermatopore erreicht eine Körperlänge von etwa 41,0 bis 49,0 Millimeter und eine Femurlänge von etwa 22,0 bis 24,0 Millimeter. Die Legeröhre (OVP) des Weibchens ist etwa 27,0 bis 30,0 Millimeter lang. Die Mormonengrille weist eine variable Färbung auf. die allgemeine Farbe kann schwarz, braun, rot, violett oder grün sein. Der Halsschild hinter dem Kopf ist mit farbigen Markierungen versehen. Der Bauch erscheint eher gestreift. Das Weibchen besitzt eine lange Legeröhre. Beide Geschlechter weisen lange Antennen auf. Die morphologischen Veränderungen bei der Mormonengrille können durch eine hohe Populationsdichte ausgelöst werden, ähnlich denen der Wanderheuschrecken. Die auffälligste Veränderung macht sich in der Färbung bemerkbar. Einzelne Individuen haben in der Regel eine grüne oder violette Färbung, während die Individuen, die in Schwärmen auftreten, oft eine schwarze, braune oder rote Färbung aufweisen.

Lebensweise

Mormonengrillen
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Mormonengrillen

Die Bezeichnung dieser Art bezieht sich auf ein Ereignis, das sich in der ersten Mormonen-Siedlung in Utah ereignet hat. Die Kaliforniermöwen (Larus californicus) haben die Mormonen-Siedler vor dem Hungertod bewahrt, indem sie die völlige Vernichtung der ersten Weizenfelder stoppten. Denn die Mormonengrillen fielen in die Weizenfelder ein und zerstörten zum Teil die Weizenernte. Bevor es jedoch zur völligen Vernichtung der Weizenernte kommen konnte, machten die Kaliforniermöwen (Larus californicus) Jagd auf die Mormonengrillen. Die Kaliforniermöwen (Larus californicus) sind dafür bekannt, dass sie ihren Standort bis in die Wüstengebiete verlagern, um sich von den Mormonengrillen zu ernähren. Jedoch übergeben sich die Kaliforniermöwen (Larus californicus) nach dem Verzehr von Mormonengrillen, was darauf hindeutet, dass die Mormonengrillen Chemikalien enthalten, die zum Erbrechen führen. Diese Chemikalien sind in gewisser Hinsicht ein Schutz für die Mormonengrille vor Fressfeinden.

Verbreitung

Die Mormonengrille kommt insbesondere im Westen von Nordamerika vor. Dominierend ist die Mormonengrille auf Weideland, wo vermehrt Beifuß und Hochstauden wachsen. Die Mormonengrille ist flugunfähig, jedoch ist sie in der Lage in großen Schwärmen zwei Kilometer pro Tag zurückzulegen und kann in der Landwirtschaft großen Schaden verursachen.

Ernährung

Die Mormonengrille ernährt sich bevorzugt von Hochstauden, aber auch Gräser und Sträucher wie Beifuß werden gerne verzehrt. Des Weiteren nimmt sie auch Insekten, die durch Autos verletzt oder durch Insektizide getötet wurden, auf. Schwärme von Mormonengrillen können erhebliche Schäden an Kulturen und Gärten anrichten.

Fortpflanzung

Mormonengrille
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Mormonengrille

Im Frühjahr erfolgt meistens die Verpaarung. Das Männchen befestigt während der Kopulation einen birnenförmigen Spermiensack im Genitalbereich des Weibchens. Dieser kann bis zu 27 Prozent seines Körpergewichts betragen. Die Spermatophore ist vor allem Nahrung für das Weibchen, enthält jedoch auch Spermien, um die Eier zu befruchten. Nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Das Weibchen legt etwa über 100 Eier durch Stoßen der Legeröhre tief in den Boden ab. Bis die Larven schlüpfen, können etwa fünf Jahre vergehen. Der Schlupf beginnt, wenn die Bodentemperatur 4 Grad Celsius erreicht hat. Die Nymphen durchleben sieben Larvenstadien bis sie das erwachsenen Stadium erreicht haben. In der Regel dauert dieser Vorgang etwa 60 bis 90 Tage. Im ersten Larvenstadium beträgt die Körperlänge der Larven 6,0 bis 8,2 Millimeter und die Femurlänge etwa 4,2 bis 4,5 Millimeter. Die Länge des verbreiterten Teils des Dorsalfeldes (DV) beträgt 0,2 bis 0,3 Millimeter. Im zweiten Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 6,8 bis 8,9 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 5,5 bis 6,1 Millimeter. Die Länge des verbreiterten Teils des Dorsalfeldes (DV) beträgt 0,5 bis 0,6 Millimeter. Im dritten Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 10,6 bis 13,3 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 7,0 bis 7,7 Millimeter. Die Länge des verbreiterten Teils des Dorsalfeldes (DV) beträgt 1,0 bis 1,2 Millimeter. Im vierten Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 12,4 bis 14,4 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 8,8 bis 9,6 Millimeter. Die Länge des Ovipositor (OVP) beträgt 2,2 bis 2,7 Millimeter. Im fünften Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 16,0 bis 19,0 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 10,2 bis 11,6 Millimeter. Die Länge des Ovipositor (OVP) beträgt 4,4 bis 4,6 Millimeter. Im sechsten Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 17,5 bis 26,0 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 13,4 bis 15,0 Millimeter. Die Länge des Ovipositor (OVP) beträgt 9,7 bis 11,1 Millimeter und im siebenten Larvenstadium weisen die Larven eine Körperlänge von etwa 27,0 bis 32,0 Millimeter sowie eine Femurlänge von etwa 16,5 bis 18,0 Millimeter. Die Länge des Ovipositor (OVP) beträgt 19,5 bis 22,5 Millimeter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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