Myotis welwitschii

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Myotis welwitschii
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Glattnasen (Vespertilioninae)
Gattung: Mausohren (Myotis)
Art: Myotis welwitschii
Wissenschaftlicher Name
Myotis welwitschii
(Gray, 1866)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Myotis welwitschii zählt innerhalb der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) zur Gattung der Mausohren (Myotis). Im Englischen wird diese Fledermaus Welwitch's Bat oder Welwitschse Langhaarvlermuis genannt (Ratcliffe, 2002).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Myotis welwitschii ist insgesamt größer als die sympatrischen Arten Myotis bocagii und Myotis tricolor. Myotis bocagii erreicht eine Unterarmlänge von ca. 50 mm, Myotis tricolor weist eine Unterarmlänge von rund 40 mm auf. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den sympatrischen Arten sind die deutlichen orangenen Muster auf den Flügeln (Ratcliffe, 2002).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Myotis welwitschii ist ein großer Vertreter der Mausohren (Myotis) und erreicht je nach Geschlecht und Verbreitungsgebiet eine Gesamtlänge von 105 bis 127 mm, eine Unterarmlänge von 52 bis 58 mm, eine Schwanzlänge von 50 bis 63 mm, eine Hinterfußlänge von 8 bis 15 mm, eine Ohrlänge von 18 bis 22 mm, eine Condylobasallänge von 18,45 bis 19,35 mm, eine Unterkieferlänge von 15 bis 15,7 mm sowie ein Gewicht von 12 bis 16,5 mm. Das Gesicht ist blassrosa gefärbt. Das Maul ist länglich und die Gesichtsbehaarung reicht bis zur Nase. Die großen Ohren sind kupferrot gefärbt. Das Haar an den Ohren ist ausgesprochen lang. Dorsal zeigt sich eine dreiteilige Färbung. Das Fell ist hier zu je 40% schwarz und dunkelbraun gefärbt. Apikal (lat. apex "Spitze") geht die Färbung in ein Rostbraun über. Ventral zeigt sich hauptsächlich eine schmutzig weiße Färbung. Die Haut der Finger und der Arme ist rotbraun gefärbt. Die Flügelmembrane ist rotbraun und mit deutlichen orangeroten und großen Flecken versehen. Das Uropatagium ist insgesamt dunkler gefärbt als das Patagium der Flügel. Der Hirnschädel ist leicht gewölbt, der Schädel selbst weist keine auffälligen Kämme auf. Ein sagittaler Kamm ist zwar anwesend, jedoch nur undeutlich zu erkennen. Das Gebiss besteht aus 38 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/3, c1/1, p3/3, m3/3. Der zweite und dritte Molar ist reduziert (Ratcliffe, 2002, Novak, 1999).

Lebensweise

Myotis welwitschii lebt in freier Wildbahn einzelgängerisch. Selten kann man die Tiere in Kleinstgruppen von 2 Tieren in einem Baum oder Busch beobachten. Die Art ist nachtaktiv, am Tage ruhen sie an ihren angestammten Schlafplätzen. Aufgrund der relativ breiten Flügel ist Myotis welwitschii ein eher langsamer Flieger. Über die Ernährungsweise und die Fortpflanzung ist nur wenig bekannt (Ratcliffe, 2002; Novak, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Myotis welwitschii ist im östlichen und südlichen Afrika sowie in Teilen des zentralen Afrika weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Angola, Burundi, über die demokratische Republik Kongo, über Äthiopien,; Guinea, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Südafrika, Sudan, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe (IUCN, 2011). Die Lebensräume liegen auf Seehöhe bis in Höhen von gut 2.000 m über NN (Ratcliffe, 2002). Zu den natürlichen Lebensräumen gehören insbesondere tropische Trockenwälder, montane Regenwälder, aber auch Buschland und Feuchtsavannen. In der Nähe des Menschen finden die Tiere auch Unterschlupf in Häusern und anderen Gebäuden (IUCN, 2011). Fossile Funde sind nicht bekannt (Ratcliffe, 2002).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Myotis welwitschii kommt in den meisten Regionen des Verbreitungsgebietes mehr oder weniger häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt und ist demnach nicht gefährdet. Es scheinen keine größeren Bedrohungen vorzuliegen. In einigen Regionen leben die Tiere in geschützten Lebensräumen wie beispielsweise dem Kruger-Nationalpark in Südafrika. Erhaltungsmaßnahmen sind bislang noch nicht angedacht (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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