Nördliches Gleithörnchen

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Nördliches Gleithörnchen

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Gleithörnchen (Pteromyinae)
Gattung: Neuweltliche Gleithörnchen (Glaucomys)
Art: Nördliches Gleithörnchen
Wissenschaftlicher Name
Glaucomys sabrinus
(Shaw, 1801)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Nördliche Gleithörnchen (Glaucomys sabrinus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Neuweltlichen Gleithörnchen (Glaucomys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Nördliche Gleithörnchen erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 25 cm, eine Schwanzlänge von 10 bis 12 cm sowie ein Gewicht von 80 bis 110 g. Das dichte und sehr weiche Fell weist dorsal eine braune Grundfärbung auf. Die Flanken und die Bauchseite sind überwiegend gräulich gefärbt, ventral geht die Fellfärbung ins Weiß über. Die Augen sind ausgesprochen groß, ein Indiz für die Nachtaktivität. Nördliche Gleithörnchen sind gute Kletterer, ihre Krallen an den Zehen sind kräftig ausgeprägt. Charakteristisch ist die Flugmembran, die von den Handgelenken der Vorderbeine bis zu den Hinterbeinen reicht. Beim Wechsel eines Baumes springen sie in die Luft und können mit Hilfe der ausgebreiteten Membran beachtliche Strecken zurücklegen. Die Membran ist wie der restliche Körper mit Fell besetzt. Der mittellange Schwanz ist deutlich sichtbar abgeflacht und dient beim Gleiten der Stabilisierung. Nördliche Gleithörnchen sind soziale Tiere, die in kleinen Gruppen in Baumnestern leben. Während der kalten Jahreszeit bietet die Gruppe Schutz vor Kälte. Nördliche Gleithörnchen halten keine Winterruhe, sind während der kalten Jahreszeit aber deutlich weniger aktiv. Während dieser Zeit leben sie hauptsächlich von Nahrungsvorräten, die im Sommer und Herbst angelegt wurden. Ihre Sinne, insbesondere der Seh- und Geruchssinn sowie die Hörfähigkeit sind gut entwickelt. Greifvögel, marderartige Räuber sowie Katzen gehören zu den natürlichen Feinden.

Unterarten

Verbreitung

Das Nördliche Gleithörnchen ist im westlichen und zentralen Teil Nordamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Alaska und dem westlichen Kanada bis hinunter nach Kalifornien. Nördliche Gleithörnchen bewohnen bevorzugt Wälder, in denen Nadelbäume dominieren. Im hohen Norden leben sie aber auch in der Tundra, in der nur spärlicher Baumbewuchs vorherrscht. In Höhenlagen sind sie bis in die Mittelgebirge verbreitet. In den Apalachen leben die Tiere in Höhen von 1.500 bis 2.000 Meter über NN. Hier leben sie in Bergwäldern und an dessen Rändern. In der Regel halten sie sich überwiegend in den Bäumen auf. Auf den Boden steigen sie nur selten hinab.

Gefährdung, Schutz

Insgesamt ist die Art nur gering gefährdet. Jedoch gelten die Unterarten Glaucomys sabrinus fuscus und Glaucomys sabrinus coloratus als gefährdet und die Unterart Glaucomys sabrinus griseifrons als stark gefährdet. Laut der Roten Liste der IUCN liegen zu der Unterart Glaucomys sabrinus californicus keine genauen Daten vor. Grund für die Gefährdung ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Die letzten Rückzugspunkte stehen heute zwar unter Schutz, aber ob das ausreicht, die Unterarten zu erhalten, bleibt abzuwarten.

Ernährung

Nördliche Gleithörnchen gehören zu den Allesfressern (omnivor). Sie ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Zur pflanzlichen Nahrung gehören insbesondere Waldfrüchte alle Art wie Nüsse, Eckern und Eicheln, Sämereien und Körner sowie gelegentlich Pilze. An tierischer Nahrung nehmen sie Insekten und deren Larven sowie Eier von Vögeln und deren Brut zu sich. Wie alle Hörnchen, so legen Nördliche Gleithörnchen für den Winter Nahrungsvorräte an verschiedenen Plätzen an.

Fortpflanzung

Das Nördliche Gleithörnchen erreicht die Geschlechtsreife mit gut zehn bis zwölf Monaten und wird von beiden Geschlechtern zur gleichen Zeit erreicht. In den meisten Verbreitungsgebieten beginnt die Paarungszeit bereits im März, in kalten Gebieten gelegentlich auch erst im April oder im Mai. In einer Saison kommt es dabei zu einem Wurf. Die Geschlechter führen eine monogame Saisonehe. Sie hält in der Regel nur ein Jahr. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von rund 40 Tagen zwei bis vier Jungtiere in ihrem Baumnest zur Welt. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt, sowohl blind als auch taub. Auch die Krallen sind noch nicht voll ausgebildet. Das Geburtsgewicht beträgt nur wenige Gramm, in der Regel höchsten sechs Gramm. Im Alter von gut vier Wochen öffnen sie ihre Augen, und bereits zwei Wochen später erkunden sie neugierig die nähere Umgebung des Nestes. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Entwöhnung von der Muttermilch. Selbstständig sind sie Anfang des vierten Lebensmonats. Aufgrund der zahlreichen Fressfeinde ist die Sterblichkeit vor allem im ersten Jahr sehr hoch. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Freiheit beträgt lediglich vier bis fünf Jahre.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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