Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe

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Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Nachtaffen (Aotidae)
Gattung: Nachtaffen (Aotus)
Art: Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe
Wissenschaftlicher Name
Aotus nancymaae
Hershkovitz, 1983

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe (Aotus nancymaae) zählt innerhalb der Familie der Nachtaffen (Aotidae) zur Gattung der Nachtaffen (Aotus). Im Englischen wird die Art Nancy Ma’s Night Monkey, Ma's Night Monkey oder Peruvian Red-necked Owl Monkey genannt. Der Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Benannt wurde die Art nach der Zoologin Nancy Shui Fong Ma.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der eher kleine Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe erreicht eine Körperlänge von 530 bis 774 (637) mm. Das Gewicht der Geschlechter schwankt marginal. Weibchen erreichen ein Gewicht von 706 bis 1.050 (907) g, Männchen etwa 750 bis 1.080 (946) g (Evans, 2007). Der Schwanz ist nicht als Greiforgan geeignet. Das kurze, dichte und weiche Fell der Tiere ist überwiegend hellgrau bis hellbraun gefärbt. Der Halsbereich sowie die Innenseiten der Gliedmaßen und die Unterseite des Schwanzansatzes sind markant orangerot gefärbt. Die Schwanzspitze ist schwarz. Die Augen sind sehr groß, was ein Indiz für die strikte Nachtaktivität darstellt. Die Linsen der Augen dienen dabei mehr oder weniger als Restlichtverstärker. In der Rezeptorzellschicht dominieren im Wesentlichen Stäbchenzellen. Die Stäbchenzellen sind deutlich lichtempfindlicher als die Zapfenzellen und ermöglichen somit das Sehen auch bei Dämmerung oder Dunkelheit. Ein Tapetum lucidum fehlt dem Auge. Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen weisen beschleunigte Nervenimpulse zu den retinalen Rezeptoren entwickelt. Dies ermöglicht beim Sehen deutlich schnellere Reaktionszeiten. Das räumliche Sehen ist hingegen sehr gut entwickelt. Im Kehlbereich verfügen Nachtaffen über einen dehnbaren Kehlsack, mit Hilfe dessen sie ihr Vokabular deutlich verstärken können. Die Hände sind zum Greifen geeignet (Nowak, 1999).

Lebensweise

Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen sind nachtaktiv, eher selten auch in der späten Dämmerung aktiv. Am Tage ruhen die Tiere in geschützt liegenden Schlafnestern. Das Sozialleben gestaltet sich in monogamen Familiengruppen mit 2 bis 5 Individuen. Eine Gruppe besteht aus einem Pärchen und deren Nachwuchs, der aus 1 bis 2 Würfen stammen kann. Subadulte und noch nicht verpaarte Tiere leben einzelgängerisch. Subadulte Tiere werden kurz vor Erreichen der Geschlechtsreife aus den Familiengruppen vertrieben. Eine Familiengruppe bewohnt ein Revier in einer Größe von 5 bis 18 (9,2) ha. Die Reviere einzelner Gruppen überlappen sich. Im Kerngebiet des eigenen Reviers zeigen Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen eine große Territorialität, zu direkten Konfrontationen kommt es jedoch nicht. Die Gruppen halten sich in der Regel mit Drohrufen auf Abstand. Die Reviergrenzen werden mit Duftmarken markiert (Fernandez-Duque, 2007; Nowak, 1999; Eisenberg & Redford, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen in peru und um Nordwesten von Brasilien vor. Die Vorkommen leben südlich des Amazonas und im Westen bis zum Rio Jutai. Die südliche Grenze des Verbreitungsgebietes liegt im Quellgebiet des Rio Jutai. Die nördliche Grenze ist in Peru das rechte Ufer des Amazonas bis zum Río Marañón. Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen besiedeln typischerweise primäre und sekundäre Wälder sowie saisonal Individuen je km² (Hershkovitz, 1983; Aquino & Encarnación, 1988; Nowak, 1999).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählen wahrscheinlich nur große Schlangen (Serpentes). Andere Prädatoren konnten nicht nachgewiesen werden. Die Nachtaktivität in Verbindung mit der Fellfärbung bietet den Mas-Rotkehl-Nachtaffen eine hervoragenden Schutz vor Feinden. Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen können selbst bei völliger Dunkelheit sehen, was ein Vorteil gegenüber Prädatoren darstellt. Einzelne Tiere kommunizieren in der Nacht zudem über Warnlaute, um sich gegenseitig zu warnen. Die Schlafnester werden sorgfältig ausgewählt, um auch am Tage vor Feinden sicher zu sein (Aquino & Encarnación, 1988).

Ernährung

Der Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffe ernährt sich hauptsächlich von Früchten, Nektar und Blüten. Zu einem kleinen Teil stehen jedoch auch Gliederfüßer (Arthropoda) wie Insekten (Insecta) auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht hoch oben in den Bäumen (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von etwa 2 Jahren. Wann es zur ersten Paarung kommt, ist unbekannt. Die Paarungszeit erstreckt sich in den tropischen Lebensrtäumen über das ganze Jahr. Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen leben in einer monogamen Einhehe, die für gewöhnlich ein Leben lang hält. Der Östrus der Weibchen erstreckt sich über etwa 19 Tage. Nach einer Tragezeot von 130 bis 135 (133) tagen bringt ein Weibchen 1, selten auch 2 Jungtiere zur Welt. Berichte über Kindestötung gibt es keine. In den ersten Lebenswochen kümmert sich ausschließlich die Mutter um den Nachwuchs, später auch der Vater. Väter tragen den Nachwuchs am Bauch oder auf dem Rücken. Die Lebenserwartung ist unbekannt (Nowak, 1999).

Gefährdung und Schutz

Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt die Nancy Mas-Rotkehl-Nachtaffen in Anhang II unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Gefahr von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und von menschlichen Siedlungen aus. Vor allem die Abholzung der Regenwälder und die Brandrodung, aaber auch die Bejagung setzen der Art in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes massiv zu. Zahlreiche Tiere werden zudem für medizinische Zwecke gefangen (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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