Nase

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Nase

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Ostariophysi
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Karpfenähnliche (Cyprinoidea)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Chondrostoma
Art: Nase
Wissenschaftlicher Name
Chondrostoma nasus
Linnæus, 1758

IUCN-Status
Least Concern

Die Nase (Chondrostoma nasus), auch Näsling, Schnabel oder Blaunase genannt, gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) sowie zur Gattung Chondrostoma. Im Englischen wird sie Nase genannt.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Nasen werden 25 bis 40 cm lang und erreichen ein Gewicht von bis zu 1000 g. Seltener werden einzelne Exemplare auch 50 cm lang und 2000 g schwer. Der Körperbau ist spindelförmig bis rundlich, seitlich kaum abgeflacht. Ihren Namen verdanken sie ihrem weit unterständigen Maul, das ihre Kopfspitze wie eine stumpfe Nase aussehen lässt. Die Maulspalte verläuft quer, die Unterlippe ist scharfkantig und verhornt. Der Rücken ist graublau bis graugrün gefärbt und glänzt metallisch, die Seiten glänzen silber, der Bauch ist gelblichweiß.
Die Rückenflosse ist 12-strahlig und die Afterflosse 13- bis 14-strahlig. Brust-, Bauch- und Afterflossen sind gelblichrosa bis violett gefärbt.

Vorkommen

Nasen sind als typische Schwarmfische in schnell fließenden Gewässern mit Sand- und Kiesgrund Mittel- und Osteuropas in der Barben- und Äschenregion verbreitet. Sie gelten als Hauptfische des Rheins und der Donau und kommen zumindest in der oberen Donau von Donaueschingen bis Sigmaringen und in der unteren Isar von Plattling bis zur Isarmündung in die Donau noch sehr häufig vor, aber auch flussabwärts in Nebengewässern, wie beispielsweise im Wiener Donaukanal. Auch in Oder und Weichsel kann man den Fisch vorfinden.

Ernährung

Mit ihrem harten Unterkiefer und der scharfen Unterlippe können Nasen Algen abweiden. Während der Fressperioden suchen die Nasen oft schwarmweise andere Weideplätze auf. Seltener fressen sie auch Kleintiere, die sich am Grund aufhalten.

Fortpflanzung

Zur Laichzeit, von März bis Mai, ziehen die Nasen in großen Schwärmen flussaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein. Beide Geschlechter zeigen dann Laichausschlag in Form von sternförmigen Punkten am Kopf, das Weibchen bekommt einen rötlich schimmernden Bauch. Das Weibchen, jetzt Rogner genannt, kann während heftigen Laichspielen 20.000 bis 100.000 1,5 mm große Eier über flachen Boden an den Kies kleben. Anschließend wandern die Altfische in ihre Reviere zurück.
Die ersten Tage nach dem Schlüpfen verbringen die Larven in den Lücken im Kies. Später wechseln sie ins ruhige Flachgewässer und ernähren sich dort von Plankton.

Gefährdung und Schutz

Mancherorts gelten Nasen als extrem bedroht, anderenorts sogar als bereits ausgestorben. Eine der Ursachen für den Rückgang dieser einstigen Massenfischart ist vor allem die Verbauung unserer Fließgewässer. So werden viele Laichplätze zerstört und die Laichwanderungen verhindert. Auch leiden Nasen sehr unter anthropogener Gewässerverschmutzung.
Zum Schutz besteht für Nasen ein gesetzlich vorgeschriebenes Schonmaß von 25 cm und eine Artenschonzeit vom 1. März bis zum 30. April.

Ökonomie

Die Nase wird meist mit kleinen Würmern oder Sprock an der Posenangel gefangen. Da er sehr grätenreich und wenig schmackhaft ist, wird er kaum im Handel angeboten.

Sonstiges

Die Nase war Fisch des Jahres 1994.

Anhang

Literatur

  • Wolfgang Hartmann: Ein Mainfisch namens Nase. in vol. 12 Spessart. Aschaffenburg 1993.
  • Guido Koslowski: Die künstliche Laichgewinnung, Laicherbrütung und Larvenaufzucht von Nasen (Chondrostoma nasus L.) München 1993.
  • Klaus-Jürgen Maier & Ralf Reinartz: Die Nase. in vol. 645 Die neue Brehm-Bücherei. Westarp, Magdeburg 1997.

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge