Nemastoma bimaculatum

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Nemastoma bimaculatum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
Unterordnung: Dyspnoi
Überfamilie: Nemastomatoidea
Familie: Fadenkanker (Nemastomatidae)
Gattung: Nemastoma
Art: Nemastoma bimaculatum
Wissenschaftlicher Name
Nemastoma bimaculatum
(Fabricius, 1775)

Die Art Nemastoma bimaculatum zählt innerhalb der Familie der Fadenkanker (Nemastomatidae) zur Gattung Nemastoma. Der Gattungsname Nemastoma ist eine Kombination aus dem antiken Griechischen: nema bedeutet "Faden" und stoma "Mund". Diese Bezeichnung bezieht sich auf die länglichen Pedipalpen.

Nemastoma bimaculatum kann leicht mit der ähnlich gezeichneten Art Nemastoma lugubre verwechselt werden. Letztgenannte kommt in Mitteleuropa nördlich der Alpen ziemlich häufig vor und fehlt aber südlich des Alpenhauptkamms und in Westeuropa.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Beide Geschlechter ähneln sich in Größe und Färbung. Diese Art ist eine verhältnismäßig kleine Spinne. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 2,0 bis 2,5 Millimeter und das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 2,5 bis 2,8 Millimeter. Das Männchen unterscheidet sich nur vom Weibchen durch einen knopfförmigen Fortsatz oben am Ende des Cheliceren-Grundgliedes. Das zweite Beinpaar ist etwa 6 Millimeter lang. Die Grundfärbung weist eine mattschwarze Färbung auf. An der Verbindung zwischen Vorderleib und Hinterleib zeigen sich zwei rechteckige, blaßgelbe bis blaßgoldene Flecken. Bei der seltenen Unterart Nemastoma bimaculatum unicolor fehlen diese beiden hellen Flecken. Die hinteren Segmente des Hinterleibes sind glänzend schwarz. Die Rückenschilder weisen keine Höcker auf. Die Augenhügel zeichnen sich recht niedrig aus und die Beine sind bis auf das zweite Beinpaar mäßig lang und dünn. Sie sind mattschwarz gefärbt, jedoch sind die unteren Segmente leicht bräunlich getönt. Die reifen Tiere findet man zu allen Jahreszeiten, doch hauptsächlich im Herbst und im Winter, dagegen trifft man die Jungspinnen vom Sommer bis zum Herbst an.

Lebensweise

Nemastoma bimaculatum und Damaeus-onustus
vergrößern
Nemastoma bimaculatum und Damaeus-onustus

Diese Art führt eine ziemlich versteckte Lebensweise in Waldgebieten, bevorzugt werden dabei Fichtenwälder. Oft hält sich die Spinne unter Steinen, im Moos, unter toten Blättern oder unter Holzstücken auf. Dort findet sie auch hauptsächlich ihre Beutetiere wie Milben (Acari) und kleine Insekten (Insecta).

Verbreitung

Diese Art ist ziemlich häufig weit verbreitet. In Deutschland kommt sie nur westlich des Rheins vor. Nemastoma bimaculatum hält sich vorwiegend an schattigen Stellen, zum Beispiel in Wäldern und Gebüschen auf. Gelegentlich ist die Art auch an offenen Stellen anzutreffen. Meist lebt sie am Boden unter Holzstücken oder Steinen.

Unterarten

Ernährung

Die Art ernährt sich hauptsächlich von Milben (Acari) und kleinen Insekten (Insecta).

Fortpflanzung

Bei der Paarung bietet das Männchen, ähnlich wie bei dem Schneckenkanker (Ischyropsalis hellwigi), der Partnerin ein im knopfförmigen Fortsatz des Cheliceren-Grundgliedes liegendes Drüsenfeld an. Die Paarung kann wenige Sekunden bis einige Minuten dauern und des öfteren wiederholt werden. Bei der Paarung stehen die Partner Kopf an Kopf einander gegenüber. Dabei betrillert das Männchen seine Partnerin mit den Tarsen der beiden vorderen Beinpaare. Das Weibchen berührt mit seiner Mundöffnung das Drüsenfeld oben auf dem Chelicerenstiel des Männchens. Das Männchen schiebt nun sein langes, in einer Spalte unter dem Bauchschild erscheinendes Begattungsglied in die an gleicher Stelle bei dem Weibchen liegende Geschlechtsöffnung. Das Weibchen besitzt eine sehr lange, biegsame Legeröhre, mit der das Weibchen seine Eier im Erdboden oder unter Holzstücken ablegt. Die Jungspinnen sind vom Sommer bis zum Herbst zu finden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
'Persönliche Werkzeuge