Neotoma bryanti

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Neotoma bryanti
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Neotomini
Gattung: Amerikanische Buschratten (Neotoma)
Art: Neotoma bryanti
Wissenschaftlicher Name
Neotoma bryanti
Merriam, 1887

IUCN-Status
Endangered (EN)

Neotoma bryanti zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Amerikanischen Buschratten (Neotoma). Ein deutsches Synonym ist nicht bekannt und wird dem Subgenus Neotoma zugeordnet. Im Englischen wird die Art Bryant's Woodrat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Neotoma bryanti ist eine große Buschratte mit großen Ohren und einem mittellangen, zweifarbigen Schwanz. Die Art ist größer, weist relativ größere Molarten auf und ist leicht dunkler gefärbt als Neotoma intermedia. Neotoma bryanti kann auf der mexikanischen Halbinsel Baja California und dem benachbarten mexikanischen Festland aufgrund folgender Merkmale unterschieden werden. Neotoma albigula weist weißliches Haar im Kehlbereich auf, der Schwanz von Neotoma fuscipes ist nicht scharf zweifarbig abgegrenzt. Neotoma phenax verfügt über einen einfarbigen Schwanz (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neotoma bryanti erreicht eine Gesamtlänge von 351 bis 387 (377) mm, eine Schwanzlänge von 152 bis 177 (168) mm, eine Hinterfußlänge von 36 bis 40 (38) mm, eine Ohrlänge von 31 bis 32 (31,3) mm, eine Jochbeinbreite von 24,5 mm eine nasale Länge von 18 mm sowie ein Gewicht von 160 bis ca. 220 (182) g. Das Fell von Neotoma bryanti ist dorsal rötlich gelb gefärbt und weist dunkle Spitzen auf. Der Kopf ist eher gräulich gefärbt, lateral zeigt sich eine rötlich gelbe bis leicht gräuliche Färbung. Ventral ist das Fell weißlich mit einem leicht hellbraunen Farbstich gefärbt. Die Füße sind weißlich, der Schwanz ist oberhalb graubraun unsd unterhalb heller gefärbt. Jungtiere sind insgesamt mehr graubraun gefärbt. Die Füße sind farblich jedoch wie bei den adulten Tieren. Der Schädel ist recht lang und massiv gebaut. Das Gebiss verfügt über 16 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Lebensweise

Über die Lebensweise der Art ist nur wenig bekannt. Die typischen Nester von Neotoma bryanti entstehen am Boden im Schutze größerer Pflanzen wie beispielsweise Agaven (Agave), Jojoba (Simmondsia), Opuntien (Opuntia) oder verschiedene Sumachgewächse (Anacardiaceae). Gelegentlich entstehen Nester auch in Felsspalten, unter Geröllhalden oder an ähnlichen Stellen. Ein Nest kann eine Höhe und einen Durchmesser von gut 120 cm aufweisen und besteht im Wesentlichen aus trockenen Blättern, Reisig, abgestorbenen Warzenkakteen (Mammillaria) und anderen pflanzlichen Materialien.

Verbreitung

Neotoma bryanti ist auf Isla de Cedros endemisch. Isla de Cedros liegt vor der Küste des mexikanischen Bundesstaates Baja California im Pazifischen Ozean und weist eine Größe von 348,3 km² auf. Die Insel ist 39 km lang und 5 bis 15 km breit. Die höchste Erhebung der Insel ist mit einer Höhe von 1.300 m über NN der Cerro del Cedros. Neotoma bryanti lebt in allen Regionen der Insel. Fossile Funde sind von der Art keine bekannt. Der Lebensraum ähnelt im Wesentlichen der Sonora. Es sind jedoch auch Buschland an der Küste, Dünenbereiche und lichte Wälder vorhanden (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Biozönose

Sympatrie

Neotoma bryanti lebt sympatrisch mit zahlreichen anderen kleinen Nagetieren und anderen Säugern. Den Lebensraum und zum Teil auch die Nahrungsressourcen teilt die Art unter anderem mit dem Strauchkaninchen (Sylvilagus bachmanni), mit Seiden-Taschenmäuse (Perognathus), mit der Kaktusmaus (Peromyscus eremicus) sowie mit dem Maultierhirsch (Odocoileus hemionus) (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Konkurrenz

Hauskatze beim Anschleichen
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Hauskatze beim Anschleichen

Die Sympathrie zu natülich vorkommenden Konkurrenten stellt für Neotoma bryanti kein Problem dar. Problematisch sind jedoch die Vorkommen von auf Isla de Cedros eingeführten Tierarten. Hier sind die Hausziege (Capra hircus), Wanderratten (Rattus norvegicus), Hausmäuse (Mus musculus), Hauskatzen (Felis catus), Hausesel (Equus asinus asinus), Hausrinder (Bos taurus), Schafe (Ovis) und Haushunde (Canis lupus familiaris) zu nennen. Die genannten Arten stehen in Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz oder gelten als Prädatoren (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Art gehören der Schopfkarakara (Polyborus plancus), der Virginia-Uhu (Bubo virginianus), die Schleiereule (Tyto alba) und der Wüstenbussard (Parabuteo unicinctus). Ekto- und Endoparasiten sind keine bekannt (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Ernährung

Neotoma bryanti ernährt sich vorwiegend von pflanzlicher Nahrung. Dazu gehören Kakteen, Blätter, Wurzeln, Früchte und Beeren, Gräser und Kräuter sowie Sämereien und Nüsse. Weit oben auf der Speisekarte stehen Früchte der Opuntien (Opuntia) und ähnlichen Pflanzen. Auf Trinkwasser sind die Tiere nicht angewiesen, ihren Wasserbedarf stillen sie ausschließlich über die Nahrung.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten von Neotoma bryanti ist nur wenig bekannt. Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich wahrscheinlich über das gesamte Jahr. Bei Felduntersuchungen wurden subadulte Weibchen im Februar gesichtet, im April traten trächtige Weibchen auf. Die ersten Jungtiere wurden im Juni gefunden (Alvarez-Castañeda & Yensen, 1999).

Ökologie Gefährdung und Schutz

Aufgrund der endemischen Verbreitung, in Verbindung mit der großen Konkurrenz mit eingeführten Tieren und der anhaltenden Lebensraumvernichtung gilt Neotoma bryanti heute als stark gefährdet. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie EN, Endangered, geführt. Die größte Bedrohung geht zweifelsohne von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und dem Nachstellen durch Haushunde und -katzen aus (IUCN, 2010).

Anhang

Literatur und Quellen

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