Neotoma martinensis

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Neotoma martinensis
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Neotomini
Gattung: Amerikanische Buschratten (Neotoma)
Art: Neotoma martinensis
Wissenschaftlicher Name
Neotoma martinensis
Goldman, 1905

IUCN-Status
Extinct (EX)

Neotoma martinensis zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Amerikanischen Buschratten (Neotoma). Innerhalb der Gattung zählt man Neotoma martinensis zur Untergattung der Neotoma. Ein deutsches Synonym ist nicht bekannt. Im Englischen wird die Art Neotoma martinensis San Martin Island Woodrat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach nicht bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Neotoma martinensis lässt sich von anderen endemischen Vertretern der Gattung Amerikanischen Buschratten (Neotoma) aufgrund der lateral schwärzlich gefärbten Hinterbeine leicht unterscheiden. Weitere Unterscheidungsmerkmale, insbesondere zur Art Neotoma anthonyi, sind die größeren Ohren und die deutlich weniger vorhandenen Haare auf dem Schwanz. Neotoma bryanti, eine nah verwandte Art, ist etwas größer als Neotoma martinensis und hat ein eher gräuliches, flauschiges Fell.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neotoma martinensis ist eine mittelgroße Amerikanische Buschratte (Neotoma). Der Schwanz ist lang und die Ohren groß. In Größe und Gewicht weisen die Geschlechter einen leichten Dimorphismus auf. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 333 bis 370 (347,5) mm, eine Körperlänge von 180 bis 206 (193,6) mm, eine Schwanzlänge von 130 bis 168 (154,0) mm, eine Hinterfußlänge von 30 bis 41 (38,3) mm, eine Ohrlänge von 29 bis 36 (31,5) mm, eine Schädellänge von 42 bis 48 (45,1) mm, eine Schädelbreite von 21 bis 25 (23,4) mm, eine Jochbeinbreite von 23,2 mm sowie ein Gewicht von 202 bis 279 (246,5) Gramm. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 304 bis 342 (325,2) mm, eine Körperlänge von 169 bis 186 (175,7) mm, eine Schwanzlänge von 135 bis 167 (149,5) mm, eine Hinterfußlänge von 36 bis 38 (37,0) mm, eine Schädellänge von 42 bis 48 (45,1) mm, eine Schädelbreite von 21 bis 25 (23,4) mm sowie eine Jochbeinbreite von 23,2 mm. Das Fell von Neotoma martinensis ist cremefarben bis gelblichbraun gefärbt. Im Bereich des Kopfes und der Rücken sind insgesamt dunkler gefärbt. Die äußeren Hinterbeine und die Innenseiten der Sprunggelenke weisen eine schwärzliche Färbung auf. Die Oberseiten der Vorderläufe sind dunkelbraun, die Füße sind rein weiß gefärbt. Ventral zeigt sich eine cremeweiße bis dunkelgraue Färbung. Der Schädel von Neotoma martinensis ist mittelgroß und leicht gerundet. Der Jochbogen ist vorne deutlich schmäler als hinten. Über die Lebensweise der Art ist nichts bekannt.

Verbreitung

Neotoma martinensis ist auf der Insel Isla San Martin nahe der Küste von Baja California, Mexiko, endemisch. Die Insel befindet sich 5 Kilometer vor der Küste. Die Insel ist mit einem Durchmesser von 1.500 m und einer Fläche von 318 ha relativ klein. Die Insel befindet sich in einem vulkanischen Gürtel und weist selbst auch einen Krater auf. Während des Pleistozän war Isla San Martin mit dem Festland verbunden. Die Isolation vom Festland begann wahrscheinlich vor rund 7.500 Jahren. Der Lebensraum von Neotoma martinensis weist Dickblattgewächse (Crassulaceae) wie Dudleya anthonyi, Nachtschattengewächse (Solanaceae) wie Vertreter der Gattung Lycium sowie zahlreiche Kakteen und Flechten auf.

Biozönose

Sympatrie

Neotoma martinensis lebt im Habitat mit einigen anderen Arten der gleichen Gattung in enger Nachbarschaft. Hier sind insbesondere Neotoma anthonyi, Neotoma bryanti und Neotoma bunkeri neu nennen. Man geht davon aus, dass alle 4 Arten von Neotoma intermedia abstammen. Weitere Arten sind beispielsweise die Graue Wüstenspitzmaus (Notiosorex crawfordi) und die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus). Die Insel Isla San Martin ist ein bekanntes Brutrevier von Seevögeln wie dem Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) oder verschiedenen Kormoranen (Phalacrocoracidae). An den Küsten lassen sich Kalifornische Seelöwen (Zalophus californianus), Seeleopard (Hydrurga leptonyx) und ursprünglich auch der Nördliche Seeelefant (Mirounga angustirostris) beobachten.

Prädatoren

Neotoma martinensis hat im angestammten Lebensraum unter den Säugetieren keine natürlichen Feinde. Erst durch den Menschen wurden Neozoa wie Hauskatzen (Felis catus) eingeführt, die fortan den endemischen Nagetieren nachstellten. Zu den natürlichen Feinden aus der Klasse der Vögel (Aves) zählte insbesondere die Schleiereule (Tyto alba).

Ökologie Gefährdung und Schutz

Im Jahre 1963 war Neotoma martinensis noch reichlich vorhanden. Aufgestellte Fallen im Zuge von Feldstudien belegen ein Vorhandensein der Art noch bis in das Jahr 1968. Man geht heute davon aus, dass eingeführte Hauskatzen und andere kleine Prädatoren für den Niedergang der Art verantwortlich sind. Die letzten Anzeichen der Art gab es durch Fänge in den Jahren 1989 bis 1992. Danach liegen keine Berichte über Sichtungen oder Fänge vor. Seit dem Jahre 2008 wird Neotoma martinensis in der Roten Liste der IUCN als ausgestorben (extinct) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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