Nordamerikanisches Katzenfrett

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Nordamerikanisches Katzenfrett

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Kleinbären (Procyonidae)
Gattung: Katzenfrette (Bassariscus)
Art: Nordamerikanisches Katzenfrett
Wissenschaftlicher Name
Bassariscus astutus
Lichtenstein, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Das Nordamerikanische Katzenfrett (Bassariscus astutus) zählt innerhalb der Familie der Kleinbären (Procyonidae) zur Gattung der Katzenfrette (Bassariscus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Das Nordamerikanische Katzenfrett erreicht eine Körperlänge von 32 bis 42 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 32 bis 43 Zentimeter sowie ein Gewicht von 900 bis 1.300 Gramm. Aufgrund der kurzen Beinlänge erreicht es nur eine Schulterhöhe von 16 bis 17 Zentimeter. Ventral ist das weiche Fell und dichte Fell überwiegend graubraun bis braun gefärbt. Ventral weist das Fell eine hellbraune bis weißliche Färbung auf. Gleiches gilt für den Hals und die Innenseiten der Extremitäten. Der buschige Schwanz ist schwarzweiß geringelt. Der Bereich um die Augen und die Schnauzenspitze ist weißlich. Seitlich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannte Vibrissen.
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Die dreieckige Ohren sind spitz zulaufend und von stehender Form. Das kräftige Gebiss weist 40 Zähne auf. Die Extremitäten sind recht kurz aber ausgesprochen kräftig ausgebildet.

Verhalten

Das Nordamerikanische Katzenfrett ist dämmerungs- und nachtaktiv. In der Nacht wird es durch seine hoch entwickelten Sinne geleitet. Die meiste Zeit in der Nacht verbringen die Tiere mit der Nahrungssuche. Sie sind unermüdlich unterwegs auf Nahrungssuche. Abgesehen von der Paarungszeit leben Nordamerikanische Katzenfrette einzelgängerisch. Sie leben territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Die Reviere der Männchen sind größer und decken sich mit denen der Weibchen. Die Reviergrenzen werden bei beiden Geschlechtern mit Urin und Kot markiert. Nordamerikanische Katzenfrette sind nicht nur sehr gut am Boden unterwegs, sie sind auch ausgezeichnete Kletterer. Beim Klettern dient der lange Schwanz als Balancierorgan. Die Zehen der Füße enden in kräftige Krallen und geben ihnen Halt. Bäume können selbst kopfüber hinuntergeklettert werden.

Verbreitung

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Nordamerikanische Katzenfrette sind in den südwestlichen Bundesstaaten der USA und im nördlichen Mexiko beheimatet. In den USA sind sie insbesondere in Oregon, Nevada, Utah, Wyoming, Colorado, Kalifornien, Arizona, New Mexiko und Texas anzutreffen. Kleinere Populationen sollen auch in Louisiana und in Alabama leben. Lichte Laub-, Nadel- oder Mischwälder, deren Ränder, Halbwüsten und die offene Prärie sind beliebte Habitate. In Höhenlagen kommt das Nordamerikanische Katzenfrett in Höhen von 1.000 bis in subalpine Höhen von bis zu 3.000 Metern vor.

Gefährdung, Schutz

In der Vergangenheit wurden die Nordamerikanischen Katzenfrette massiv wegen ihres Felles bejagt. Trotz des eher minderwertigen Pelzes wurden Jahr für Jahr hunderttausende Tiere getötet. Mittlerweile spielt die Bejagung keine große Rolle mehr. Heute werden allenfalls einige Tausend Tiere im Jahr gejagt. Gejagt wurden die Tiere mit Fallen, in denen sie qualvoll verendet sind. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete stehen die Nordamerikanischen Katzenfrette heute unter Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nur wenig gefährdet geführt.

Prädatoren

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Zu den natürlichen Fressfeinden zählen insbesondere Rotluchse (Lynx rufus), Kojoten (Canis latrans), Wolf (Canis lupus) sowie größere Greifvögel und Eulen wie der Virginia-Uhu (Bubo virginianus). Bei Gefahr plustert das Nordamerikanische Katzenfrett seinen Schwanz auf und legt ihn auf seinem Rücken um so größer zu erscheinen. Das Absondern von Sekreten aus den analen Drüsen soll ebenfalls Feinde abschrecken. Ansonsten suchen sie ihr Heil eher in der Flucht.

Ernährung

Das Nordamerikanische Katzenfrett ist ein Allesfresser. Neben kleinen Säugetieren wie Kaninchen, Hasen, Mäuse und Ratten werden auch Vögel, Reptilien, größere Insekten und Amphibien gefressen. Selbst Aas wird nicht verschmäht. Aber auch reife Früchte, allerlei Waldfrüchte, Sämereien und Beeren werden gerne gefressen. Auf Nahrungssuche geht das Nordamerikanische Katzenfrett nur während der Nacht. Insgesamt wird alles gefressen was sich erbeuten lässt. In der Nähe des Menschen fällt es nicht selten über deren Geflügel und Haustiere her. Von daher ist das Nordamerikanische Katzenfrett bei Landwirten nicht sonderlich beliebt.

Fortpflanzung

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Das Nordamerikanische Katzenfrett erreicht die Geschlechtsreife mit zehn bis zwölf Monaten. Die Tiere leben einzelgängerisch und treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Lebensweise kann als polygam bezeichnet werden, da ein Männchen in der Regel mehrere Weibchen in seinem Revier begattet. Mit der Aufzucht des Nachwuchses hat ein Männchen im folgenden nichts zu tun. Die Geschlechter trennen sich kurz nach der Paarung. Nur selten kommen die Männchen zu gelegentlichen Besuchen vorbei. Die Paarungszeit beginnt meist schon im zeitigen Frühjahr und erstreckt sich bis in den April hinein.

Nach einer Tragezeit von 52 bis 54 Tagen bringt das Weibchen in ihrer Höhle zwei bis sieben Jungtiere zur Welt. Eine Geburtshöhle wird meist in Baumhöhlen, in Felsspalten oder an ähnlich geschützten Stellen eingerichtet. Die Jungtiere sind bei der Geburt noch nackt und blind. Das Geburtsgewicht liegt bei 24 bis 30 Gramm. Die erste Zeit verbleiben sie in der Höhle und werden hier von der Mutter bis zu 40 Tagen lang gesäugt. Bereits im Alter von zwei Monaten sind die Jungtiere selbständig. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei sechs bis acht Jahren. In Gefangenschaft ist auch ein Alter von 12 bis 15 Jahren möglich.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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