Oryzomys nelsoni

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Oryzomys nelsoni
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Oryzomyini
Gattung: Reisratten (Oryzomys)
Art: Oryzomys nelsoni
Wissenschaftlicher Name
Oryzomys nelsoni
Merriam, 1898

IUCN-Status
Extinct (EX)

Oryzomys nelsoni gehört innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Reisratten (Oryzomys). Im Englischen wird diese Reisratte Nelson's Rice Rat oder Tres Marias Island Rice Rat genannt. Reisratten sind auf molekulargenetischer Ebene nahe mit den Sumpfratten (Holochilus) verwandt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Oryzomys nelsoni war eine große Reisratte und erreichte eine Gesamtlänge von 320 bis 344 mm, eine Schwanzlänge von 185 bis 191 mm, eine Hinterfußlänge von 37 bis 39 mm, eine Schädellänge von 34,5 bis 37,38 (35,8) mm, eine Jochbeinbreite von 18,2 bis 19 (18,7) mm sowie eine Hirnschädelbreite von 12,8 bis 13,1 (12,9) mm. Der Schwanz war deutlich länger als der Körper. Das dorsale Fell war orangebraun gefärbt. Eine orangene Färbung zeigte sich vor allem im Bereich der Hüften. Der Kopf, die Schultern und die unteren Bereiche der Flanken waren überwiegend hellbraun gefärbt. Ventral zeigte sich eine weißliche Färbung. Die Innenseiten der Ohren waren mit feinem Fell besetzt. Die Härchen wiesen hier eine gräuliche Färbung auf. Beim Schwanz zeigte sich dorsal eine dunkle Färbung, ventral eine blassgelbe Färbung. Die hinteren Pfoten wiesen eine spärliche Behaarung auf. Das Gebiss bestand aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3.

Über die Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt.

Verbreitung

Oryzomys nelsoni war auf den Marias-Inseln (span. Islas Marías) María Madre, María Magdalena und María Cleofas endemisch. Die Marias-Inseln liegen im Pazifik etwa 70 Kilometer vor der Küste des westlichen Mexiko (Álvarez-Castaneda & Méndez, 2003). Oryzomys nelsoni lebte in der Nähe von Gewässern in zumeist feuchter Umgebung. Der Lebensraum war vor allem durch niedrige und krautige Vegetation geprägt. Fossile Funde sind keine bekannt (Álvarez-Castaneda & Méndez, 2003).

Ernährung

Oryzomys nelsoni ernährte sich als Allesfresser sowohl von Sämereien, Früchte, verschiedenen anderen Pflanzenteilen als auch von kleinen Fischen (Osteichthyes) und kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Pflanzliche Nahrung dominierte jedoch im Nahrungsaufkommen der Tiere deutlich (Álvarez-Castaneda & Méndez, 2003).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Oryzomys nelsoni gilt seit Jahrzehnten als ausgestorben. Der Hauptgrund liegt in der Einfuhr der Hausratte (Rattus rattus). Hausratten stellten den Tieren massiv nach und rotteten Oryzomys nelsoni am Ende aus. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als Extinct (EX) geführt (Álvarez-Castaneda & Méndez, 2003).

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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