Patagonischer Skunk

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Patagonischer Skunk

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Ferkelnasenskunks (Conepatus)
Art: Patagonischer Skunk
Wissenschaftlicher Name
Conepatus humboldtii
Gray, 1837

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Patagonische Skunk (Conepatus humboldtii) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Ferkelnasenskunks (Conepatus). Im Englischen wird der Patagonische Skunk Humboldt-Hog-nosed Skunk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Patagonische Skunk erreicht eine Körperlänge von 50 bis 60 cm, eine Schwanzlänge von 15 bis 18 cm sowie ein Gewicht von 1.100 bis 4.500 g. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Das Fell beider Geschlechter ist bräunlich bis schwarz gefärbt. Ein weißer Streifen erstreckt sich auf beiden Seiten des Körpers vom Kopf bis zum Schwanz. Die auffällige Fellfärbung dient dabei keineswegs als Tarnung, sondern als Warnung an potentielle Angreifer oder Prädatoren. Das Gesicht ist leicht länglich, die verlängerte Nasenspitze ist nackt. Weiße Markierungen fehlen im Gesichtsfeld. Das kräftige Gebiss der Tiere besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/3, m1/2 (Nowak, 1999).

Lebensweise

Patagonische Skunks sind nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Am Tage ruhen die Tiere in Höhlen oder an ähnlich geschützten Plätzen. Die Höhlen werden regelmäßig gewechselt. Die Reviere einzelner Individuen in einer Größe von 10 bis 16 ha überschneiden sich an den Grenzen. Bei Gefahr drohen Patagonische Skunks zunächst mit einem Abwehrwehrverhalten. Lässt sich ein potentieller Feind nicht vertreiben, so versprühen die Tiere über anale Drüsen ein übelriechendes Sekret (Novak).

Unterarten

Verbreitung

Die Art ist im südlichen Argentinien und in den angrenzenden Regionen von Chile verbreitet. Besiedelt werden Habitate wie die Gras- und Strauchsteppe sowie felsige Regionen. In der Nähe des Menschen werden auch deren Behausungen als Lebensraum angenommen. Patagonische Skunks kommen in Höhen von 200 bis 700 m über NN vor (IUCN, 2011).

Biozönose

Der Patagonische Skunk hat in seinem natürlichen Lebensraum kaum natürliche Feinde. Allenfalls größere Greifvögel (Falconiformes) und Eulen (Strigiformes) erbeuten gelegentlich einen Skunk. Eulen und Greifvögeln scheint das übelriechende Sekret aus den analen Drüsen nur wenig auszumachen (Nowak, 1999).

Ernährung

Patagonische Skunks sind im Wesentlichen Allesfresser. Weit oben auf der Speisekarte stehen Insekten (Insecta). Aber auch Vögel (Aves), Vogeleier, Lurche (Amphibia), kleine Schlangen (Serpentes) und andere kleine Reptilien (Reptilia) werden gerne gefressen. An pflanzlicher Kost stehen Früchte, Sämereien und Körner auf der Speisekarte (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt. Patagonische Skunks erreichen die Geschlechtsreife im Alter von knapp einem Jahr, in der Regel gegen Ende des ersten Lebensjahres. Pro Jahr kommt es nur zu einem Wurf, die Paarungszeit ist nicht bekannt. Nach einer Tragezeit von etwa 9 Wochen bringt ein Weibchen 3 bis 7 (5) Jungtiere in einer geschützten Höhle nackt, blind und taub zur Welt. Diese werden für einen Zeitraum von 2 Monaten gesäugt. Weibchen verfügen über 3 Paar Zitzen (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Patagonische Skunks gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen führt den Patagonischen Skunk in Anhang II des Abkommens. Patagonische Skunks wurden nie sonderlich stark bejagt. Die Felle der Tiere sind eher minderwertig (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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