Peromyscus winkelmanni

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Peromyscus winkelmanni

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Peromyscini
Gattung: Weißfußmäuse (Peromyscus)
Art: Peromyscus winkelmanni
Wissenschaftlicher Name
Peromyscus winkelmanni
Carleton, 1977

IUCN-Status
Endangered (EN)

Peromyscus winkelmanni gehört innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Weißfußmäuse (Peromyscus). Im Englischen wird diese Maus Coalcolman Deer Mouse, Winkelmann's Deer Mouse oder Winkelmann's Mouse genannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Peromyscus winkelmanni ähnelt im Habitus den Arten Peromyscus oaxacensis und Peromyscus hylocetes. Von beiden Arten unterscheidet sich Peromyscus winkelmanni in der Größe. Dies gilt auch für die kranialen Dimensionen und der Interorbitalregion. Beim Glans penis, also die Eichel des Penis, weist anders als bei Peromyscus boylii, Peromyscus levipes, Peromyscus pectoralis oder der Tres-Marias-Hirschmaus (Peromyscus madrensis) keine Bedornung auf. Der untere Rand der Eichel weist zudem eine leichte Wellung auf (Álvarez-Castaneda, 2005).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Peromyscus winkelmanni erreicht je nach Geschlecht eine Gesamtlänge von 235 bis 265 (249,2) mm, eine Schwanzlänge von 120 bis 140 (129,1) mm, eine Hinterfußlänge von 27 bis 29 (27,6) mm, eine Schädellänge von 31,2 bis 33,9 (32,4) mm, eine Rostrumlänge von 10,1 bis 11,6 (10,8) mm, eine Jochbeinbreite von 15,4 bis 17,1 (16,2) mm sowie ein Gewicht von 53 bis 54,5 Gramm. Die Länge des Schwanzes entspricht in etwa der Körperlänge. In der Fellfärbung zeigen sich saisonale Unterschiede. Während der Regenzeit ist das Fell dorsal gelblichbraun gefärbt, wobei sich im Bereich der Rückenlinie zahlreiche schwärzliche Haarspitzen zeigen. Ventral ist das Fell leicht ockerfarben gefärbt. Die Wangen und die Flanken sind zimtbraun gefärbt. Der Schwanz ist spärlich mit Haaren versehen. Die Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 3 Paar Zitzen. Ein Paar Zitzen liegt im Achselbereich, 2 Paare in der Leistenregion. Das Gebiss von Peromyscus winkelmanni verfügt über 16 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Álvarez-Castaneda, 2005).

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Peromyscus winkelmanni erstreckt sich über eine kleine Region in Mexiko. Die Vorkommen erstrecken sich über die Sierra de Coalcomán im Bundesstaat Michoacán, sowie über die Sierra Madre del Sur im Bundesstaat Guerrero. Die Art besiedelt Wälder, in denen vor allem Eichen (Quercus), aber auch Kiefern (Pinus) dominieren. Der Lebensraum unterhalb der Bäume ist durch Moose und Flechten, Epiphyten, Bromeliengewächse (Bromeliaceae) und Orchideengewächse (Orchidaceae) geprägt (Álvarez-Castaneda, 2005).

Sympatrie

Peromyscus winkelmanni lebt in seinem Lebensraum sympatrisch mit anderen Tierarten. Hier sind nach Álvarez-Castaneda (2005) insbesondere Peromyscus boylii und Reithrodontomys fulvescens zu nennen. Festgestellt hat man dieses durch aufgestellte Fallen.

Ernährung

Über die Ernährungsweise von Peromyscus winkelmanni ist nur wenig bekannt. Weißfußmäuse (Peromyscus) gelten jedoch im Allgemeinen als opportunistische Allesfresser. Die Tiere ernähren sich sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Dazu gehören neben Insekten (Insecta) und deren Larven vor allem Nüsse, Blüten, Früchte und Beeren, Sämereien, Körner aller Art sowie gelegentlich Pilze. Saisonal schwankt die bevorzugte Nahrung zum Teil stark.

Fortpflanzung

Peromyscus winkelmanni erreicht die Geschlechtsreife im Alter von rund 45 Tagen. Die Paarungszeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Spätsommer. In dieser Zeit kann es durchaus zu mehreren Würfen kommen. Peromyscus winkelmanni lebt einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur kurz während der Paarungszeit aufeinander. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich demnach ausschließlich nur das Weibchen. Ein Weibchen ist während der Paarungszeit besonders territorial und duldet keine anderen Weibchen in ihrem Revier. Das Revier eines Weibchens deckt sich in der Regel mit denen mehrerer Männchen. Nach einer Tragezeit von 23 bis 25 Tagen bringt das Weibchen zwischen 2 und 8, selten bis 10 Jungtiere in ihrem Nest zur Welt. Der Nachwuchs weist ein Geburtsgewicht von etwa 1,5 bis 2 Gramm auf und ist sowohl nackt als auch blind. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt in der vierten Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Jungtiere auch zum ersten Mal das schützende Nest. Die Selbständigkeit erreichen die Jungtiere im Alter von etwa 5 Wochen. Bereits im Alter von gut 10 Wochen sind die Jungtiere ausgewachsen. Die Lebenserwartung liegt bei etwa einem Jahr.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Peromyscus winkelmanni gehört heute zu den stark gefährdeten Arten. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN daher als solches (EN, Endangered) geführt. Die Hauptgefahr geht hauptsächlich von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch die Abholzung der Wälder, aus (Álvarez-Castaneda, 2005; IUCN 2009). In Mexiko steht die Art unter besonderem Schutz.

Anhang

Literatur und Quellen

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