Plattbauch

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Plattbauch
Plattbauch - Weibchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Epiprocta
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Libelluloidea
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Libellula
Art: Plattbauch
Wissenschaftlicher Name
Libellula depressa
Linnaeus, 1758

Der Plattbauch (Libellula depressa) gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Libellula. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Plattbauch erreicht eine Körperlänge von bis zu 45 bis 50 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 65 bis 75 Millimeter. Der Hinterleib ist bei beiden Geschlechtern leicht verbreitert und deutlich abgeflacht. Beim Weibchen variiert die Färbung des Abdomens von goldgelb bis gelblich. Beim Männchen ist das Abdomen hellblau gefärbt, wobei sich an den vorderen Seiten des Brustkorbes (Thorax) und des Hinterleibes (Abdomen) gelblich weiße Flecken zeigen. Markant sind die vier großen Flecken an der Basis der einzelnen Flügel, die eine bräunlich schwarze Färbung aufweisen. Ansonsten sind die Flügel transparent und mit feinen Äderchen durchzogen, die ihnen die nötige Stabilität verleihen. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Der Plattbauch ist aufgrund der Tatsache, dass er seine Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen kann, zum abrupten Richtungswechsel in der Lage. Er bewegt seine Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Flug wirkt die Libelle meist hecktisch, wobei sie einmal sitzend zu den wenigen Libellen gehören, die sich oftmals beobachten lassen, ohne gleich zu flüchten. Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Des weiteren befinden sich kleine Punktaugen auf dem Oberkopf und vermitteln der Libelle hauptsächlich Helligkeitsunterschiede.

Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln, sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im vorderen Mundbereich liegt das Labrum, also die Oberlippe, sowie an den Maxillen die Unterlippe, das sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Elementen. Das sehr lange Abdomen, das eine gewisse Stabilität während dem Flug erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht bewegliche Elemente unterteilt. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet.

Lebensweise

Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen Mai und August. Im Jahre 2001 wurde der Plattbauch zum Insekt des Jahres gewählt.

Verbreitung

Der Plattbauch ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet. Er ist sowohl in Europa als auch im gemäßigten Asien verbreitet. Auch im Norden Europas sind die Plattbauchlibellen verbreitet, ihr Verbreitungsgebiet reicht hier bis hoch in den Norden von Skandinavien. In Höhenlagen kann man sie bis in Höhen von 1.200 Meter über dem Meeresspiegel beobachten. Sie bevorzugen dabei die unmitelbare Nähe zu stehenden Gewässern wie Teichen und Tümpeln mit nicht zu dichter Ufervegetation. Langsam fliessende Gewässer werden ebenfalls besiedelt.

Ernährung

Der Plattbauch ernährt sich räuberisch von Insekten (Insecta) wie Mücken (Nematocera), Fliegen (Brachycera) und anderen Geflügelten Insekten (Pterygota). Dabei sucht er seine Beute von einer Ansitzwarte aus und erbeutet sie mit seinen Fängen im Flug. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Plattbauchlibellen erstreckt sich über die Monate Mai bis August. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart findet im Flug statt. Der Flug wirkt dabei leicht rüttelartig. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine, jedoch patroulliert das Männchen in seiner Nähe und vertreibt Artgenossen. Das Weibchen legt seine Eier im Flug auf der Wasseroberfläche nahe des Ufers ab, welche dann auf den Gewässerboden sinken. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, haben mit zwei Jahren eine sehr lange Entwicklungszeit. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm. Im zweiten Frühjahr nach dem Schlupf der Larven steigen sie aus dem Wasser, üblicherweise auf Halme, die aus dem Wasser ragen. Hier schlüpfen sie aus ihrer alten Haut, welche als sogenannte Exuvie zurückgelassen wird, und fliegen nach der Trocknung der Flügel davon.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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