Rhene atrata

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Rhene atrata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Rhene
Art: Rhene atrata
Wissenschaftlicher Name
Rhene atrata
(Karsch, 1881)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035883]

Die Spinnenart Rhene atrata gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Rhene.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Rhene atrata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Diese Art ist eine ziemlich kleine pelzige, bräunliche Spinne. Das Prosoma ist ziemlich dick und an der Spitze etwas abgeflacht. Der Panzer ist breiter als lang und am breitesten im Bereich der hinteren Augen. Der Kopfteil ist fast trapezförmig und direkt hinter den Augen ziemlich verbreitert und in der ersten Reihe der Augen am schmalsten. Die Thoraxseiten sind vertikal und mit dem hinteren Rand sehr breit und stumpf wirkend. Das Opisthosoma ist oval geformt, an der Spitze etwas abgestumpft und an der Rückseite leicht spitz zulaufend. Die Beine sind relativ kräftig und Femur, Patellae sowie Tibiae sind deutlich verdickt. Bei der männlichen Rhene atrata ist der Panzer und das Opisthosoma braun und im Bereich der Augen und der Spinndüsen zeigt sich eine dunklere Färbung. An der Spitze der ersten Reihe der Augen und an der Seite des Kopfes ist ein Band langer, weißer Härchen zu sehen. Des Weiteren zeigt sich eine sehr enge Bandbreite von weißen Härchen entlang der seitlichen Ränder. Auch auf dem Opisthosoma sowie an den Seiten befinden sich dreieckförmige Bereiche von weißen Härchen. In der Nähe der Spinndüsen zeigt sich ebenfalls ein breites Band von ähnlich weißen Härchen. Insgesamt ist das Männchen eine auffallende Erscheinung. Das Weibchen hingegen ist weniger markiert, aber dafür pelziger. Die Spitze des Panzers ist mit weißlichen Härchen bedeckt. Im Bereich der Spinndüsen und des Opisthosoma befinden sich farbige Härchen und vereinzelt dünne, wellige, weiße Querlinien. Femur, Patellae und Tibiae des ersten Beinpaares sind bräunlich getönt, während Metatarsi und Tarsi gelblich-braun erscheinen. Das zweite Beinpaar ist etwas blasser gefärbt als das erste Beinpaar und das dritte und vierte Beinpaar weisen eine gelblich-braune Tönung auf und sind mit einer braunen Ringelung versehen. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Rhene atrata kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: China, Japan, Korea, Taiwan, Russland und Magadan. Im Allgemeinen sind die Lebensräume der Spinne Sträucher und Büsche, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Häufig ist die Spinne auch in Getreidefeldern zu finden. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge