Rhinolophus capensis

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Rhinolophus capensis
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Hufeisennasenartige (Rhinolophoidea)
Familie: Hufeisennasen (Rhinolophidae)
Unterfamilie: Rhinolophinae
Gattung: Hufeisennasen (Rhinolophus)
Art: Rhinolophus capensis
Wissenschaftlicher Name
Rhinolophus capensis
Lichtenstein, 1823

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Rhinolophus capensis zählt innerhalb der Familie der Hufeisennasen (Rhinolophidae) zur Gattung der Hufeisennasen (Rhinolophus). Die englische Bezeichnung dieser Art lautet Cape Horseshoe Bat. Die Art ist auch unter dem Synonym Rhinolophus auritus (Sundevall, 1860) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von Rhinolophus capensis stammen aus dem Pliozän und wurden im Makapansgat Valley in Limpopo gefunden. Limpopo ist eine Provinz im Nordosten von Südafrika.

Erkennung und Unterschiede

Rhinolophus capensis lebt sympatrisch mit der nah verwandten Art Rhinolophus clivosus. Von Rhinolophus clivosus kann Rhinolophus capensis aufgrund der geringeren Größe und der geringeren Unterarmlänge unterschieden werden. Die Unterarmlänge beträgt bei Rhinolophus capensis bei 47 bis 52 mm, bei Rhinolophus clivosus bei 56 bis 57 mm. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Prämolaren. Zudem sind die Ohren von Rhinolophus capensis breiter als bei Rhinolophus clivosus Stoffberg (2008).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Rhinolophus capensis ist eine mittelgroße Art der Hufeisennasen (Rhinolophidae). Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 84 bis 90 mm, eine Körperlänge von 58 bis 62 mm, eine Schwanzlänge von 24 bis 32 mm, eine Hinterfußlänge von 9 bis 12 mm, eine Unterarmlänge von 47 bis 51,9 mm, eine Schädellänge von 20 bis 21,1, mm, eine Jochbeinbreite von 10 bis 10,6 mm, eine Unterkieferlänge von 13,1 bis 14,1 mm sowie ein Gewicht von 9,5 bis 16 g. Das Fell weist eine hellbraune bis dunkelbraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine blasse, beigegraue Grundfärbung. Die Ohren, die unabhängig voneinander bewegt werden können, sind nach Stoffberg (2008) mit 21 bis 25 mm mittellang. Das Nasenblatt weist familientypisch eine hufeisenartige Form auf. Das Gebiss von Rhinolophus capensis verfügt über 32 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/2, c1/1, p2/3, m3/3. Rhinolophus capensis erreicht eine Flügelspannweite von 27,6 bis 34,1 cm und eine Flügeltragfläche von 131,8 bis 177,8 cm² Stoffberg, 2008.

Verbreitung

Rhinolophus capensis kommt in Südafrika im Bereich der Kapregion vor. Das Vorkommen kann daher als endemisch bezeichnet werden. Die Art besiedelt in geselligen Kolonien natürliche Höhlen sowie Mienen und Stollenbereiche. Nicht selten halten sich in den Höhlen mehrere Arten von Hufeisennasen (Rhinolophidae) auf Stoffberg (2008).

Ernährung

Rhinolophus capensis ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie Schmetterlinge (Lepidoptera) und Käfer (Coleoptera). Beutetiere werden für gewöhnlich im Fluge erbautet. Eher selten erfolgt die Jagd von einem Ansitz aus. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich in der Nacht Stoffberg (2008).

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht Rhinolophus capensis zu Beginn des zweiten Lebensjahr. Die Paarungszeit erstreckt sich im südlichen Afrika über den Frühsommer. Zu dieser Zeit sind die Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi) der Männchen voll entwickelt. Die Tragezeit der Weibchen erstreckt sich über 3 bis 4 Monaten. Ein Wurf weist für gewöhnlich nur ein Junges auf. Der Nachwuchs wird für 2 Monate gesäugt. Am Tage klammert sich ein Jungtier am Bauch der Mutter fest, in der Nacht bleiben Jungtiere am Schlafplatz alleine zurück Stoffberg (2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Rhinolophus capensis zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. In einigen Regionen des Verbreitungsgebietes steht die Art wegen Störung an den Schlafplätzen unter Druck. Insgesamt stellen touristische Aktivitäten und die intensive Landwirtschaft die größten Gefahren dar.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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