Rhinolophus paradoxolophus

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Rhinolophus paradoxolophus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Hufeisennasenartige (Rhinolophoidea)
Familie: Hufeisennasen (Rhinolophidae)
Unterfamilie: Rhinolophinae
Gattung: Hufeisennasen (Rhinolophus)
Art: Rhinolophus paradoxolophus
Wissenschaftlicher Name
Rhinolophus paradoxolophus
(Bourret, 1951)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Rhinolophus paradoxolophus zählt innerhalb der Familie der Hufeisennasen (Rhinolophidae) zur Gattung der Hufeisennasen (Rhinolophus). Die englische Bezeichnung dieser Art lautet Bourret's Horseshoe Bat. Rhinolophus paradoxolophus ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Rhinolophus paradoxolophus ähnelt der nah verwandten Art Rhinolophus rex insbesondere in Bezug auf die Ohren und dem Nasenblatt. Unterschieden werden kann Rhinolophus paradoxolophus anhand des höheren Antitragus (Tasche zum Richtungshören), der engeren Sella turcica (Türkensattel in der mittleren Schädelgrube) und der geringeren Schädelgröße. Das Jochbein ist bei Rhinolophus paradoxolophus kräftiger entwickelt. Rhinolophus marshalli unterscheidet sich Rhinolophus paradoxolophus durch einen längeren und engeren Antitragus und einen größeren Schädel (Eger & Fenton, 2003).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Rhinolophus paradoxolophus ist mit einer Unterarmlänge von etwa 55,2 mm ein mittelgroßer Vertreter der Hufeisennasen (Rhinolophus). Der Schädel ist lang und schmal, der sagittale, also der von vorne nach hinten verlaufende Kamm ist flach. Rhinolophus paradoxolophus erreicht eine Unterarmlänge von 52 bis 68 (55,2) mm, eine Gesamtlänge von 79 bis 89 (85,3) mm, eine Schwanzlänge von 29 bis 35 (32,2) mm, eine Hinterfußlänge von 8 bis 12 (10,5) mm, eine Ohrlänge von 32 bis 37 (33,9) mm, eine Schädellänge von 21,1 bis 22,7 (22,06) mm, eine Condylobasallänge von 18,1 bis 19,2 (18,56) mm, eine Jochbeinbreite von 9,1 bis 9,6 (9,38) mm sowie ein Gewicht von 9 bis 15 (10,8) g. Die Ohren sind im Vergleich zum Kopf und Körper außerordentlich groß, der vordere Rand der Ohren ist konvex. Das vordere Nasenblatt ist ausgesprochen breit. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/2, c1/1, P2/3, m3/3.

Lebensweise

Die Art lebt in Kolonien mit bis zu 50 Individuen. Rhinolophus paradoxolophus orientiert sich wie alle Fledermäuse durch Echolokation. Die einzelnen Ausrufe erstrecken sich über 40 bis 50 ms und liegen in einer dominanten Frequenz von 37 bis 43 kHz. Im unteren Frequenzbereich konnten Frequenzen von 22 bis 35 kHz festgestellt werden. Dies sind innerhalb der Gattung der niedrigste Frequenzbereich. Weibchen bringen ein einzelnes Junges zur Welt. Weiterführende Informationen über die Ernährung, die Lebensweise und die Fortpflanzung sind nicht bekannt (Eger & Fenton, 2003; Novak, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Rhinolophus paradoxolophus kommt in China, Laos, Thailand und Vietnam vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das nördliche Vietnam, über die benachbarte Provinz Guangxi in China, über das zentrale Thailand sowie über das nördliche und zentrale Laos. Beliebte Lebensräume sind insbesondere Kiefernwälder (meist Pinus merkusii), Regenwald im Flachland und Kalksteinformationen. Rhinolophus paradoxolophus verbringt die Ruhezeiten in geschützten natürlichen Höhlen (Eger & Fenton, 2003; Novak, 1999; IUCN, 2011).

Parasiten

Rhinolophus paradoxolophus wird von zahlreichen Ektoparasiten heimgesucht. Hier sind insbesondere verschiedene Milben (Acari, Acarida) aus den Familien der Laufmilben (Trombiculidae) und der Spinturnicidae zu nennen. Andere Ektoparasiten konnten den Fledermausfliegen (Nycteribiidae) wie Phthiridium und der Streblidae wie Ascodipteron, Brachytarsina falcozi und Raymondia pseudopagodarum zugeordnet werden.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Rhinolophus paradoxolophus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Zu den größte Gefahren gehört heute zweifelsohne die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch die Entwaldung zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen und Plantagen (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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