Riesentafelente

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Riesentafelente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Tauchenten (Aythyini)
Gattung: Tauchenten (Aythya)
Art: Riesentafelente
Wissenschaftlicher Name
Aythya valisineria
(Wilson, 1814)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Riesentafelente (Aythya valisineria) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Tauchenten (Aythya). Im Englischen wird die Art Canvasback genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die sehr große Riesentafelente erreicht eine Körperlänge von 48 bis 54 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 79 bis 88 Zentimeter sowie ein Gewicht von 860 bis 1.580 Gramm. Während der Brutzeit weisen die Geschlechter in der Gefiederfärbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Im Prachtkleid sind Männchen im Bereich des Kopfes und des Halses bräunlich gefärbt. Der Brustbereich ist schwarz, der Bauch ist weiß und der Rücken, die Flügel und die Flanken weisen eine hellgraue Färbung auf. Der Schwanz ist im Kontrast zum Rücken schwarz gefärbt. Außerhalb der Paarungszeit ist das Männchen deutlich heller, wenn auch ähnlich gefärbt. Vor allem die sonst schwarz gefärbte Brust ist hell gefärbt. Das Weibchen ist ganzjährig unauffällig graubraun gefärbt, wobei der Rücken mehr gräulich und die Bauchseite weißlich gefärbt ist. Die Augen der Weibchen sind rötlich gefärbt. Die juvenilen Enten sind ähnlich dem Weibchen gefärbt.

Verbreitung

Die Brutgebiete der Riesentafelente liegen in den nordwestlichen Teilen Nordamerikas, insbesondere von Alaska bis in die Nordwest-Territorien sowie in den nordwestlichen US-Bundesstaaten, östlich bis Minnesota, südwestlich bis Nevada. Der Zug in die Brutgebiete erfolgt im Februar bis in den April hinein. Der Rückzug in die Winterquartiere beginnt im Oktober und ist bis in den November hinein abgeschlossen. Die Winterquartiere liegen in den südlichen US-Bundesstaaten und im nördlichen Mexiko. Während dieser Zeit halten sich die Riesentafelenten vorzugsweise an den Küsten auf. Beliebte Lebensräume sind Feuchtgebiete, Lagunen, Flussmündungen, Gezeitenflächen an den Küsten, aber auch an Flüssen und Bächen sowie an Seen und Teichen.

Ernährung

Riesentafelenten nehmen sowohl pflanzliche als auch tierische Kost zu sich. An tierischer Nahrung stehen vor allem Schnecken (Gastropoda), aquatische Insekten (Insecta) und Insektenlarven auf der Speisekarte. Pflanzliche Nahrung wie Wurzeln, Knollen, Blätter sowie Knospen und Sämereien werden ebenfalls häufig gefressen. Die Nahrungssuche erfolgt hauptsächlich im Wasser, seltener auch an Land. Besonders beliebt ist die Große Schraubenvallisnerie (Vallisneria americana), deren wissenschaftlicher Name auch für die Riesentafelenten Pate stand. Insgesamt lässt sich sagen, dass in den Brutgebieten hauptsächliche tierisches gefressen wird, in den Winterquartieren überwiegend pflanzliche Nahrung.

Fortpflanzung

Die Riesentafelente erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit beginnt in den nördlichen Regionen ab Mai. Die Nester entstehen in dichter Ufervegetation. Ein Gelege besteht aus 7 bis 12 (9-10) Eier. Sie werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 23 bis 29 Tagen gewärmt. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungvögel im Alter von 10 bis 12 Wochen. Kurze Zeit später erfolgt der Flug in die Winterquartiere.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Riesentafelenten zählen heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet erstreckt sich über rund 5.100.000 km², die Bestände der Riesentafelente werden auf bis zu 620.000 Individuen geschätzt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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