Ringschnabelente

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Ringschnabelente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Tauchenten (Aythyini)
Gattung: Tauchenten (Aythya)
Art: Ringschnabelente
Wissenschaftlicher Name
Aythya collaris
(Donovan, 1809)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Ringschnabelente (Aythya collaris) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Tauchenten (Aythya). Im Englischen wird die Art Ring-necked Duck genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Ringschnabelente erreicht eine Körperlänge von 38 bis 46 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 65 bis 75 Zentimeter sowie ein Gewicht von 650 bis 800 Gramm. Die Geschlechter weisen in der Größe und in der Gefiederfärbung einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Beim Männchen ist das Gefieder überwiegend schwarz gefärbt. Lateral ist sein Gefieder gräulich gefärbt, die Bauchseite ist weißlich bis gräulich. Am Flügelansatz, nahe der Brust, zeigt sich eine sichelartige weiße Markierung. Der Schnabelansatz zeigt eine schmale weiße Linie, der vordere Bereich des Schnabels sowie die Schnabelspitze ist schwarz gefärbt. Im vorderen Bereich reicht ein breiter weißer Streifen quer über den Schnabel. Die Kanten des Schnabels sind bis kurz vor die Schnabelspitze weiß gezeichnet.

Die Weibchen sind insgesamt etwas kleiner als die Männchen. Das Gefieder ist überwiegend braun bis graubraun gefärbt. Der Schnabel ist kleiner und weist eine dunkelgraue bis schwarze Grundfärbung auf. Die Bauchseite ist hellgrau bis fast weiß. Auch beim Weibchen befindet sich im vorderen Drittel des Schnabels ein weißlicher Sattelfleck. Beim Weibchen zeigt sich ein weißer Augenring. Dieser fehlt beim Männchen. Die Iris der Männchen ist orangefarben, beim Weibchen ist die Iris braun gefärbt. Die Extremitäten erscheinen bei beiden Geschlechtern kurz und kräftig und sind grau gefärbt.

In ihrer Fortbewegung wirkt die Ringschnabelente mit den kurzen Beinen eher unbeholfen, dagegen kann sie sich im Wasser optimal fortbewegen und ist eine brillante Taucherin. Die Ringschnabelente taucht einige Meter tief und kann bis zu einer halben Minute unter Wasser bleiben. Ringschnabelenten leben in geselligen Gruppen. Die Gruppen weisen eine getrennt geschlechtliche Zusammensetzung auf. Zur Paarungszeit, die meist im März beginnt, ziehen sich die Ringschnabelenten allerdings paarweise zurück.

Verbreitung

Die Ringschnabelente ist in Nordamerika, insbesondere in de USA und Kanada, bis hoch in den Norden weit verbreitet. Nur die arktischen Regionen werden nicht besiedelt. Man findet die Ringschnabelente meist an Seen, Teichen und entlang von Flussläufen. Beliebte Habitate sind Feuchtwiesen, überschwemmte Auenwälder und Sumpfgebiete. Sie ist nur an Süßgewässern zu finden. In Brack- und Salzwasser ist die Ringschnabelente nicht anzutreffen.

Ernährung

Die Ringschnabelente geht hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche. Sie ernährt sich überwiegend von Sämereien, Wurzeln, Blättern und von aquatischen Pflanzenknospen. Ihre Nahrung besteht zu etwa 80 Prozent aus pflanzlicher Nahrung. Aber auch Wasserinsekten, deren Larven, Mollusken, Schalentiere und Würmer stehen auf dem Speiseplan. Nahrung wird in der Regel tauchend gesucht. Mit einem kleinen Sprung verschwindet sie unter Wasser und verbleibt dort bis zu 30 Sekunden ehe sie wieder auftaucht. Sie zieht es vor ihre Nahrung aus klarem sauberem Wasser zu holen.

Fortpflanzung

Die Brutgebiete liegen im nördlichen Nordamerika. Hier treffen die Ringschnabelenten meist schon im März aus ihren südlichen Winterquartieren ein. Je nach Verbreitungsgebiet erfolgt aber auch keine Migration, da einige Populationen als Standvögel gelten. Die Nester sind schwimmende Plattformen, die in einem Kleingewässer aus Pflanzenteilen entstehen. Gelegentlich bauen Ringschnabelenten ihre Nester aber auch in dichter Ufervegetation. Der Nistplatz wird vom Weibchen gewählt, der Bau des Nestes erfolgt durch beide Partner.

Die Eiablage beginnt Anfang oder Mitte Mai. Die Hauptlegezeit erstreckt sich über Mai und Juni. Ein Gelege besteht in der Regel aus sieben bis neun weißlichen Eiern. Die Größe der Eier beträgt gut 55 mal 40 Millimeter. Ab dem vierten Ei erfolgt die Bebrütung durch das Weibchen. Die Brutdauer erstreckt sich über gut 27 Tage. Das Männchen nimmt an der Bebrütung der Eier und an der späteren Aufzucht der Jungen allerdings nicht teil. Es bewacht allerdings während der Brutphase über das Gelege. Danach verlässt er die Familie.

Die Jungen sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlupf und folgen der Mutter. Das Tauchen ist den Jungen schon angeboren und können sich am zweiten Tag selbständig ernähren. Während dieser Zeit sind die Jungen besonders gefährdet. Sie werden von großen Fischen oder von Greifvögeln erbeutet. Mit etwa 50 bis 55 Tagen sind die Jungen flügge. Die Jungen sind gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Die Lebenserwartung einer Ringschnabelente kann acht bis zehn Jahre betragen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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