Rostgans

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Rostgans

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformees)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Halbgänse (Tadorninae)
Gattung: Kasarkas (Tadorna)
Art: Rostgans
Wissenschaftlicher Name
Tadorna ferruginea
(Pallas, 1764)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Rostgans (Tadorna ferruginea) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Kasarkas (Tadorna). Im Englischen wird die Art Ruddy Shelduck genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Rostgans erreicht eine Körperlänge von 62 bis 67 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 125 bis 145 Zentimeter sowie ein Gewicht von 950 bis 1.500 Gramm. Das Gefieder weist eine überwiegend orangerote Färbung auf. Der Kopf ist deutlich heller gefärbt und zeigt im Gesichtsbereich vom Schnabelansatz bis hinter die Augen weiße Gefiederteile. Hals und Körper werden optisch durch ein schmales schwarzes Band getrennt. Die Flügel weisen farblich eine Dreiteilung auf, die äußeren Fahnen der Flügel sind schwarz, der vordere Teil der Flügel ist weiß und metallisch grün gefärbt. Die Unterseite der Flügel ist bis auf die schwarzen Flügelspitzen weiß. Der Schwanz ist überwiegend schwarz. Die Extremitäten und der kräftige Schnabel zeigen eine schwarze Färbung.

Verhalten

Rostgänse sind tagaktive Gänse, die außerhalb der Paarungszeit durchaus sehr gesellig zusammenleben. Ihr Lebensraum ist der Erdboden und das Wasser, dennoch gelten sie als gute Flieger. Während der Paarungszeit legen Rostgänse ein territoriales Verhalten an den Tag und ziehen sich paarweise in ein Revier zurück. Zentraler Punkt eines Reviers ist ein Erdbau, in dem auch die Eiablage erfolgt.

Verbreitung

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Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordostafrika über den nahen Osten bis nach Zentralasien. Kleinere Populationen leben auch rund um das schwarze Meer. In Mitteleuropa vorkommende Populationen gelten als eingeführt oder es handelt sich um Vögel, die aus der Haltung entkommen sind. Seen, Teiche, Mündungsdelta und Küstenbereiche mit Brackwasser gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Sie kommen sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen durchaus häufig vor.

Ernährung

Die Rostgans gilt als Allesfresser, die sich jedoch hauptsächlich von pflanzlicher Kost ernährt. Sämereien, Wasserpflanzen, Gräser und Kräuter stehen dabei ganz oben auf der Speisekarte. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere zumeist in der Nähe des Ufers, gelegentlich auch auf Wiesen. Zur tierischen Nahrung gehören Schnecken, Würmer, Krebstiere sowie Insekten und deren Larven.

Fortpflanzung

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Geschlechtsreif ist die Rostgans mit gut einem Jahr und lebt in einer saisonalen Einehe. Die Balzzeit erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet über die Monate Februar bis Mai. Nester werden in Baumhöhlen oder Erdhöhlen errichtet, gerne nehmen Rostgänse auch verlassene Bauten anderer Tiere in Beschlag. Das Weibchen legt zwischen acht und zwölf weißliche Eier. Das Nest wird mit Daunen ausgepolstert, die Brutdauer erstreckt sich über rund 28 bis 30 Tage. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel zu Schlammbänken geführt und aufgezogen. Auch der Ganter beteiligt sich an der Aufzucht der Jungen.

Gefährdung und Schutz

Die Rostgans gilt als nur wenig gefährdet und kommt aufgrund ihrer nur wenig anspruchsvollen Lebensweise überall noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt (LC, Least Concern). Allenfalls die Trockenlegung von Feuchtgebieten, Sümpfen, Seen und Teichen sowie die allgemeine Vernichtung der Lebensräume könnte der Art langfristig gefährlich werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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