Roter Ecuadorbuntbarsch

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Roter Ecuadorbuntbarsch
Männchen

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Gattung: Cichlasoma
Art: Roter Ecuadorbuntbarsch
Wissenschaftlicher Name
Cichlasoma festae
Boulenger, 1899

Der Rote Ecuadorbuntbarsch (Cichlasoma festae), auch als Roter oder Orangeroter Tigerbuntbarsch bekannt, zählt innerhalb der Familie der Buntbarsche (Cichlidae) zur Gattung Cichlasoma. Im Englischen nennt man ihn Red terror cichlid.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rote Ecuadorbuntbarsch ist ein großer, robuster und konkurrenzfähiger Buntbarsch aus Südamerika. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 50 cm, während das Weibchen etwas kleiner erscheint und eine Körperlänge von etwa 30 cm erreicht. Der Rote Ecuadorbuntbarsch ist ein länglicher Buntbarsch mit einer schrägen, leicht vorgewölbten Stirn. Die Körperfarbe ist abhängig von Geschlecht und Alter der Fische. Es besteht somit zwischen dem Männchen und dem Weibchen eine eindeutig unterschiedliche Farbgebung, auch Dichromatismus genannt. Das adulte Männchen zeigt einen hellgrünen bis irisierend grünen Körper mit sechs bis acht hellblauen bis schwärzlichen Querstreifen sowie zahlreichen irisierend hellblauen Punkten, die die Mitte und den hinteren Teil des Körpers bedecken. Der Bauch weist eine rosige Pinkfärbung auf. Die Kehle ist ebenfalls rosig pink gefärbt. Die stachelige Rückenflosse zeigt ein helles Blau und die letzten Strahlen sind violett gefärbt. Die Analflosse und die Schwanzflosse sind in der Farbe violett-rosafarben und die Beckenflosse ist himmelblau. Die Brustflossen sind klein und ebenfalls mit irisierend hellblauen Punkten versehen. Die Farben können innerhalb einer Population schwanken. Das Weibchen, das den jugendlichen Farbton behält, ist noch bunter gefärbt als das Männchen. Allerdings zeigt die Körperfärbung während der Laichzeit ein intensiv helles Feuerrot. Des Weiteren ist der Körper mit sechs bis acht Querstreifen gekennzeichnet. Die Flossen zeigen auch ein helles Rot und die Rückenflosse besitzt einen großen schwarzen Punkt. Die vorderen Strahlen des Rückenwirbels sind innen schwarz. Eine schwarze Markierung läuft von der Stirn bis zum Auge. Außerhalb der Reproduktionszeit fasziniert das Weibchen noch durchaus mit einer splitter-roten Körperfarbe sowie roten Flossen mit wechselnden schwarzen Streifen. Der Kopf weist im Gegensatz zum übrigen Körper ein gelbliches bis bräunliches Orange auf. Das Maul mit seinen dicken, fleischigen, rötlich gefärbten Lippen ist groß und weist einen leicht hervorstehenden Unterkiefer bei beiden Geschlechtern auf. Die Augen sind im Verhältnis zum Körper ziemlich klein geraten.

Roter Ecuadorbuntbarsch - Männchen
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Roter Ecuadorbuntbarsch - Männchen

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Rote Ecuadorbuntbarsch sieht dem Schwanzfleckbuntbarsch (Cichlasoma urophthalma) sehr ähnlich und ist somit leicht zu verwechseln. Letzterer kommt in der Nähe der Halbinsel Yucatán südlich Nicaraguas und insbesondere in den Küsten von Flussmündungen vor. Die Körperfarbe des Schwanzfleckbuntbarschs ist graubraun. Eine Möglichkeit, die zwei Arten zu unterscheiden, sind die Größe und die Positionierung des Schwanzflecks. Beim Roten Ecuadorbuntbarsch ist der Ocellus (Augenfleck) ein runder Fleck, der durch einen auffallenden, schillernden, weißblauen Ring umschlossen ist. Beim Schwanzfleckbuntbarsch ähnelt der Ocellus eher einem senkrechten Strich.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet des Roten Ecuadorbuntbarschs liegt in Südamerika, das sich vom Rio Esmeraldas in Ecuador bis zum wasserreichsten peruanischen Küstenfluss Tumbes in Peru erstreckt. Er hält sich entlang in Uferbereichen von Flüssen auf, wo er sandigen bis kiesigen Bodengrund mit vielen Versteckmöglichkeiten wie Felsspalten oder Felshöhlen bevorzugt. Optimale Wassertemperaturen sind 25° bis 29°C, der pH-Wert sollte zwischen 6.0 und 8.0 liegen.

Rio Esmeraldas in Ecuador
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Rio Esmeraldas in Ecuador

Ernährung

Der Rote Ecuadorbuntbarsch ist ein Fleischfresser und ernährt sich überwiegend von benthischen Organismen wie kleinen Garnelen. Des Weiteren nimmt er auch kleine Fische und Weichtiere sowie Wasserinsekten und deren Larven zu sich.

Fortpflanzung

Der Rote Ecuadorbuntbarsch ist ein Offenbrüter, der Brutpflege betreibt und die Eier sowie die geschlüpften Jungfische bewacht. Er ist ein extrem streitsüchtiger und territorialer Fisch, insbesondere während der Laichzeit verteidigt er das Revier gegenüber Eindringlingen und auch Artgenossen vehement. Der Dichromatismus tritt auf, wenn der Rote Ecuadorbuntbarsch eine Körperlänge von etwa 10 bis 13 cm erreicht hat. Die reproduktive Tätigkeit beginnt mit der Regenzeit, die meistens im Januar stattfindet. In der Reproduktionszeit bilden sich feste Paare. Die Paarbindung bleibt auch dann noch bestehen, wenn die Laichzeit vorüber ist. Das Weibchen legt die Eier in Höhlen und in geschützten Bereichen ab. Zusätzlich werden große Gruben in den Kies gegraben, bevor die Eier gelegt werden. Mehr als die meisten anderen Arten der Gattung Cichlasoma kann das Weibchen des Roten Ecuadorbuntbarschs 1.000 bis 3.000 Eier legen. Das Weibchen schützt die Eier vor drohenden Gefahren, während das Männchen das Brutrevier vor Fressfeinden schützt. Nach drei Tagen sind die Eier inkubiert und die Jungfische werden von dem Männchen beim Schlüpfen aus den Eiern unterstützt, indem er die Eierschalen von ihnen abzieht. Anschließend werden die Jungfische von dem Weibchen zu den vorher ausgehobenen Kiesgruben gebracht. Nach fünf bis sechs Tagen können die Jungfische frei schwimmen, obgleich das Weibchen und das Männchen die Jungfische noch sorgfältig hegen und pflegen.
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