Rotkaninchen

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Rotkaninchen
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Palaeolaginae
Gattung: Rotkaninchen (Pronolagus)
Art: Rotkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Pronolagus rupestris
(A. Smith, 1834)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Rotkaninchen (Pronolagus rupestris) zählt innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae) zur Gattung Rotkaninchen (Pronolagus). Im Englischen wird die Art Smith's Red Rock Hare oder Smith's Red Rockhare genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Rotkaninchen erreichen eine Gesamtlänge von 390 bis 570 mm, eine Hinterfußlänge von 75 bis 100 mm, eine Ohrlänge von 60 bis 100 mm siwue ein Gewicht von bis zu 2.000 g. Dorsal ist das Fell bräunlich gefärbt, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Die Ohren und das Gesichtsfeld sind überwiegend gräulich gefärbt, der Schwanz ist rotbraun. Im Gegensatz zu anderen Kaninchen sind die Zehen und die Klauen eher kurz und breit (Nowak, 1999).

Lebensweise

Rotkaninchen sind fast ausschließlich in der Nacht aktiv. Am Tage verbergen sie sich in ihren Bauten. Nicht selten nutzen die Kaninchen die gleichen Bauten wie Schliefer (Hyracoidea). Rotkaninchen leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen im Wesentlichen nur zur Paarung aufeinander. Die Tiere sind ausgesprochen vorsichtig und ergreifen schnell die Flucht. Sie zeichnen sich auf der Flucht vor natürlichen Feinden durch die typischen Richtungswechsel aus (Nowak, 1999).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005:

Verbreitung

Die Art ist im östlichen und südlichen Afrika in Kenia, Malawi, Südafrika, Lesotho, Tansania und Sambia verbreitet. In Südafrika tritt die Art in den Provinzen Free State, Northern Cape Province und in der North-West Province auf. Vorkommen in Namibia sind nicht bestätigt. Rotkaninchen leben im Hügelland meist an steinigen Hängen wo Gräser und Buschwerk üppig gedeihen (IUCN, 2011).

Ernährung

Rotkaninchen ernähren sich hauptsächlich von frischen Gräsern und Kräutern. Gelegentlich werden auch junge Triebe von Büschen gefressen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt ausschließlich in der Nacht (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Rotkaninchen ist nur wenig bekannt. Nach einer Tragezeit von gut 30 Tagen bringt ein Weibchen an geschützter Stelle 1 bis 2 (2) Jungtiere zur Welt. Das Nest wird mit weichen Pflanzenteilen und Haaren ausgepolstert. Der Nachwuchs ist bei der Geburt unselbständig und gilt als Nesthocker. Die Augen sind bei der Geburt noch geschlossen. Die Säugezeit, das Erreichen der Selbständigkeit und die Lebenserwartung sind nicht bekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Bei der Bevölkerung gilt das Fleisch der Rotkaninchen als Delikatesse. Das Fleisch soll ausgesprochen aromatisch schmecken. Dies mag auf die Ernährung mit frischen Gräsern und Kräutern zurückzuführen sein. Die Art gilt heute noch nicht als Gefährdet. In der Roten Liste der IUCN wird das Rotkaninchen in der Kategorie LC, LEast Concern, geführt. Die größte Bedrohung geht heute von der Bejagung und vom Verlust der natürlichen Lebensräume aus (IUCN, 2011).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist das Rotkaninchen unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind australis Roberts, 1933, melanurus (Rüppell, 1842), mülleri Roberts, 1938, barretti Roberts, 1949 und bowkeri Hewitt, 1927. Die genannten Synonyme sind ungültig (Wilson & Reeder, 2005).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge