Rotrücken-Nachtreiher

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Rotrücken-Nachtreiher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Stelz- und Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Nachtreiher (Nycticoracinae)
Gattung: Nachtreiher (Nycticorax))
Art: Rotrücken-Nachtreiher
Wissenschaftlicher Name
Nycticorax caledonicus
Gmelin, 1789

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Rotrücken-Nachtreiher (Nycticorax caledonicus), oder kurz Rotrückenreiher, zählt innerhalb der Familie der Reiher (Ardeidae) zur Gattung der Nachtreiher (Nycticorax).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rotrücken-Nachtreiher erreicht eine Standhöhe von bis zu 60 Zentimeter, eine Körperlänge von 57 bis 64 Zentimeter sowie ein Gewicht von 750 bis 850 Gramm. Oberseits und auf den Flügeln ist der zimtbraun gefärbt. Das Gesicht, die seitlichen Halspartien sowie Brust und Bauch sind rein weiß gefärbt. Der Oberkopf und der Schnabel sind schwarz. Unterhalb des Schnabels sind gelbliche Bereiche zu erkennen. Die mittellangen Extremitäten weisen eine hellbraune Färbung auf. Markant ist der ausgesprochen große Kopf der auf einem kurzen Hals sitzt. Dies gibt dem Rotrücken-Nachtreiher ein stämmiges Aussehen. Während der Paarungszeit zeigen sich auf dem Hinterkopf drei stark verlängerte Schmuckfedern. Jungvögel unterscheiden in der Gefiederfärbung deutlich von adulten Vögeln. Sie sind bräunlich bis graubraun gefärbt und weisen eine weißliche Marmorierung auf. Rotrücken-Nachtreiher sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Seine Lautäußerungen wirken krächzend und sind meist nur in der Nacht zu hören.

Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete des Rotrücken-Nachtreihers erstrecken sich über weite Teile Südostasiens und Australiens. Die Vögel sind insbesondere in Australien, Brunei, auf den Christmas-Inseln, den Cocos-Inseln, Indonesien, Japan, Malaysia, Mikronesien, auf Neukaledonien, Neuseeland, Palau, in New Guinea, den Philippinen und auf den Solomon-Inseln anzutreffen. Die Lebensräume sind an das Vorhandensein von einem Gewässer gebunden. Als Habitat kommen langsam fließende Flüsse, Seen, Mangrovensümpfe und Sumpfgebiete sowie Überflutungsbereiche und ähnliches in Frage. Bei Wasserknappheit unternehmen die Rotrücken-Nachtreiher auf der Suche nach neuen Gewässern zum Teil weite Wanderungen.

Gefährdung und Schutz

Die Entwässerung oder Trockenlegung von Sumpfgebieten und Unterbrechung der Frischwasserzuflüsse wirkt sich in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete negativ auf den Bruterfolg aus. Auch die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist nicht förderlich. Die Gifte werden über die Nahrung aufgenommen und schädigen die Vögel. Betroffen sind insbesondere die Eier und Jungvögel. In der Roten Liste des IUCN wird der Rotrücken-Nachtreiher als nur gering gefährdet geführt.

Nahrung

Rotrücken-Nachtreiher gehen vorzugsweise mit Einbruch der Dämmerung auf Nahrungssuche. Jedoch kann man sie bei schlechter Witterung, insbesondere Regen, auch am Tage während der Nahrungssuche beobachten. Während der Nacht stehen sie nicht in Nahrungskonkurrenz zu anderen Reiherarten in ihrem Lebensraum. Sie schreiten in der Regel im flachen Wasser und suchen nach Nahrung. Dabei wird die Beute nicht aufgespießt, sondern mit dem kräftigen Schnabel gepackt. Charakteristisch ist ihre Haltung; sie schreiten mit gesenktem Haupt und Schnabel durch flaches Wasser. Haben sie ein Beutetier entdeckt, so stoßen sie mit geöffnetem Schnabel zu und packen die Beute. Zu ihrer bevorzugten Beute gehören neben kleinen Fischen und Insekten vor allem auch Krebstiere, Amphibien, kleine Nagetiere, Eidechsen und Schlangen. Auch Vogelbrut und Eier stehen auf der Speisekarte.

Fortpflanzung

Der Rotrücken-Nachtreiher erreicht die Geschlechtsreife mit etwa zwei bis drei Jahren. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr, jedoch fallen die meisten Bruten zwischen September und April. Der Rotrücken-Nachtreiher lebt in monogamer Einhehe, die aber meist nicht lange hält. Rotrücken-Nachtreiher sind Kolonienbrüter, die oftmals auch mit anderen Reihern in hohen Bäumen brüten. Dabei können in einem Baum durchaus 20 bis 30 Brutpaare vorhanden sein. Die eigentliche Paarung findet in der Nähe des Nistplatzes statt. Pro Saison kommt es dabei nur zu einer Brut. In einem Baum wird das Nest meist in der Nähe des Stammes oder auch in einer größeren Astgabel errichtet. Dabei besorgt das Männchen das Baumaterial und das Weibchen verbaut dieses. Als Baumaterial werden kleine Äste, Wurzeln, Gräser und Laub genutzt.

Da Weibchen legt im Abstand von ein bis zwei Tagen zwischen drei bis vier, selten bis fünf Eier. Sie weisen eine hell blaugrüne bis grünliche Färbung auf. Die Eier werden über einen Zeitraum von durchschnittlich 23 Tagen ausgebrütet. Wird es zu heiß, so befeuchten die Rotrücken-Nachtreiher ihre Flügel, um damit die Eier ein wenig zu kühlen. Das Brutgeschäft teilen sich die Geschlechter. Die Jungvögel werden etwa für 45 bis 48 Tage gefüttert. Danach sind sie flügge und selbständig. Das Gefieder der Jungvögel ist überwiegend bräunlich und weist weißliche Flecken in unterschiedlicher Form und Größe auf. Die Pigmentierung der Beine stellt sich frühestens im zweiten Lebensjahr ein.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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