Rotwolf
aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank
| Rotwolf | |
|---|---|
|
| |
| Systematik | |
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse: | Lebendgebärende Säugetiere (Theria) |
| Teilklasse: | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Ordnung: | Raubtiere (Carnivora) |
| Überfamilie: | Hundeartige (Canoidea) |
| Familie: | |
| Gattung: | Wolfs- und Schakalartige (Canis) |
| Art: | Rotwolf |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Canis rufus | |
| Audubon and Bachman, 1851 | |
| IUCN-Status | |
| Critically Endangered (CR) - IUCN
| |
Der Rotwolf (Canis rufus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Wolfs- und Schakalartigen (Canis). Der Rotwolf ist der nächste Verwandte des Wolfes (Canis lupus).
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen, Maße
Der Rotwolf erreicht eine Körperlänge von 95 bis 120 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 66 bis 79 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 16 bis 35 Kilogramm. Weibchen bleiben etwas kleiner und leichter als Männchen. Rotwölfe sind allerdings kleiner als Wölfe, haben aber deutlicher längere Beine und Ohren. Der Kopf ist etwas schmaler und länger als beim Wolf. Das Fell ist in der Regel rotbraun, graubraun oder zimtbraun gefärbt. Im Fell zeichnen sich aber auch schwarze Elemente ab. Die Innenseite der Beine, die Bauchseite, die Innenseite der Ohren und die Seiten der Schnauze weisen eine weißliche Färbung auf. Im Winter ist das Fell leicht rötlich gefärbt. Der Fellwechsel findet im Spätsommer statt.
Verhalten
Rotwölfe sind im wesentlichen nachtaktiv. Sie leben in kleinen Familienrudeln, die zumeist aus einem Alphapärchen und ihren Nachwuchs bestehen. Rotwölfe leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein leben lang hält. Sie sind ausgesprochen territorial. Ein Revier erstreckt sich meist über eine Fläche von 25 bis 50 Quadratkilometer. Zentraler Punkt in einem Revier ist der Bau, in dem auch der Nachwuchs zur Welt kommt. Die Reviergrenzen werden mit Urin markiert. Die Höhlen können sowohl in sandigem Erdreich gegraben sein oder sich in hohlen Baumstämmen befinden. Das Familienleben verläuft sehr harmonisch, in dessen Mittelpunkt die Aufzucht der Jungen steht. Jedoch können Rotwölfe auch ausgesprochen aggressiv reagieren, wenn fremde Rotwölfe, Kojoten (Canis latrans) oder Wölfe (Canus lupus) in das Revier eindringen. Die Verteidigung steht bei den Rotwölfen an erster Stelle - dieses setzen sie zweifelsohne auch aggressiv durch. Die Kommunikation innerhalb einer Familiengruppe ist sehr komplex. Sie schließt Tast-, Geruchs- und den Hörsinn mit ein.
Unterarten
- Canis rufus rufus - nur noch in Nord-Carolina und Texas (CR)
- † Canis rufus floridanus - ausgestorben (EX)
- Canis rufus gregoryi - in Freiheit ausgestorben (EW)
Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Rotwölfe umfasste weite Teile der südöstlichen USA. Canis rufus floridanus gilt seit 1930 als ausgestorben. Canis rufus gregoryi ist in Freiheit ausgestorben und lebt nur noch in kleinen Gruppen in Gefangenschaft. Heute leben nur noch wenige Tiere in Freiheit. Im Jahre 1980 gab es in Freiheit überhaupt keine Exemplare mehr (EX, extinct in the wild). Seither bemühen sich staatliche Organisationen wie der US Fish and Wildlife Service um die Auswilderung. Kleinere Gruppen leben heute in Nord-Carolina, in Tennessee sowie im südöstlichen Texas und im südwestliche Louisiana. Es handelt sich dabei um Tiere, die in Gefangenschaft gezüchtet und ausgewildert wurden. Lichte Wälder und deren Ränder im Hochland und in der Ebene sowie Sumpfgebiete gehören zu den bevorzugten Lebensräumen. Der Grundstock für die Auswilderung bildete rund 250 in Gefangenschaft gehaltene Rotwölfe.
Gefährdung, Schutz
Der Rotwolf ist in seiner Art kritisch gefährdet. In der Roten Liste der IUCN wird er als solche auch geführt. Im Washingtoner Artenschutzabkommen ist er in Anhang I als bedrohte Art erfasst. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Rotwolf von Farmern und Viehzüchtern stark gejagt, da er anscheinend auch Geflügel und Vieh der Farmer gerissen hat. In den USA wurde die Art erst im Jahre 1967 unter strengem Schutz gestellt. Bis heute bemüht man sich in einigen Bereichen über eine Wiederansiedlung dieser Tiere.
Ernährung
Primär ist der Rotwolf ein Fleischfresser. Zu seiner bevorzugten Beute gehören kleinere Nagetiere und andere Kleinsäuger. Besonders beliebt sind unter anderem Sumpfkaninchen (Sylvilagus aquaticus) und andere Baumwollschwanzkaninchen der Gattung Sylvilagus, Weißwedelhirsche (Odocoileus virginianus), Waschbären (Procyon), Nutrias (Myocastor coypus) und Bisamratten (Ondatra zibethicus). Aber auch Vögel und sogar Aas stehen durchaus auf der Speisekarte. Hier und da werden auch reife Früchte verzehrt.
Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) |
Waschbären (Procyon) |
Nutria (Myocastor coypus) |
Bisamratte (Ondatra zibethicus) |
Fortpflanzung
Der Rotwolf erreicht die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Tiere leben in kleinen Familiengruppen, in denen nur das Alphapärchen paarungsberechtigt ist. Die Paarungszeit erstreckt sich über den auslaufenden Winter und dem zeitigen Frühjahr. Nach einer Tragezeit von 61 bis 63 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Bau durchschnittlich zwischen vier und sieben, selten auch mehr Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt noch nackt und blind. Sie sind auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. An der weiteren Aufzucht nehmen aber auch der Vater und die anderen Familienmitglieder teil. Im Alter von gut sechs Wochen verlassen die Jungtiere erstmals den schützenden Bau. Unabhängig sind Jungtiere erst mit einem Jahr. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei fünf bis acht Jahren. In Gefangenschaft können Rotwölfe auch 13 bis 15 Jahre alt werden.
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel: Familie der
Hunde (Canidae)
Literatur und Quellen
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

