Ruderwanze

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Ruderwanze

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Wasserwanzen (Nepomorpha)
Familie: Ruderwanzen (Corixidae)
Unterfamilie: Corixinae
Gattung: Corixa
Art: Ruderwanze
Wissenschaftlicher Name
Corixa punctata
(Illiger, 1807)

Die Ruderwanze (Corixa punctata), auch unter den Synonymen Corixa striata und Sigara striata bekannt, zählt innerhalb der Familie der Ruderwanzen (Corixidae) zur Gattung Corixa. Im Englischen wird die Ruderwanze lesser water boatman genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Ruderwanze erreicht eine Körperlänge von etwa 13,0 bis 15,0 Millimeter und weist eine schwarze Grundfärbung auf. Protonum und Flügeldeckel sind mit gelben Querstreifen versehen. Der Kopf, die Unterseite des Körpers und die Beine sind von einer hellgelben Tönung. Die Abflachung an der Stirn des Männchens ist kaum merklich ausgehöhlt, undeutlich begrenzt und reicht kaum etwas über die unteren Augenecken hinauf. Das Pronotum ist mit sechs bis sieben gegabelten oder zusammenfließenden Querstreifen besetzt, die nicht selten die schwarze Färbung überwiegen, so dass das Pronotum gelb erscheint mit sechs bis sieben schwarzen Querstreifen. Auf den Flügeldecken ist die gelbe und schwarze Färbung in der Regel ziemlich gleichmäßig verteilt, doch überwiegt zuweilen die gelbe oder andererseits die schwarze Färbung. Die gezackten gelben Querstreifen sind unregelmäßig, unterbrochen oder zusammenfließend, an der Basis des Clavus (streifenförmiges Areal) zeigen sich fünf bis sechs nach innen stark verbreiterte durchlaufende gelbe Querlinien, durch welche der Innenrand des Clavus, da wo er an den Hinterrand des Pronotum sich anschließt, zum größten Teil gelb gefärbt ist. <1>

Das Randfeld ist hellgelb, zuweilen graugelb, auf seine Spitze gehen einige schwarze Querlinien des Corium (sklerosierter vorderer Bereich) über. Die Membran ist durch einen schmalen bleichgelben Streif gegen das Corium abgegrenzt, auf welchen ein schwarzer Streif folgt. Die Membran ist meist überwiegend gelb gefärbt, so dass schwarze Querstreifen auftreten, die an der Spitze mehr eine Längsrichtung annehmen und sich am Innenrand ziemlich parallel stellen. Die Mitte der Mittelbrust und der Basis des Xyphus (vorderer Bereich der Brust) ist meist schwarz gefärbt, letzterer ist an der Spitze aufgebogen und seine Seitenränder abwärts zurückgebogen. Die Pala (eingliedriger Fuß) des Männchens ist breit messerförmig, der Oberrand in seiner Endhälfte ist stark konvex und in der Basalhälfte kaum gekrümmt, seine größte Höhe ist in der Mitte. Die Pala ist beim Weibchen lang messerförmig mit einem gleichmäßig konvexen Oberrand versehen. Die Klauen der Mittelbeine sind so lang oder unbedeutend länger als der Tarsus. <2>

Lebensweise

Ruderwanze
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Ruderwanze

Die Ruderwanze hält sich in Teichen, Seen und sogar in Schwimmbädern auf. Sie weist lange Hinterbeine auf, mit denen sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Die langen Beine weisen zahlreiche winzige Härchen auf, die zur Hilfe des Auftriebs dienen. Die Ruderwanze atmet den Sauerstoff durch Lufteinschlüsse unter ihren Flügeldecken ein. Der Sauerstoff wird an der Wasseroberfläche durch feine Härchen aufgenommen. Während der Paarungszeit kann das Männchen laute Lockrufe erzeugen, d. h. durch Reiben des Penis gegen den Bauch erzeugt das Männchen Stridulationen und verursacht im Verhältnis zur Körpergröße das lauteste Geräusch im Tierreich.

Verbreitung

Die Ruderwanze ist in ganz Europa anzutreffen, darunter zählen unter anderem Deutschland, Polen, Niederlande, Belgien etc. Ferner ist die Ruderwanze auch in Mittelasien verbreitet. Sie lebt in flachen, meist stehenden Gewässern, Gräben, Teichen und in temporären Pools. Auch an den Ufern von Flüssen und Seen ist die Ruderwanze zu finden.

Ernährung

Die Ruderwanze ernährt sich überwiegend von Algen und von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Es kommt aber auch vor, dass sie Mückenlarven, Schnecken und kleine Zuckmücken (Chironomidae) erbeutet.

Fortpflanzung

In der Paarungszeit hört man die Männchen laut rufen, indem sie mit ihrem Geschlechtsorgan gegen den Bauch reibend, Stridulationen erzeugen. Das Weibchen legt nach der Paarung eine beträchtliche Anzahl von Eiern, die an den Stängeln und Blättern von Wasserpflanzen angeheftet werden. Zu Beginn des Frühlings schlüpfen dann die Larven. Die Larven haben keine Flügel und gehen fünf Häutungen durch. Im Nymphenstadium entwickeln sich die Flügeldecken und Flügel. Erst im Hochsommer ist die Entwicklung vollständig abgeschlossen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [1] [2] Die europäischen Hemiptera. Halbflügler. (Rhynchota Heteroptera). Nach der analytischen Methode bearbeitet. Dr. Franz Xaver Fieber. Director am к. k. Kreisgerichte zu Chrudim in Böhmen, gewesenem suppl. Professor der Zoologie und Botanik am kön. böhm. ständ. polytechn. Institute, der kön. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften, der kais. Leopoldin. Carolin. Academie und der kais. russ. Gesellschaft der Naturforscher, der kön. botan. Gesellschaften zu Regensburg und Edinburgh, der schles. Gesellschaft für vaterländ. Cultur und m. a. g. G. auswärtigem, theils corresp. wirkl. o. Ehrenmitglied. Mit zwei lithographirten Tafeln. Wien. Druck und Verlag von Carl Gerold's Sohn. 1861.
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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