Südliche Alligatorschleiche

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Südliche Alligatorschleiche
Elgaria multicarinata webbii

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Überfamilie: Schleichenartige (Diploglossa)
Familie: Schleichen (Anguidae)
Unterfamilie: Panzerschleichen (Gerrhonotinae)
Gattung: Elgaria
Art: Südliche Alligatorschleiche
Wissenschaftlicher Name
Elgaria multicarinata
Blainville, 1835

Die Südliche Alligatorschleiche (Elgaria multicarinata) zählt innerhalb der Familie der Schleichen (Anguidae) zur Gattung Elgaria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Südliche Alligatorschleiche erreicht eine Körperlänge von bis zu 17 Zentimeter sowie eine Schwanzlänge von bis zu 15 Zentimeter. Der Körperbau ist ausgesprochen kräftig und der massige Kopf ist durch knöcherne Hornplatten verstärkt. Zudem sind auch die Kiefer sehr kräftig gebaut. Der Körper und der Schwanz sind bräunlich, graubraun, sandfarben oder gelblichbraun gefärbt. In gleichmäßigen Abständen erstrecken sich 12 bis 16 dunkelbraune Querstreifen über den Körper, die vom Nackenbereich bis zum Schwanzansatz reichen. Stellenweise sind die braunen Streifen einseitig weiß gesäumt. Dorsal ist die Beschuppung deutlich sichtbar gekielt und durch knöcherne Platten verstärkt, während die Schuppen lateral und ventral relativ glatt erscheinen und kleiner ausfallen. Die Bauchseite ist weißlich gefärbt. Der massige und leicht dreieckige Kopf fällt beim Männchen etwas breiter auf, er endet leicht spitz zulaufend. Die Iris der Augen ist gelblich gefärbt, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Die Extremitäten sind recht lang und kräftig ausgeprägt. Die Füße enden in jeweils fünf Zehen.

Lebensweise

Südliche Alligatorschleichen gehören zu den tagaktiven Echsen. Jedoch verlagern sie im Hochsommer ihre Hauptaktivität auf die Dämmerung oder für Abendstunden. Während der kalten Monate halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe. Ihre Fortbewegung gleicht der einer Schlange, sie bewegt sich also leicht schlängelnd fort. Die Südliche Alligatorschleiche gilt sowohl als gute Kletterin und gut Schwimmerin. Beim Klettern wird der Schwanz als Greifinstrument eingesetzt. Der Schwanz verfügt über mehrere Sollbruchstellen und kann bei Gefahr abgestoßen werden. Der Schwanz wächst zwar nach, jedoch nicht mehr in voller Pracht. Der Schwanz wird vor allem bei Attacken durch Fleischfresser abgeworfen. Der abgeworfene Schwanz bewegt sich noch für wenige Sekunden und lenkt so einen Angreifer vom Tier ab. Eine weitere Verteidigungstaktik ist die Abgabe übelriechender Fäkalien über die Analregion. Auch wenn Südliche Alligatorschleichen im Grunde tagaktiv sind, kann man sie meist nicht oft beobachten, da sie sich zumeist in schützender Deckung versteckt halten. Nur bei der Nahrungssuche wagen sich die Echsen aus ihrer Deckung.

Unterarten

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Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der fünf Unterarten erstreckt sich an der US-Westküste vom südlichen Washington bis ins südliche Kalifornien und Baja Californien, Mexiko. Die Tiere leben sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen bis in Höhen von 1.500 Metern über NN. Lichte Wälder und deren Ränder sowie Wiesen und felsige Habitate zählen zu den natürlichen Lebensräumen. In der Nähe des Menschen lassen sich die Südlichen Alligatorschleichen auch in Siedlungsräumen beobachten. In den Ruhephasen halten sich die Tiere meist unter Steinen, in Totholz, im Wurzelbereich von Bäumen und Sträuchern oder an ähnlichen Orten auf.

Ernährung

Südliche Alligatorschleichen ernähren sich im wesentlichen von kleinen wirbellosen Tiere wie Insekten (Insecta). Aber auch kleinere Echsen (Lacertilia) und kleine Säugetiere (Mammalia), Amphibien (Amphibia) sowie die Eier und Brut von Vögeln (Aves) werden keineswegs verschmäht. Je nach klimatischen Bedingungen gehen Südliche Alligatorschleichen entweder am Tage oder in der Dämmerung und am frühen Abend auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Südliche Alligatorschleichen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten im April oder im Mai der Fall. In nördlichen Regionen wie Washington oder Oregon meist im Mai, in südlichen Regionen wie Kalifornien oder Baja California bereits im April. Südliche Alligatorschleichen gehören zu den eierlegenden Echsen. Das Weibchen legt 15 bis 20 Eier an geschützter Stelle unter Steine oder an ähnlichen Orten ab. Die Eiablage erfolgt ab Ende Mai bis in den Juli hinein. In Abhängigkeit von der Witterung erstreckt sich die Inkubation über 55 bis 65 Tagen. Die Gesamtlänge beträgt beim Schlupf rund 7,5 Zentimeter. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei acht bis zehn Jahren.

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