Südlicher Blaupfeil

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Südlicher Blaupfeil

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Epiprocta
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Libelluloidea
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Blaupfeile (Orthetrum)
Art: Südlicher Blaupfeil
Wissenschaftlicher Name
Orthetrum brunneum
(Fonscolombe, 1837)

Der Südliche Blaupfeil (Orthetrum brunneum) gehört innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Blaupfeile (Orthetrum). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Südliche Blaupfeil erreicht eine Körperlänge von bis zu 45 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 65 bis 70 Millimeter. Der Abdomen des Männchens ist überwiegend bläulich gefärbt. Dies trifft insbesondere auf das zweite bis siebte Abdomenelement zu. Das hinterste Element ist fast ausschließlich schwärzlich gefärbt. Der Abdomen des Weibchens ist meist gelblich bis bräunlich. Der Thorax ist bei beiden Geschlechtern in der Grundfärbung jeweils ähnlich wie der Abdomen gefärbt. Das Pterostigma, also das Flügelmal, ist bei beiden Geschlechtern dunkelbraun ausgeprägt. Ansonsten sind die Flügel milchig transparent. Die Flügel sind durchzogen von kleinen Äderchen, die ihnen die nötige Stabilität verleiht. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Der Südliche Blaupfeil ist aufgrund der Tatsache, daß er die Flügelpaare unabhängig von einander bewegen kann, zu abrupten Richtungswechseln in der Lage. Er bewegt seine Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Fluge wirkt die Libelle meist hecktisch.

Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im Vorderen Mundbereich liegt der Labrum, also die Oberlippe sowie an den Maxillen die Unterlippe, der sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Segmenten. Der sehr lange Abdomen, der eine gewisse Stabilität im Fluge erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht beweglichen Elementen unterteilt und endet in einer Greifzange, mit der sich der Südliche Blaupfeil während der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet.

Lebensweise

Der Südliche Blaupfeil ist äußerst revierverbunden und vertreibt Artgenossen und andere Großlibellen energisch. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen Juni und Juli.

Verbreitung

Südlicher Blaupfeil - Männchen
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Südlicher Blaupfeil - Männchen

Der Südliche Blaupfeil ist in weiten Teilen Südeuropas bis in die Mitte Mitteleuropas verbreitet. In Osteuropa reicht das Verbreitungsgebiet bis ins westliche Sibirien. Darüber hinaus kommt er auch im vorderen Orient vor. Er bevorzugt dabei stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel. Auch Baggerlöcher mit sandigem Ufer werden gerne besiedelt. Hin und wieder werden auch langsamen fliessende Gewässer besiedelt.

Ernährung

Der Südliche Blaupfeil ernährt sich räuberisch von Insekten wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten. Dabei sucht er seine Beute von einer Ansitzwarte aus und erbeutet sie mit ihren Fängen im Fluge. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen. Männchen gehen meist am Tage auf die Jagd, Weibchen eher in der späteren Abenddämmerung.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Südlichen Blaupfeile erstreckt sich über die Monate Juni bis Juli. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart findet in sitzender Position am Boden oder auf anderen festen Untergründen statt. Die Paarung kann zwischen einigen Minuten und bis zu zehn Minuten dauern. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine. Sie legt ihre 20 bis 30 Eier im Flug auf der Wasseroberfläche ab, die dann auf den Gewässerboden sinken. Das Männchen wacht während der Eiablage über das Weibchen. Die Eier sind leicht oval und weisen eine Länge von gut 0,5 Millimeter auf.

Die Larven, die nach zwei bis drei Wochen aus den Eiern schlüpfen, haben mit zwei bis drei Jahren eine sehr lange Entwicklungszeit. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm. Im zweiten oder dritten Frühjahr nach dem Schlupf der Larven steigen sie aus dem Wasser, üblicherweise auf aus dem Wasser ragende Halme. Hier schlüpfen sie aus ihrer Exuvie und fliegen nach der Trocknung der Flügel auf.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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