Salvadori-Habicht

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Salvadori-Habicht

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Habichte und Sperber (Accipitrinae)
Gattung: Salvadori-Habichte (Megatriorchis)
Art: Salvadori-Habicht
Wissenschaftlicher Name
Megatriorchis doriae
Salvadori & D'Albertis, 1875

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Salvadori-Habicht (Megatriorchis doriae) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Salvadori-Habichte (Megatriorchis). Im Englischen wird der Salvadori-Habicht doria's goshawk genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der schlank aussehende, langschwänzige Salvadori-Habicht zählt mit zu den größten Greifvögeln in der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Er erreicht eine Körperlänge von etwa 62,0 bis 70,0 Zentimeter. Das Männchen weist eine Flügellänge von etwa 28,6 Zentimeter auf, während bei dem Weibchen die Flügellänge etwa 32,1 bis 33,9 Zentimeter beträgt. Der Schwanz des Männchens ist etwa 25,4 bis 25,5 Zentimeter und bei dem Weibchen etwa 27,0 bis 29,4 Zentimeter lang. Der Tarsus beträgt bei beiden Geschlechtern etwa 7,4 bis 8,7 Zentimeter. Die Geschlechter ähneln sich im Aussehen, wobei das Gewicht des Weibchens etwa 1 Kilogramm beträgt. Das Obergefieder weist insgesamt eine schwärzliche bis graubraune Färbung mit einer rotbraunen bis gelblichbraunen Kante auf dem Rücken und auf den Flügeldecken auf, mit Ausnahme der rotbraunen bis gelblichbraunen schwarz gestreiften Krone und des Nackens. Des Weiteren zeigen sich ein auffällig weißlicher Überaugenstreif und eine dunkle Maske ähnlich wie bei dem Fischadler (Pandion haliaetus). Hinter dem Auge zeichnet sich ein schwarzer Streifen ab. Ferner erkennt man einen leichten Anflug von einer Halskrause. Die Iris weist eine dunkelbraune Färbung auf. Der kräftige Schnabel ist schwärzlich getönt und die Wachshaut ist von einer grünlichen bis schieferblauen Färbung. Die Unterseite ist cremigweiß und ist mit dünnen schwarzen Wellenlinien besetzt, jedoch ist die Brust stärker mit breiten schwärzlichen und dunkel rotbraunen Streifen markiert. Die kräftigen, langen Beine weisen eine grünlichgelbe bis graugelbe Tönung auf. Die leistungsstarken Klauen wirken ebenfalls sehr kräftig. Der Kopf ist im Verhältnis zur Körperlänge ziemlich klein und die abgerundeten Flügel überschreiten kaum den langen abgerundeten Schwanzansatz. Die Jugendlichen ähneln im Aussehen den Altvögeln, jedoch weisen die Jugendlichen eine stumpfe, schmale Bänderung auf dem Obergefieder sowie einen mehr gleichmäßig gebänderten Schwanz auf. Insbesondere zeigen sich dunkle Streifen an den weißlich gefärbten Kopfseiten. Ferner ist das Gesicht der Jugendlichen ohne Maske und die Brust sowie die Unterseite sind von einer gelbbraunen Färbung mit spärlich rotbraunen Kanten und schwarzen Wellenstreifen.

Lebensweise

Der Salvadori-Habicht beansprucht ein festes Revier und verteidigt dieses auch gegenüber Eindringlingen. Die an den Tag gelegte Aggressivität ist vor allem während der Paarungszeit festzustellen. Der Salvadori-Habicht lebt entweder paarweise oder einzelgängerisch. Er ist ein tagaktiver Greifvogel. Der Salvadori-Habicht hält sich vorwiegend in den Baumkronen der Regenwälder auf. Gelegentlich ist er auch in den Mangrovenwäldern und Sekundär-Wäldern zu finden. Hauptsächlich kommt er bis 1.100 Metern über dem Meeresspiegel, manchmal auch bis 1.400 Metern, sehr selten lokal bis 1.650 Meter über dem Meeresspiegel vor. Sein charakteristischer Ruf ist ein schwacher, pfeifender Zischlaut, aber "voll Luft" absteigend. Man hört den Salvadori-Habicht nicht nur bei der Partnersuche rufen, sondern auch bei einem Sturzflug, wenn er auf der Flucht ist oder wenn er von anderen Vögeln gemobbt wird. Sein Flug ist ein langsames gleitendes Fliegen, das ziemlich niedrig über den Baumwipfeln erfolgt.

Verbreitung

Kleiner Paradiesvogel (Paradisaea minor)
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Kleiner Paradiesvogel (Paradisaea minor)

Laut der Roten Liste der IUCN ist der wenig bekannte Salvadori-Habicht auf Neuguinea endemisch (Papua, vormals Irian Jaya, Indonesien und Papua-Neuguinea), einschließlich der benachbarten Insel Batanta, Indonesien. Er hält sich vorwiegend in Wäldern auf, gelegentlich findet man den Salvadori-Habicht auch in Mangrovenwäldern und in Semi-Laubwäldern in einer Höhe von 1.400 Metern. Im Allgemeinen zählen zu den Lebensräumen des Salvadori-Habicht subtropische und tropische feuchte Tiefland-Wälder, subtropische und tropische Mangrovenwälder in höher gelegenen Regionen sowie subtropische und tropische feuchte Montan-Wälder.

Ernährung

Die Nahrung des Salvadori-Habicht besteht hauptsächlich aus Paradiesvögeln (Paradisaeidae) wie zum Beispiel der Kleine Paradiesvogel (Paradisaea minor), und anderen kleinen Tieren. Sein Jagdverhalten gleicht dem eines Papuaweih (Aviceda subcristata). Die Beute wird aus dem Sturzflug von einer versteckten Ansitzwarte mit den kräftigen, scharfen Klauen gepackt, wenn sie flüchtet, wird sie meist bis ins dichte Unterholz verfolgt. Vögel (Aves) werden oft aus dem Hinterhalt überrascht.

Fortpflanzung

Der Salvadori-Habicht erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Er lebt in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. Während der Paarungszeit legt der Salvadori-Habicht eine ausgesprochen territoriale Lebensweise an den Tag und verteidigt sein Revier, insbesondere den Horst aggressiv gegen Eindringlinge. Der Horst entsteht für gewöhnlich in Astgabeln hoch oben in den Baumkronen, meist in Höhen von 15 bis 25 Metern. Er besteht meist aus groben Ästen, Reisig und ähnlichen Materialien. Seltener werden auch Horste von anderen Greifvögeln (Falconiformes) übernommen und ausgebessert. Das Horstinnere wird mit Blättern und ähnlichem ausgepolstert. Der Horst wird meist über mehrere Jahre genutzt, da der Salvadori-Habicht ausgesprochen standorttreu ist. Das Weibchen legt ein oder zwei Eier, in innerhalb von 33 - 34 Tagen ausgebrütet werden. Das Brutgeschäft wird überwiegend vom Weibchen übernommen. Das Männchen sorgt während dieser Zeit für Nahrung. Die geschlüpften Küken werden von beiden Elternteilen betreut und mit Nahrung versorgt. Die Hauptaufgabe der Nahrungsbeschaffung obliegt dem Männchen. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Wochen. Spätestens in der sechsten Lebenswoche haben die Jungvögel die Flugfähigkeit erreicht. Mit Erreichen der Selbständigkeit verlassen die Jungvögel das Revier der Eltern und suchen sich ein eigenes.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Art nur in Auwäldern vor. Es wird eine mäßig schnelle Dezimierung der Population beobachtet und wird in der Roten Liste der IUCN somit als gefährdet eingestuft. Aufgrund seiner unauffälligen Gewohnheiten gibt es nur eine Aufzeichnung in sieben Jahren auf Tabubil. Ferner wurde der Salvadori-Habicht in den Wäldern nahe Port Moresby gesichtet. Obwohl er weit verbreitet und nicht gefährdet zu sein scheint, wird doch ein rascher Rückgang der Population verzeichnet. Hierzu wären aber mehr Daten der Populationsgröße erforderlich. Der Salvadori-Habicht wird auch im Anhang II der CITES geführt.

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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