Salzburger Tiergarten Hellbrunn

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Informationen
Vollständiger Name: Zoo Salzburg
Tiergarten Hellbrunn
Gründung: 1424 als Wildpark
1960 als Zoo
Besonderheiten: Schwerpunkt: Tropisches Südamerika, die Savanne und die Alpen; schmiegt sich an den Hellbrunner Berg
Stadt: Salzburg
Höhenlage: auf Meereshöhe
Fläche: 14 Hektar
Eröffnung: 1960
Tierbestand: ca. 500 Tiere in 140 Arten
Anschrift: Mag. Sabine Grebner, Direktorin und Geschäftsführung
Hellbrunn
5081 Salzburg-Anif
Telefon: 0043-1-5871417
Mobil: 0043-1-5860617
E-Mail-Adresse: mailto:office@salzburg-zoo.at
Website: Offizelle Homepage vom Tiergarten

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals wurde im Jahr 1424 auf dem Grund, auf dem heute der Geo-Zoo steht, ein Wildpark von den Fürstenerzbischöfen errichtet, in diesem lebten zu dieser Zeit nur eine Vogelherde und gab es auch einen Fischweiher. 1612 wurde von Marcus Sittikus, einem Erzbischof, der Tierpark Hellbrunn und viele weitere Bauten wie das Schloss Hellbrunn, die Garten- und Parkanlagen, das Monatsschlössl, das Steintheater und Schloss Belvedere geplant. Ein Jahr später 1613 wurde die Tierparkmauer, die bis heute besteht, erbaut.

1619 wurde der Tierpark schließlich fertig gebaut und die Chroniken vom Tierpark berichten über einen Tierbestand von 100 Stück Rotwild, einer Steingeiß, einem Vogelhaus, einem Fasanengarten, zwei Kranichen und Störchen, drei Steinhühnern und verschiedenen Adlerarten sowie 1.000 Schildkröten. Des Weitern gab es Bären, Wölfe und Luchse. Leider ging der Tierbestand um 1800 stark zurück und zählte nur noch ca. 30 Steinböcke. 1807 wurden auch so seltene Tiere wie die Goldfasane und Silberfasane und weiße Hirsche nach Wien gebracht.

1960 wurde ein Verein mit dem Namen "Freunde des Salzburger Tiergartens Hellbrunn" vom ehemaligen Direktor Heinrich Windischbauer, Prof. Dr. E.P. Tratz (ehem. Direktor vom Haus der Natur) und einigen anderen Persönlichkeiten gegründet. Später wurde er in "Salzburger Tiergarten Hellbrunn" umbenannt. Zu dieser Zeit wurde der Tierbestand wieder größer und bestand aus 27 Stück Rotwild, 12 Stück Damwild, einem Steinbock, Mufflons, Wildschweinen und einem Ziegenbock. 1961, also ein Jahr später wurde der Geo-Zoo für die Besucher geöffnet.

1966 begannen der Direktor Windischbauer und Prof. Tratz mit dem "Wildpark- Projekt für Wisente und Wildpferde" und es wurde auch die Gänsegeierkoloniegegründet. Einige Jahre später stand der Zoo vor der Schließung, da er sich nicht an das Importverbot von Orang-Utans hielt, so wurde er von vielen geächtet. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Oberst Friedrich Lacchini 1976 den Tiergarten und erbaute eine riesige Großkatzenanlage, durch die der Zoo wieder große Anerkennung gewann. Des Weiteren wurden Häuser für verschiedene Affenarten und Bären erbaut.

Als 1990 die Führung des Tiergartens an Dr. Rainer Revers übergeben wurde, wurde der Tiergarten in einen Geo-Zoo mit verschiedenen Gehegezonen wie Eurasien, Afrika und Südamerika umgewandelt. In der Afrikaanlage in der Geparden und Breitmaulnashörner beheimatet wurden, gewann der Zoo noch mehr Anerkennung und legte einen Meilenstein unter den Zoos. 2003 wurde der Verein "Salzburger Tiergarten Hellbrunn" in die "Zoo Salzburg Gemeinnützige GmbH" umgewandelt und zwei Jahre später übernahm Mag. Sabine Grebner die Führung.

Der Zoo heute

Highlights

Löwen

Seit 1996 besaß der Zoo Hellbrunn Löwen. Sie retteten sie von einem Zirkus und es war seither sehr schwierig sie in eine neue Umgebung zu übersiedeln und ihnen ein artgemäßes Leben zu schenken, da die Löwen unter großem Dressurdruck litten und immer die Nähe der Menschen bevorzugten. Durch lange Arbeit der Tierpfleger gelang es aber doch, den Löwen ein schönes Leben zu bieten.

Leider verstarb der letzte Löwe, ein Männchen namens "Stinki", am 18. April 2008 und so gibt es seither keine Löwen mehr in diesem Tierpark. Die Planung einer neuen Löwenanlage ist jedoch schon fortgeschritten und wird gegenüber der riesigen Breitmaulnashorn- Anlage errichtet.

Schneeleoparden

Ein Highlight war die Geburt der drei (1 Männchen und 2 Weibchen) gesunden Schneeleoparden im Salzburger Zoo. Am 29.Mai 2007 war es soweit und die Jungtiere mit knapp einem halben Kilo kamen zur Welt, es war das erste Mal in Österreich dass es Nachwuchs dieser Großkatzen gab, Hellbrunn ist auch der einzige Zoo, der Schneeleoparden hält. Das Leopardenpaar "Mira" und "Shankar" leben schon seit fast vier Jahren im Zoo, die Direktorin und alle anderen Mitarbeiter, hofften aber schon seit 16 Jahren auf so einen Zuchterfolg.

In ganz Europa gab es ein Jahr vorher, also 2006, nur 18 Geburten dieser Raubkatzen, aber nur 12 wurden von ihren Müttern erfolgreich aufgezogen. Dass es in diesem Fall gleich drei Jungtiere waren, brachte dem Zoo große Anerkennung und Freude. Jetzt werden die weiblichen Tiere auch vom EEP betreut, und der Zoo setzt sich dafür ein, dass in Zukunft auch in anderen Zoos für den Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Tierart gesorgt wird.

Tierbeschäftigung

Braunbär
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Braunbär

Ein kleines Highlight sind manche Tierfütterungen. Durch mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten der Tiere, auch wenn das Gehege noch so groß und naturgetreu gemacht wurde, fehlt den Tieren wie die Suche nach Futter und die Partnersuche. So wird z.B. bei den Geparden ein "Beutesimulator" benutzt, um die Tiere ein wenig zu fordern, den Nasenbären werden Kürbisse mit versteckten Leckereien im Gehege versteckt und den Braunbären werden Fischeisbomben ins Gehege geworfen, an denen sie dann lecken bis sie zu den Fischen gelangen.

Nashorntransport

Am 6. August 2008 wurden die beiden Nashörner "Danny" und "Baby", mit speziellen Transportcontainern, von einem Kran abgeholt und traten ihre Reise in den Zoo Augsburg an. Da die vorher fünf, jetzt drei Breitmaulnashörner Geschwister waren und somit keine Nachzucht möglich war, wurden diese beiden weggeschickt. Im Frühsommer 2009 kommen aber zwei neue Nashörner in den Zoo, um die Nachzucht wieder zu ermöglichen.

Tierbestand

Heute sind die Tiere in die drei Gehegezonen Eurasien, Südamerika und Afrika eingeteilt, infolgedessen sind auch die Tiere so angesiedelt. Durch den Hellbrunner Berg ist der Zoo sehr günstig gelegen und bietet so vielen Tieren einen naturgetreuen Hintergrund.

Eurasienzone

In der Eurasienzone leben Tiere, die auf den Kontinenten Europa und Asien beheimatet sind. So gibt es die Wölfe, Braunbären, Alpenmurmeltiere, Steinböcke, Rentiere und Fischotter die bei uns leben. Aber auch die stark gefährdeten Roten Pandas und Gibbons, Vielfraße und solche Raubkatzen wie die Tiger, Luchse und Schneeleoparde, die hauptsächlich in Asien leben. Daneben gibt es auch noch das Chinesische Muntjak und Trampeltiere.

Ein besonderes Highlight ist ein kleines Haus, in dem ein alter Dachboden mit Ratten und eine alte Küche mit Hausmäusen die Gehege bilden. Dabei kann man den Nagern zusehen, wie sie in den Balken herumlaufen oder aus den Regalen und Schubladen kommen. Es gibt noch ein schönes Häuschen, in dem man den Ottern zusehen kann wie sie in ihren Höhlen schlafen oder in ihrem Element Wasser, hinter Glas schwimmen. Gegenüber von den Behausungen gibt es ein kleines Terrarium mit Zwergmäusen, die die Grashalme nicht einmal umknicken, wenn sie darauf sitzen.

Besonders stolz ist der Zoo auch auf seine Gänsegeier, die nun freifliegend im Salzburgerraum leben und auch brüten. Einige Jungvögel fliegen zum Überwintern sogar bis zur Adria. Nur noch zu einer Futterstelle kommen die riesigen Greifvögel; dort ist jedoch kein Verlass darauf, dass sie tatsächlich anzutreffen sind.

Afrikazone
Riesige Vogelanlage
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Riesige Vogelanlage

In dieser Zone leben die schnellsten Tiere der Welt, die Geparden. Aber auch die Breitmaulnashörner, die sich durch den großen Wunsch des Zoos artgerechte Gehege zu gestalten, ein riesiges Gelände mit den Litschi-Wasserböcken und den Spießböcken zu teilen. Es gibt auch Zebramangusten, die sich auf Felsen sonnen, riesige Spornschildkröten, Kattas, Grevyzebras, die neben der Breitmaulnashorn- Anlage ihr Gehege haben und früher sogar in dieser Anlage lebten und Pinselohrschweine, die auch in der Afrikazone zu besichtigen sind. Als einzige Papageienart im Tiergarten Hellbrunn vertreten ist, neben dem Dunkelroten Ara der in der Amerikazone beheimatet ist, der Graupapagei.

In der Afrikazone ist auch ein großer Vogelpark beheimatet, in dem Rötelpelikane, Störche, die dem kalten Winterwetter ausweichen wollen und nach Afrika fliegen, Nilgänse und Kraniche, sich frei bewegen können und mit ihren fast ungestutzten Flügeln auch fliegen können, was in vielen Zoos noch nicht selbstverständlich ist, auch leben die scheuen Sitatungas in der Vogelanlage.

Südamerikazone

Die Südamerikazone beherbergt verschiedene Häuser wie das erste Tropenhaus, das vorher noch von einem Teich umgeben ist, in dem Rotwangen-Schmuckschildkröten zwischen verschiedenen Seerosen schwimmen. Im Haus, in dem Lisztäffchen und ein Grüner Leguan leben, trennen keine Glaswände oder Gitter die Tiere von den Besucher. Dann gibt es noch ein zweites Tropenhaus, in dem Bolivianische Totenkopfäffchen leben und es daneben auch ein Aquarium mit Piranhas und ein Terrarium mit Pfeilgiftfröschen und Rotkehlanolis gibt.

Auch ist das Gehege der Zwergseidenaffen mit einem großen Baum ausgestattet, in dem die Äffchen herumklettern und es ihnen somit einen artgerechten Lebensraum bietet.

Wie in jeder Zone gibt es auch hier Raubkatzen, nämlich die Pumas und Jaguare, die meist nur nachts zu sehen sind. In einem Freilandgehege leben Südamerikanischen Nasenbären, Maras, Nandus und Alpakas. Aber auch Halsbandpekaris, ein großes Gelände für Flamingos und die sehr seltenen Mähnenwölfe, die nun das alte Gehege der Erdmännchen besiedeln. Daneben gibt es ein Gehege für Meerschweinchen und Wasserschweine.

Artenschutz

Przewalskipferde
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Przewalskipferde

Wie viele Zoos ist auch der Salzburger Zoo Hellbrunn Mitglied der EEP (Europäisches Erhaltungszucht-Programm) und viele Tierarten werden von diesem Programm betreut.
Dazu gehört das Breitmaulnashorn und das Grevyzebra, aber auch der Lisztaffe, das Goldkopflöwenäffchen und der Bolivianische Totenkopfaffe. Weitere Tiere sind der Vielfraß, der Gepard, der Schneeleopard, der Fischotter, der Mandschurenkranich sowie der stark gefährdete Rote Panda.

Weitere Verbände bei denen der Zoo beteiligt ist, sind OZO (Österreichische Zoo Organisation), VDZ (Verband Deutscher Zoodirektoren), der sich einmal im Jahr in einem anderen Zoo trifft, EAZA (Europäische Zooverband), der jedes Jahr auf ein anderes bedrohtes Tier aufmerksam macht (heuer z.B. ist es das "Jahr des Frosches") und WAZA (Weltverband für Zoologische Gärten und Aquarien), der unter anderem für die Auswilderung der Przewalskipferd zuständig ist.

Der Zoo unterstützt auch das Weißscheitelmangabe-Projekt in Afrika und das Alpensteinbock-Projekt in Tirol und Salzburg.

Aktivitäten

Streichelzoo

Küken aus der Aufzuchtstation
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Küken aus der Aufzuchtstation

Nachdem am 24. Juli 2008 ein neuer Streichelzoo mit neun "alten" und gefährdeten Haustierrassen eröffnete, stiegen die Besucheranzahlen enorm an. Durch den Landeshauptmann und den Stadtrat wurde der neue Streichelzoo eröffnet und erfüllte mit dem einen großen Wunsch von vielen Kindern, denn hier kann man die Tiere streicheln und füttern.

Neben den Mangalica-Schweinen auch Wollschweine genannt, den Waldschafen und den Pfauenziegen gibt es auch verschiedenes Geflügel wie die Landgans, die Appenzeller Spitzhaube, die Pommernente, die Blaue Pute und die Wiener Fluggans.

Etwas Besonderes ist die Kükenaufzuchtstation, in der man mit ein wenig Glück sieht wie ein Küken aus seinem Ei schlüpft, oder man kann ihnen einfach beim Futter aufpicken zusehen.

Nachtzoo

Ein besonderes Erlebnis ist der Nachtzoo, der dieses Jahr vom 1. bis zum 30. August 2008 zu besichtigen ist. Die Kassen sind bis 23.00 Uhr geöffnet und der letzte Einlass ist um 21.30 Uhr. Nach den heißen Nachmittagsstunden kann man den Tieren am Abend zusehen wie sie sich abkühlen oder fressen, da es verschiedene Fütterungen gibt. Viele Tiere, die man am Tag kaum zu Gesicht bekommt, kann man zu diesem Zeitpunkt gut beobachten, wie z.B. die Braunbären, die Fischotter, die Leoparden, die zu dieser Zeit gerne nach Fressen suchen, die Jaguare, die sich im Wasser abkühlen oder die Vielfraße und Tiger.

Weitere Aktivitäten

Der Salzburger Zoo bietet sonst auch noch viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Verschiedene Rundgänge, in denen beantwortet wird, ob es Werwölfe gibt oder ob Frösche zu Prinzen werden können oder ein einfacher Spielspaß für Kinder mit Basteln von Futterkörben, Gewürzsäckchen oder Bambusleitern für die Tiere. Auch gibt es ein Gasthaus im Zoo, in dem viele Führungen abgeschlossen werden.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Petzold, Dirk: ABENTEUER ZOO, 550 Tierparks, Aquarien und Reptilienhäuser: Der Zooführer für Deutschland, Österreich und Schweiz. Leopold Stocker Verlag, Graz 2007. ISBN 370201151X

Links

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