Sandkatze

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Sandkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Felis
Art: Sandkatze
Wissenschaftlicher Name
Felis margarita

IUCN-Status
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Die Sandkatze (Felis margarita) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Felis.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Sandkatze erreicht eine Körperlänge von 45 bis 58 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.500 bis 3.400 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist für die heißen Verbreitungsgebiete sehr lang und dicht. Es schützt die Katze insbesondere während ihrer nächtlichen Aktivität, denn während der Nacht kann die Temperatur nahe Null fallen. Das Fell ist überwiegend gelblich grau gefärbt. Dunkle Streifen durchziehen dabei das Fell. Im Kopfbereich und an den Extremitäten sind rötliche Streifen zu erkennen. Das ventrale Fell sowie die Kehle sind weiß gefärbt. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Sandkatze ist der Schwanz in seiner Form, Färbung und Länge. Der Schwanz, der sehr buschig und behaart ist, weist mehrere schwarze geschlossene Ringe auf. Die Schwanzlänge misst mehr als 50 Prozent der Körperlänge. An der Vorderpfote befinden sich 5 Zehen, an der Hinterpfote 4 Zehen. Die Spuren sind stets ohne Krallenabdruck. Die Krallen werden nur beim Graben und bei der Jagd auf Beute eingesetzt. Das Gehör und auch der Geruchssinn sind äußerst gut entwickelt. Ohren und Nasen können verschlossen werden, damit kein Sand eindringen kann.

Verhalten

Die Sandkatze ist ein strikt nachtaktiver Jäger. In der Hitze des Tages könnte sie aufgrund der hohen Temperaturen nicht jagen. Anders als andere Katzen, so ist die Sandkatze keine gute Kletterin. Sie lebt daher ausschließlich terrestrisch. Sie kann aber ausgezeichnet graben und legt in ihrem Revier meist mehrere Höhlen bzw. Erdbauten an. Die Sandkatze führt ein einzelgängerisches Leben. Die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit. Die beanspruchten Reviere weisen in der Regel eine Größe von bis zu zehn Quadratkilometer auf. Die Reviere einzelner Sandkatzen können sich dabei überschneiden.

Unterarten

Verbreitung

Die Sandkatze ist in Nordafrika im Bereich der Sahara weit verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet über die arabische Halbinsel über den nahen Osten bis ins westliche Zentralasien. Die Sandkatze bewohnt zumeist reine Wüstengebiete oder trockene Steppen- und Buschsavannen. Tagsüber hält sie sich in der Regel in selbstgegrabenen Erdbauten auf. In der Nacht wird sie aktiv. In Höhenlagen kann man die Sandkatze bis in Mittelgebirgslagen beobachten.

Sandkatze
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Sandkatze

Prädatoren

Die Sandkatze hat in ihren natürlichen Lebensräume eine Reihe von Fressfeinden. Zu den Hauptfressfeinden zählen der Schabrackenschakal, größere Greifvögel sowie Schlangen. Der Hauptfeind ist allerdings der Mensch. Vom Menschen wird die Sandkatze für den internationalen Haustierhandel gejagt. Auch die Verfolgung und Bejagung stellt ein großes Problem dar.

Nahrung

Die Sandkatze verbringt den Tag in einem sicheren Versteck, der Tag wird wie bei fast allen Katzen mit Schlafen verbracht. Mit Einbruch der Dämmerung wird die Sandkatze munter. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen wie Wühlmäuse, Hasen, Vögeln, Eidechsen, Frösche und Insekten sowie Spinnentiere zu sich. Wenn Nahrungsknappheit herrscht, dann frisst die Sandkatze auch manchmal Aas. In ihrem Lebensraum gilt die Sandkatze als ausgezeichnete Schlangenjägerin. Selbst vor Giftschlangen macht sie nicht halt.

Fortpflanzung

Die Sandkatze erreicht die Geschlechtsreife mit zehn bis vierzehn Monaten. Die Paarungszeit richtet sich stark nach dem Verbreitungsgebiet. In der Sahara erstreckt sich die Paarungszeit von Januar bis März, stellenweise auch bis in den April hinein. In Turkmenistan beginnt die Paarungszeit erst im April. In Pakistan paaren sich Sandkatzen zwischen September und Oktober. Überall kommt es aber nur zu einem Wurf im Jahr. Die Sandkatze ist ein standorttreuer Einzelgänger. Sie beansprucht ein sehr großes Revier, das sich mit anderen Artgenossen überschneiden kann. Die Sandkatze markiert ihr Territorium mit Duftmarken und Kratzspuren an Bäumen. Fremde Artgenossen werden aus dem Revier energisch vertrieben. Männchen und Weibchen kommen nur in der Paarungszeit (Ranzzeit), die von Mitte Februar bis Ende März stattfindet, zusammen. Während der Ranzzeit kommt es zwischen den Männchen, die um die Gunst des Weibchens werben, zu erbitterten Kämpfen, die mit lautem Kreischen und Knurren einhergehen. Nach der Paarung trennen sich die beiden Partner und die Aufzucht der Jungen übernimmt das Weibchen allein.

Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 60 bis 63 Tagen an geschützter Stelle meist drei bis fünf, selten auch bis acht Jungtiere zur Welt. Die Welpen sind anfangs noch blind aber bereits behaart. Sie öffnen ihre Augen nach zehn bis zwölf Tagen. Die Welpen werden etwa vier Monate lang gesäugt. Danach werden sie langsam an feste Nahrung wie Mäuse oder andere Kleintiere gewöhnt. Mit sechs bis acht Monaten sind die jungen Katzen selbstständig und suchen sich ein eigenes Revier. Aufgrund der vielen Fressfeinde ist die Sterblichkeit unter den Jungkatzen ausgesprochen hoch. In Gefangenschaft kann eine Sandkatze ein Alter von 13 bis 15 Jahren erreichen.

Bedrohung und Schutz

Die Sandkatze ist heute in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes selten geworden. Zudem ist sie selten zu sehen, da sie überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs ist. Der Artstatus in der Roten Liste des IUCN ist NT, near threatened. Die Hauptgründe liegen im Verlust der natürlichen Lebensräume. Als am stärksten gefährdet gilt die pakistanische Unterart Felis margarita scheffeli. Aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens steht die Sandkatze in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Katzen (Felidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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