Schmetterlingselfe

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Schmetterlingselfe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schopfkolibris (Lophornis)
Art: Schmetterlingselfe
Wissenschaftlicher Name
Lophornis chalybeus
(Vieillot, 1822)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schmetterlingselfe (Lophornis chalybeus), auch unter den Synonymen Lophornis chalybea und Trochilus chalybeus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Schopfkolibris (Lophornis). Im Englischen wird die Schmetterlingselfe festive coquette genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schmetterlingselfe erreicht eine Körperlänge von etwa 7,5 bis 8,0 Zentimeter und eine Schnabellänge von etwa 1,3 Zentimeter. Die Seiten des Halses sind mit zwei verlängerten, gebündelten, fächerförmigen grünen Federn und mit einem runden weißen Fleck am Ende geschmückt. Die Stirn und die Wangen sind leuchtend grün gefärbt. Des Weiteren zeigt sich eie schwarze Linie, die sich vom Schnabel bis zum Hinterkopf erstreckt. Der Rücken sowie die oberen Partien des Körpers weisen eine grüne Färbung mit gelblichen Reflexen auf. Die Seiten des Halses sind bläulich nuanciert und grauschwarz gefleckt. Der Bereich der Brust ist grau gefärbt und mit einem gesprenkelten schwarzen und einem weißen Band markiert. Diese Markierung verläuft bis zum unteren Bereich des Bauches. Der Schwanz und die Federkiele sind von einem purpurnen Braun und an der Schwanzspitze zeigt sich ein Sienarot.

Lebensweise

Die Schmetterlingselfe ist selten im östlichen Tiefland und ebenfalls selten im nordwestlichen Amazonasgebiet anzutreffen. Die tagaktiven Schmetterlingselfen leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit und trennen sich unmittelbar nach der Kopulation wieder. Schmetterlingselfen gelten als durchaus territorial und verteidigen ihr Nahrungs- und Bruthabitat vehement gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Weibchen sind gegenüber Artgenossen jedoch deutlich toleranter. Bei den zum Teil heftigen Kämpfen kommen Schnabelhiebe und Tritte mit den Füßen zum Einsatz. Während der Nacht ruhen Schmetterlingselfen an geschützten Stellen in dichter Vegetation. Der Flugstil ist ausgesprochen kräftezehrend. Daher sind sie permanent damit beschäftigt, Nahrung aufzunehmen. Beim Fliegen ist immer ein charakteristischer Summton zu hören, der durch die hohe Schlagfrequenz der Flügel produziert wird.

Unterarten

Verbreitung

Schmetterlingselfe
vergrößern
Schmetterlingselfe

Laut der Roten Liste der IUCN erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Schmetterlingselfe von Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru bis nach Venezuela. Gelegentlich trifft man sie als Durchzügler in Uruguay an. Die Schmetterlingselfe lebt in folgenden Lebensräumen: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Bei der Nahrungsaufnahme fliegt die Schmetterlingselfe zwischen den Blumen seitwärts und rückwärts, dabei beugt sie den Körper in etwa 45 Grad. Die Schmetterlingselfe ernährt sich vom Nektar und von kleinen Insekten (Insecta), die sich an oder in der Blüte aufhalten. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und einem Nahrungsbrei gefüttert. Insekten werden entweder im Flug erbeutet oder von Pflanzen aufgelesen.

Fortpflanzung

Die Brutzeit kann ganzjährig sein, aber am häufigsten findet sie im Frühjahr statt. Während der Balz präsentieren vor allem die Männchen ihr prächtiges Gefieder und vollführen kunstvolle Flüge, meist in niedriger Höhe. Nicht selten dicht über den Köpfen der Weibchen. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Begattung trennen sich die Geschlechter wieder. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Um den Nestbau und die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Das tassenförmige Nest wird vom Weibchen allein errichtet und entsteht an geschützter Stelle in einer Astgabel im dichten Gestrüpp von Sträuchern und niedrigen Bäumen. Sie benötigt für den Bau meist einige Tage. Als Nistmaterial dient Rinde, Blätter, Wurzelfasern, Moose und Flechten. Als Bindematerial werden Spinnenweben verbaut, die das Nest außen zusammenhalten und so eine gewisse Stabilität verleihen. Ausgepolstert wird das Nest meist mit Federchen und Tierhaaren. Das Weibchen legt in das bezugsfertige Nest meist zwei Eier, die sie über einen Zeitraum von rund 16 bis 18 Tagen wärmt werden. Die Küken sind beim Schlupf unbefiedert und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits in der vierten Lebenswoche die Flugfähigkeit. Nur wenig später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Schmetterlingselfe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Schmetterlingselfe selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge