Schneegeier

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Schneegeier

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Altweltgeier (Aegypiinae)
Gattung: Gänsegeier (Gyps)
Art: Schneegeier
Wissenschaftlicher Name
Gyps himalayensis
Hume, 1869

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schneegeier (Gyps himalayensis) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Gänsegeier (Gyps). Im Englischen wird der Schneegeier himalayan vulture oder himalayan griffon genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schneegeier erreicht eine Körperlänge von 105 bis 120 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 260 bis 300 Zentimeter sowie ein Gewicht von 8.500 bis 12.000 Gramm. Das Gefieder ist bis auf die dunkelbraunen Flugfedern überwiegend hellbraun bis weißlich. Diese Färbung setzt sich auch an den befiederten Extremitäten und dem Kopf fort. Die Flugfedern an der Unterseite sind weiß gefärbt. Die Flügel sind ausgesprochen breit. Die Füße enden in vier Zehen, wobei drei Zehen nach vorne zeigen. Die Zehen weisen recht kleine, gelbliche Krallen auf. Der Schnabel ist gelblichgrau gefärbt. Markantes Merkmal ist die deutlich sichtbare Halskrause, die eine hellbraune bis weißlich Färbung aufweist.

Lebensweise

Schneegeier leben paarweise oder einzelgängerisch. Die Brut erfolgt in der Regel in kleineren Kolonien.

Verbreitung

Der Schneegeier lebt in den Gebirgsmassiven des Himalaya von Zentralasien. In dieser ungastlichen Umgebung lebt er in Höhen von 1.200 bis ins Hochgebirge von 5.000, teilweise bis 6.000 Metern. Die Brutgebiete liegen deutlich darunter, meist nur in Höhen von bis zu 4.200 Metern. Im Winter zieht es den Schneegeier in tiefere Lagen.

Ernährung

Schneegeier sind wie alle Geier reine Aasfresser. Aktiv wird kein Beutetier gerissen. Größere Gruppen, mitunter auch andere Geierarten, machen sich in der Regel über einen Kadaver her. Bei dem Aas kann es sich um frisches Fleisch handeln oder aber auch schon fauliges Fleisch, der Schneegeier ist da nicht wählerisch. Beim Fressen kommt es regelmäßig vor, daß der Schneegeier Nahrungskonkurrenten vom Fressplatz vertreibt. Sein Verhalten gegenüber Nahrungskonkurrenten kann durchaus als aggressiv bezeichnet werden. Lediglich gegen Wölfe (Canis lupus) und den größeren Mönchsgeier (Aegypius monachus) hat der Schneegeier regelmäßig das Nachsehen. Beliebte Kadaver sind Ziegen, Schafe, Rinder und Hirsche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit etwa fünf bis sechs Jahren erreicht. Hat sich ein Paar gefunden, so bleiben sie ein Leben lang zusammen. Schneegeier brüten in kleinen Kolonien im Hochgebirge des Himalaya und dessen Ausläufer. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im Frühjahr. Die Brutareale liege in Höhen von 1.200 und 4.200 Metern. Genutzt werden windgeschützte Klippen und Felsvorsprünge. Hier entsteht der Horst der Schneegeier, der überwiegend aus Ästen und Reisig besteht. Gelegentlich werden auch die Nester anderer Geier übernommen und ausgebessert. Im Laufe der Zeit werden die Nester dadurch immer größer. Das Weibchen legt nach erfolgreicher Paarung ein Ei. Das Ei hat eine weiße Grundfärbung und weist bräunliche Sprenkel auf. Die Brutdauer erstreckt sich über 50 bis 54 Tage. Das Brutgeschäft teilen sich beide Geschlechter. Das geschlüpfte Jungtier wird mit hochgewürgter, vorverdauter Nahrung gefüttert. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 90 bis 120 Tagen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Schneegeier heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Der Schneegeier ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Schneegeier selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Schneegeier als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X


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