Schwarzfußkatze

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Schwarzfußkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Felis
Art: Schwarzfußkatze
Wissenschaftlicher Name
Felis nigripes
Burchell, 1824

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Schwarzfußkatze (Felis nigripes) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Felis. Sie gilt innerhalb der Gattung Felis als die kleinste Art.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Schwarzfußkatze erreicht eine Körperlänge von 38 bis 50 Zentimeter, eine Schulterhöhe von gut 25 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 15 bis 20 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.600 Gramm bis 2.300 Gramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Vom Körperbau ähnelt die Schwarzfußkatze einer Haus- oder Wildkatze. Jedoch ist ihr Kopf, insbesondere auch die Augen, deutlich größer. Die Iris der Augen weist eine gelbliche bis orangene Färbung auf. Das dichte und weiche Fell weist eine helle, meist beigefarbene Grundfärbung auf. Dunkelbraune bis schwarze Punkte überziehen das gesamte Fell. Diese Musterung zeigt sich auch auf der Brust und am Bauch. Am Kopf ziehen von den Augen und im Bereich der Wangen bis zu den Kopfseiten schwarze Streifen. Der Bereich um das Maul und die Kehle sind weißlich gefärbt. An den Extremitäten und dem Schwanz gehen die Punkte in Bänder über. Namensgebendes Merkmal sind die schwarz gefärbten Fußsohlen. Die Behaarung der Fußsohlen schützt die Schwarzfußkatze auf dem heißen Boden ihres Lebensraumes.

Schwarzfußkatzen leben strikt einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Als Bau dienen ihnen in der Regel verlassen Erdbauten anderer Tiere. Gelegentlich werden aber auch Baumhöhlen genutzt. Schwarzfußkatzen leben territorial und verteidigen ihr Revier vehement. Die Reviere von Männchen und Weibchen überlappen sich in der Regel. Die Reviere werden mit Urin und Kot markiert.

Unterarten

Verbreitung

Die Schwarzfußkatze ist im südlichen Afrika verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südafrika, Simbabwe, Lesotho und dem südlichen Namibia. Der natürliche Lebensraum umfasst vor allem die trockenen Baum- und Strauchsteppen. Auch in der Kalahari-Wüste ist die Schwarzfußkatze gelegentlich anzutreffen. Die Katze ist hauptsächlich in der Nacht aktiv, im Winter kann man sie auch in der Dämmerung beobachten.

Gefährdung, Schutz

Die Schwarzfußkatze gehört heute zu den gefährdeten Katzenarten. Sie untersteht dem Washingtoner Artenschutzabkommen und wird dort in Anhang II geführt. Die Rote Liste der IUCN zieht die Schwarzfußkatze als gefährdet an (VU, Vulnerable). Lebensraumverlust und die Bejagung stellen für die Art das größte Gefahrenpotential dar. Auch die Ausbringung von Pestiziden in der Landwirtschaft wirkt sich negativ in letzter Konsequenz negativ auf die Populationen aus. Die Gifte landen über die Nahrungskette in die Katze und werden insbesondere in der Leber abgelagert. Viele Schwarzfußkatzen fallen auch Fallenstellern und Wilderern zum Opfer, die Fallen für Wildtiere (Bushmeat) aufstellen. Landwirte legen zum Schutze ihrer Viehbestände zudem Giftköder aus, die dann von der Schwarzfußkatze gefressen werden. Eine Rolle spielt auch der Wildfang für den internationalen Haustierhandel.

Ernährung

Die Schwarzfußkatze verbringt den Tag in einem sicheren Versteck, der Tag wird wie bei fast allen Katzen mit Schlafen verbracht. Mit Einbruch der Dämmerung wird die Schwarzfußkatze munter. Sie ernährt sich hauptsächlich von Mäusen wie Wühlmäuse, Hasen, andere kleine Säuger, Vögel, Eidechsen, Frösche und Insekten sowie Spinnentiere zu sich. Wenn Nahrungsknappheit herrscht, dann frisst die Schwarzfußkatze auch manchmal Aas. Die übliche Jagdmethode ist das Anschleichen und Anpirschen. Ist ein Beutetier in erreichbarer Nähe, so setzt sie zum Sprung an und hält ihre Beute mit den Pranken fest. Getötet wird sie mit einem Biss in Hals oder Kehle. Beutetiere werden in der Regel nicht über längere Distanzen verfolgt. Kann ein Beutetier nicht vollständig gefressen werden, so wird das Beutetier versteckt und zu einem späteren Zeitpunkt verspeist.

Fortpflanzung

Die Schwarzfußkatze erreicht die Geschlechtsreife mit 12 bis 20 Monaten. Weibchen brauchen für die Erlangung der Geschlechtsreife deutlich länger als Männchen. Es kommt in der Regel nur zu einem Wurf in einer Saison. Die Schwarzfußkatze ist ein standorttreuer Einzelgänger. Sie beansprucht ein sehr großes Revier, das sich mit anderen Artgenossen überschneiden kann. Die Schwarzfußkatze markiert ihr Territorium mit Duftmarken und Kratzspuren an Bäumen. Fremde Artgenossen werden aus dem Revier energisch vertrieben. Männchen und Weibchen kommen nur in der Paarungszeit (Ranzzeit), die von Mitte September bis Januar stattfindet, zusammen. Während der Ranzzeit kommt es zwischen den Männchen, die um die Gunst des Weibchens werben, zu erbitterten Kämpfen, die mit lautem Kreischen und Knurren einhergehen. Nach der Paarung trennen sich die beiden Partner und die Aufzucht der Jungen obliegt ausschließlich dem Weibchen.

Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 64 bis 68 Tagen an geschützter Stelle meist ein bis drei Jungtiere zur Welt. Die Welpen sind anfangs noch blind aber bereits behaart. Sie öffnen ihre Augen nach zehn bis zwölf Tagen. Die Welpen werden etwa vier Monate lang gesäugt. Jedoch werden die Jungen bereits ab der sechsten Lebenswoche langsam an feste Nahrung wie Mäuse oder andere Kleintiere gewöhnt. Mit sechs bis acht Monaten sind die jungen Katzen selbstständig und suchen sich ein eigenes Revier. Aufgrund der vielen Fressfeinde ist die Sterblichkeit unter den Jungkatzen ausgesprochen hoch. In Gefangenschaft kann eine Schwarzfußkatze ein Alter von 13 bis 14 Jahren erreichen. Dieses Alter wird in Freiheit selten erreicht.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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