Schwarzohrmaus

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Schwarzohrmaus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Peromyscini
Gattung: Weißfußmäuse (Peromyscus)
Art: Schwarzohrmaus
Wissenschaftlicher Name
Peromyscus melanotis
J.A. Allen & Chapman, 1897

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schwarzohrmaus (Peromyscus melanotis) gehört innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Weißfußmäuse (Peromyscus). Im Englischen wird diese Maus Black-eared Mouse genannt. Die Art ist auch unter den veralteten Synonymen Peromyscus cecilii (Thomas, 1903) und Peromyscus zamelas (Osgood, 1904) bekannt. Die Schwarzohrmaus ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Schwarzohrmaus ist von den verwandten Arten im mexikanischen Hochland leicht zu unterscheiden. Die größten morphologischen Gemeinsamkeiten zeigen sich mit der Hirschmaus (Peromyscus maniculatus). Die Schwarzohrmaus ist jedoch ein wenig kleiner, hat einen kürzeren Schwanz und schwärzliche Haare am Ohransatz.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Schwarzohrmaus ist in Relation zu den anderen Vertretern der Weißfußmäuse (Peromyscus) deutlich kleiner. Zudem sind adulte Männchen kleiner und leichter als adulte Weibchen. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 140 bis 170 (155,9) mm, eine Schwanzlänge von 50 bis 73 (65,6) mm, eine Hinterfußlänge von 18 bis 22 (20,1) mm, eine Ohrlänge von 15,9 bis 20 (17,7) mm, eine Schädellänge von 25,8 bis 27,5 (26,5) mm, eine Condylobasallänge von 23,3 bis 24,8 (23,9) mm, eine Jochbeinbreite von 12,7 bis 13 (13,3) mm, eine Hirnschädelbreite von 11,5 bis 12,4 (12) mm sowie eine Rostrumlänge von 10,4 bis 11,6 (10,9) mm. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 140 bis 177 (150,9) mm, eine Schwanzlänge von 49 bis 75 (63,3) mm, eine Hinterfußlänge von 18 bis 26 (20,6) mm, eine Ohrlänge von 15,5 bis 19 (17,2) mm, eine Schädellänge von 25,5 bis 27,2 (26,2) mm, eine Condylobasallänge von 22,9 bis 24,6 (23,6) mm, eine Jochbeinbreite von 10,2 bis 11,6 (10,8) mm, eine Hirnschädelbreite von 11,5 bis 12,6 (12) mm sowie eine Rostrumlänge von 10,2 bis 11,6 (10,8) mm. Charakteristisch sind der zweifarbige und relativ kurze Schwanz. Die Oberseite des Schwanzes ist bräunlich, die Unterseite ist weißlich gefärbt. Das dorsale und laterale Fell weist eine orangebraune bis blass gelblichbraune Grundfärbung auf. Im Bereich der Schultern und der Hüfte ist das Fell etwas dunkler gefärbt. Die Ohren sind dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, die Ränder der Ohren sind weißlich. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Ähnlich sind auch die Pfoten an den vorderen und hinteren Extremitäten gefärbt. Das Sommerfell ähnelt im Wesentlichen dem Winterfell, jedoch ist es insgesamt etwas dunkler und düsterer gefärbt. Das Gebiss der Schwarzohrmaus besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Álvarez-Castaneda, 2005).

Lebensweise

Schwarzohrmäuse sind nachtaktiv. Ihre Bauten liegen unter der Erde, die Eingänge weisen einen Durchmesser von gut 2,5 cm auf und führen meist vertikal in die Wohnkammer. Die Eingänge liegen für gewöhnlich an geschützter Stelle zwischen Grasbüscheln oder an ähnlichen Stellen. Die Tunnel zu den ovalen Wohnkammern sind etwa 60 Zentimeter lang, die Wohnkammer selbst weist eine Länge von 7,5 cm und eine Breite von 6,3 cm auf. Das Nest ist mit weichen und trockenen Gräsern ausgepolstert (Álvarez-Castaneda, 2005). In den felsigen Regionen des Verbreitungsgebietes ist die Siedlungsdichte der Schwarzohrmaus relativ gering. In grasigen Hügellandschaften kann die Siedlungsdichte nach Álvarez-Castaneda (2005) bei 52,7 Mäusen je Hektar liegen. Die Siedlungsdichte korreliert dabei negativ mit der Seehöhe. Die Reviergröße der Geschlechter liegt durchschnittlich bei 390 bis 420 m² (Álvarez-Castaneda, 2005). Schwarzohrmäuse sind aggressiv und territorial. Sie verhalten sich gegenüber Artgenossen und vor allem gegenüber Neotomodon alstoni ausgesprochen dominant. Völlig anders verhält sich Schwarzohrmaus jedoch gegenüber der Mexikanischen Wühlmaus (Microtus mexicanus) (Álvarez-Castaneda, 2005).

Verbreitung

Die Schwarzohrmaus ist im Hochland Mexikos weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich zwischen den Gebirgszügen der Sierra Madre Oriental und der Sierra Madre Occidental. Die Art ist im Hochland und in den Bergregionen sowie lokal in der oberen Baumzone der Hochgebirge anzutreffen. Lokal wird auch Grasland in niedrigeren Lagen besiedelt. Eine kleine Population ist in der östlichen Sonora verbreitet. Schwarzohrmäuse besiedeln hauptsächlich felsige Lebensräume. Auch Nadel- und Laubwälder in Höhenlagen werden bewohnt. In subalpinen Wäldern konnten die Tiere bis in Höhen von 2.900 Meter über NN nachgewiesen werden (Álvarez-Castaneda, 2005).

Biozönose

Sympatrie

Je nach Verbreitungsgebiet und Lebensraum leben Schwarzohrmäuse sympatrisch in Lebensraum- und/oder Nahrungskonkurrenz mit anderen Arten. Hier sind insbesondere Liomys irroratus, Neotoma mexicana, die Mexikanische Wühlmaus (Microtus mexicanus), Mexikanische Vulkanmäuse (Neotomodon) wie Neotomodon alstoni, die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus), Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys) wie Reithrodontomys megalotis, Buller-Chipmunks (Tamias bulleri), Waldspitzmäuse (Sorex) wie Sorex vagrans oder Sorex milleri sowie die Pinselhirschmaus (Peromyscus boylii) zu nennen (Álvarez-Castaneda, 2005).

Ernährung

Schwarzohrmäuse ernähren sich als Allesfresser hauptsächlich von Sämereien und Insekten (Insecta). Saisonal kann die Zusammensetzung der Nahrung stark variieren. Während der Überwinterungszeit von diversen Schmetterlingsarten wie dem Monarchfalter (Danaus plexippus) ernähren sich Schwarzohrmäuse überwiegend nur von diesen Schmetterlingen (Lepidoptera). Eine Schwarzohrmaus ist in einer Nacht durchaus in der Lage, bis zu 40 Monarchfalter zu fressen (Álvarez-Castaneda, 2005).

Fortpflanzung

Schwarzohrmäuse erreichen die Geschlechtsreife bereits im Alter von knapp 6 bis 7 Wochen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Regionen vom Frühjahr bis in den Spätsommer oder Herbst hinein. Lokal kann es in niedrigen Lagen auch ganzjährig zu Würfen kommen. Trächtige Weibchen sind von Januar bis in den November nachgewiesen worden. Dabei kommt es je nach Verbreitungsgebiet zu 4 bis 6 Würfen. Lokal kann es zur Hybridisierung mit der Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) kommen. Der Nachwuchs ist jedoch nicht fruchtbar (Álvarez-Castaneda, 2005). Schwarzohrmäuse leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur kurz während der Paarungszeit aufeinander. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Sie ist während der Paarungszeit besonders territorial und duldet keine anderen Weibchen in ihrem Revier. Das Revier eines Weibchens deckt sich in der Regel mit denen mehrerer Männchen. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 24 Tagen bringt das Weibchen zwischen 3 und 5 Jungtiere in ihrem Nest zur Welt. Ein durchschnittlicher Wurf besteht aus 3,5 Jungen. Der Nachwuchs wird in der vierten Lebenswoche von der Muttermilch entwöhnt. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Jungtiere auch zum ersten Mal das schützende Nest. Die Selbständigkeit erreichen die Jungtiere im Alter von etwa 5 Wochen. Aufgrund der zahlreichen Fleischfresser ist die Lebenserwartung mit einem Jahr relativ. Während eines kalten Winters kommt es zusätzlich zu einer erhöhten Mortalität. In Gefangenschaft kann die Schwarzohrmaus durchaus einige Jahre alt werden (Álvarez-Castaneda, 2005).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Schwarzohrmäuse gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Gefährdungsfaktoren sind keine bekannt (IUCN, 2008).

Anhang

Literatur und Quellen

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